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Kinder unter Stress

Achtsamkeit als effektive Hilfe zur Stressbewältigung und Entspannung

In den letzten zehn Jahren hat die Stressbelastung bei Kindern stark zugenommen (Forsa-Studie 2016). Hohe Anforderungen und Leistungsdruck in der Schule sowie (mediale) Außenreize fordern Energie zu Lasten der Aufmerksamkeit. Dabei lassen ein nur kurzes Innehalten und Durchatmen Stress und Ängste rasch verschwinden. „Achtsamkeit“ heißt dieses Training des Geistes und der Aufmerksamkeit: eine gute Strategie, um langfristig gelassener und präsenter zu werden.

Achtsamkeit ist eine bewusste Haltung

In einem Achtsamkeitstraining lernen Eltern und Kinder, mehr auf den eigenen Geist und Körper zu achten, Signale besser wahr- und diese auch anzunehmen. Dabei handelt es sich weniger um eine konkrete „Entspannungsmethode”, die bei Bedarf wie ein Werkzeug benutzt wird, sondern vielmehr um eine Grundhaltung. Spezielle Übungen – aber auch das bewusste Ausführen alltäglicher Handlungen – helfen dabei, achtsamer zu werden.

Achtsamkeit für mehr Gelassenheit und Selbstsicherheit

Aspekte des Achtsamkeitstrainings sind Teil des fit4future-Moduls „Brainfitness“, das Lehrkräfte und Schüler dabei unterstützt, eine lernfördernde Atmosphäre zu schaffen und Stress zu reduzieren. Erlebt ein Kind zum Beispiel eine schwierige Situation – Prüfungsangst oder ein Streit mit Freunden – kann es durch Achtsamkeitstraining lernen, innezuhalten, bewusst zu atmen, sich helfende Worte vorzusagen und die Situation anschließend gestärkt zu meistern.

Diese Strategie der Selbstberuhigung lässt sich in der Schule und auch daheim üben: Überlegen Sie gemeinsam mit ihrem Kind, welche Situationen Stress verursachen. Formulieren Sie im nächsten Schritt positive Gedanken, etwa ein „Ich schaffe das!“. Überlegen Sie, was sonst noch helfen könnte: So hat das Betrachten eines Bildes mit einem schönen Erlebnis oder das Hören des aktuellen Lieblingssongs oft eine sehr beruhigende Wirkung. Die Soforthilfe in akuten Stresssituationen: Ein paar Mal tief durch die Nase ein- und den Mund ausatmen, die Hände auf den Bauch legen und langsam ab 20, 50 oder 100 rückwärts zählen.

Die ganze Familie mit auf die Reise nehmen

Günther Hudasch, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Achtsamkeitslehrenden (MBSR-MBCT-Verband e.V.) weiß aus Erfahrung, dass Gelassenheit ein langes Training benötigt. „Aber erste Wirkungen zeigen sich recht bald: Wir können uns besser konzentrieren und werden nicht ständig von den vielen Reizen in unserer Umgebung davongetragen.“ Und er betont: „Es ist wichtig, dass die Eltern mit auf die Reise genommen werden, weil es auch für sie extrem hilfreich ist.“

Günther Hudasch, Vorstandsvorsitzender des MBSR-MBC Verband. e.V. und AKiJu e.V.

Günther Hudasch, Vorstandsvorsitzender des MBSR-MBC Verband. e.V. und AKiJu e.V.

Viele Übungen lassen sich spielerisch bereits mit kleinen Kindern ausführen, als Teil eines achtsamen Alltags: Sei es eine bewusste Reise durch den Körper, das Aussprechen von Gedanken und Gefühlen vor dem Einschlafen oder eine kurze Atemmeditation im Sitzen oder Liegen. Auch das bewusste Trinken einer Tasse Tee, ein Moment des Innehaltens vor Beginn einer Mahlzeit oder alltägliche Dinge wie Zähneputzen werden zu einem ganz anderen Erlebnis, wenn sie achtsam durchgeführt werden.

Mehr praktische Anregungen für den Schul- und Familienalltag sowie ein ausführliches Interview mit Stress-Experte Günther Hudasch lesen Sie hier auf fit4future.de.

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Zuletzt aktualisiert:
Tue Jan 16 14:50:03 CET 2018