Sicherheitshinweis

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Wen können Sie in der Pflege- und Familienpflegezeit pflegen?

Folgende Angehörige können Sie in der Pflege- und Familienpflegezeit pflegen:

  • Vater/Mutter, Stiefvater/Stiefmutter, Schwiegervater/Schwiegermutter
  • Großvater/Großmutter, Kind/Adoptivkind/Pflegekind/Enkelkind/Schwiegerkind
  • Kind/Adoptivkind/Pflegekind des Ehegatten oder des Lebenspartners
  • Ehegatte
  • Partner einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft
  • Bruder/Schwester
  • Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten
  • Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Lebenspartner


Pflegeunterstützungsgeld: die kurzzeitige Hilfe

Müssen Sie als Beschäftigter für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherstellen, haben Sie das Recht bis zu zehn Tage der Arbeit fernzubleiben. Für diese Zeit der Arbeitsverhinderung zahlt Ihnen die Pflegekasse Ihres Angehörigen Pflegeunterstützungsgeld. Folgende Punkte sind wichtig:

  • Der Anspruch ist unabhängig von der Betriebsgröße.
  • Sie müssen Ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren.
  • Legen Sie Ihrem Arbeitgeber ein ärztliches Attest des pflegebedürftigen nahen Angehörigen vor.
  • Sie müssen einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei Pflegekasse Ihres nahen Angehörigen stellen, ebenfalls mit ärztlichem Attest.
  • Sie bleiben sozialversichert.

Wenn Sie weiterhin Gehalt von Ihrem Arbeitgeber beziehen oder Kranken- und Verletztengeld bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes erhalten, bekommen Sie kein Pflegeunterstützungsgeld.

Pflegezeit

Bis zu sechs Monate kann Ihr Arbeitgeber Sie freistellen, wenn Sie einen Angehörigen mit dem Pflegegrad 1 bis 5 pflegen. Die Voraussetzungen für diese sogenannte Pflegezeit sind folgende:

  • Ihr Arbeitgeber hat mehr als 15 Beschäftigte.
  • Informieren Sie Ihren Arbeitgeber mindestens 10 Tage vor Beginn der Pflegezeit schriftlich.
  • Erklären Sie, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang Sie die Freistellung von der Arbeit in Anspruch nehmen möchten.
  • Sie müssen gegenüber Ihrem Arbeitgeber die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen durch Vorlage einer Bescheinigung der Pflegekasse oder des MDK nachweisen.
  • Der Anspruch auf Pflegezeit gilt nur einmal für denselben pflegebedürftigen nahen Angehörigen.

Für die vollständige oder teilweise Freistellung ist die Pflege in häuslicher Umgebung Voraussetzung. Das heißt, Ihr naher Angehöriger kann in Ihrem eigenen Zuhause oder in dessen Haushalt betreut werden.

Sie wollen Ihre Arbeitszeit nur verringern? Vereinbaren Sie schriftlich mit Ihrem Arbeitgeber, wann und wie oft Sie arbeiten. Ihr Arbeitgeber muss Ihre Wünsche berücksichtigen, wenn keine betrieblichen Gründe dagegensprechen. Pflegen Sie einen minderjährigen Pflegebedürftigen, können Sie für die Zeit Ihrer Freistellung jederzeit zwischen häuslicher und außerhäuslicher Pflege wechseln.

Familienpflegezeit: Arbeitszeit reduzieren

Sie brauchen mehr Zeit für die Betreuung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen? Reduzieren Sie mit der Familienpflegezeit Ihre Arbeitszeit für maximal 24 Monate. Achten Sie auf folgende wichtige Voraussetzungen:

  • Sie begleiten einen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung.
  • Ihr Arbeitgeber hat mehr als 25 Beschäftigte.
  • Informieren Sie ihn acht Wochen vorher schriftlich.
  • Ihre wöchentliche Arbeitszeit beträgt mindestens 15 Stunden.
  • Sie können Familienpflegezeit nur einmal für denselben Angehörigen beanspruchen.
  • Ihr Kranken- und Pflegeversicherungsschutz bleibt erhalten.

Vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber, wie viele Stunden und an welchen Tagen Sie zur Arbeit kommen. Wenn in Ihrem Betrieb nichts dagegenspricht, sollte Ihr Arbeitgeber Ihre Wunschzeiten beachten.

Die Familienpflegezeit endet mit Ablauf des beantragten Zeitraums, spätestens nach 24 Monaten. Ist Ihr naher Angehöriger nicht mehr pflegebedürftig, hört die Familienpflegezeit vier Wochen danach auf. Das gilt auch, wenn Ihr Angehöriger nicht weiter zu Hause versorgt werden kann. Möchten Sie aus einem anderen Grund vorzeitig zur vollen Arbeitszeit zurückkehren, muss Ihr Arbeitgeber zustimmen.

Zinsloses Darlehen

Wenn Sie sich im Rahmen der Pflege- und Familienpflegezeit freistellen lassen, verdienen Sie weniger oder gar kein Gehalt. Um das zu kompensieren, bekommen Sie ein zinsloses Darlehen vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).

Von Pflegezeit zu Familienpflegezeit wechseln

Sie können von der Pflegezeit in die Familienpflegezeit wechseln. Den Zeitraum von 24 Monaten insgesamt dürfen Sie dabei allerdings nicht überschreiten. Außerdem müssen die beiden Modelle ohne Unterbrechung aufeinanderfolgen. Beachten Sie die jeweilige Ankündigungsdauer gegenüber dem Arbeitgeber sowie die Betriebsgröße. Für den Wechsel müssen Sie Ihrem Arbeitgeber drei Monate vorher Bescheid geben.

Sie haben noch weitere Fragen?

Nutzen Sie das Servicetelefon „Wege zur Pflege“ vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Zwischen 9 und 18 Uhr können Sie unter 030 2017 9131 anrufen. Außerdem unterstützen wir Sie mit unserem Online-Programm DAK-Pflegecoach.