Kinder und Pflege

Diese Ansprüche haben Sie, wenn Ihr Kind pflegebedürftig ist

So stellt sich wohl keiner das Leben mit Kind vor: Eine Erkrankung oder ein Handicap führen dazu, dass der Nachwuchs schon in jungen Jahren ein Mehr an Pflege benötigt. Nämlich dann, wenn Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Keine Kinderkrankenpflege, wie sie für einige Tage bei Fieber oder Bronchitis normal ist. Sondern Unterstützung bei der Verrichtung alltäglicher Dinge vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Manchmal ein Leben lang.

Ob Rheuma oder Krebs, angeborene Behinderung oder Handicap nach einem Sportunfall - die Ursachen für die Pflegebedürftigkeit eines Kindes sind so vielfältig wie das Leben selbst. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass Kinder in einem solchen Fall die gleichen Rechte auf Unterstützung durch die Pflegeversicherung haben wie Erwachsene.

Begutachtung von Kindern

Wie bei der Begutachtung von Erwachsenen stellt der Gutachter den Grad der Selbständigkeit des Kindes in den folgenden Lebensbereichen fest:

  • Mobilität

  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten

  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

  • Selbstversorgung

  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit Anforderungen und Belastungen

  • sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Bei der Begutachtung von Kindern sind Besonderheiten zu berücksichtigen. Der Gutachter dokumentiert den tatsächlich vorhandenen Abhängigkeitsgrad der Kinder. Es wird nicht beurteilt, ob die Abhängigkeit noch altersgemäß ist. Für die Punktberechnung ist als Vergleichsmaßstab die Selbstständigkeit von Kindern im vergleichbaren Alter ohne Beeinträchtigung im Begutachtungsverfahren hinterlegt.

Besonderheit: Pflege bei Kindern unter 18 Monaten

Eine Besonderheit besteht bei der Begutachtung von Kindern bis zu 18 Monaten. Kinder dieser Altersgruppe sind von Natur aus in allen Bereichen des Alltagslebens unselbstständig, sodass sie in der Regel keine oder nur niedrige Pflegegrade erreichen könnten.

Um sicherzustellen, dass auch diese Kinder einen angemessenen Pflegegrad erlangen, werden zur Beurteilung der Pflegebedürftigkeit die altersunabhängigen Bereiche „Verhaltensweisen und psychische Problemlagen“ sowie „Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen“ in die Bewertung einbezogen. Darüber hinaus stellen die Gutachter fest, ob es beim Kind gravierende Probleme bei der Nahrungsaufnahme gibt, die einen außergewöhnlichen pflegeintensiven Hilfebedarf auslösen.

Bei gleicher Punktzahl werden die Kleinkinder bis zu 18 Monate automatisch einen Pflegegrad höher eingestuft als ältere Kinder und Erwachsene.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Kinder, die einen Pflegegrad haben, steht zudem Geld für Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu. Der Entlastungsbetrag beträgt 125 Euro pro Monat. Es handelt sich um einen zweckgebundenen Zuschuss, der nur für bestimmte Betreuungs- und Sachleistungsangebote eingesetzt werden kann, wie zum Beispiel für

Wenn Sie solche Angebote zur Betreuung oder Entlastung in Anspruch genommen haben, können Sie die entsprechenden Belege bei der DAK-Gesundheit zur Erstattung einreichen.

Kinder und Pflege: Anspruch auf Familienpflegezeit

Wer sein Kind pflegt, weil es schwer krank oder behindert ist, hat einen Rechtsanspruch auf teilweise oder vollständige Freistellung von der Arbeit. Dafür muss das Kind mindestens den Pflegegrad 1 haben, eine schwere Krankheit reicht nicht aus. Bei Babys und Kleinkindern hilft die gesetzliche Elternzeit, falls das Kind keinen Pflegegrad hat. Der Anspruch auf Familienpflegezeit ist auf 24 Monate begrenzt. Weitere Informationen finden Sie unter Familienpflegezeit / Pflegezeit

Haben Sie noch Fragen zur Pflege von Kindern? Dann wenden Sie sich gerne an unsere Kundenberater im Servicezentrum in Ihrer Nähe oder nutzen Sie unseren Online-Pflegeberater.

Zuletzt aktualisiert:
Tue Jun 20 10:41:43 CEST 2017

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