Grippeimpfung: Das sollten Sie wissen

DAK-Gesundheit bezahlt Vierfach-Impfstoff über Krankenkassen-Karte

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Der Winter kommt schneller, als man denkt, und damit auch die Grippesaison. Jährlich erkranken tausende Menschen an Grippe. Wir erklären Ihnen, wer sich wann gegen Grippe impfen lassen sollte.

Was ist eine Grippe?

Grippe oder Influenza ist eine Infektionskrankheit, die vor allem im Winter häufig als Atemwegserkrankung auftritt. Auslöser sind die hochansteckenden Influenza-A- und -B-Viren, die durch Sekret-Tröpfchen, aber auch durch die sogenannte Schmierinfektion beim Händeschütteln übertragen werden. Die Grippesymptome variieren stark und ähneln häufig den Merkmalen einer Erkältung. „Für Menschen mit einem Grundleiden kann die Grippe sehr gefährlich werden, denn Medikamente können den Verlauf lindern, aber nicht stoppen“, sagt Impf-Expertin Dr. Maike Reher von der DAK-Gesundheit. Der wirksamste Schutz ist eine rechtzeitige Grippeimpfung, die wir als Ihre Krankenkasse unterstützen.

Grippeimpfung empfohlen

„Alle, die ein hohes Risiko haben, sich mit Grippe anzustecken, oder deren Krankheiten kompliziert verlaufen könnte, sollten sich dringend impfen lassen“, rät Reher. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit komplikationslos, in manchen Fällen kann sie aber auch tödlich enden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung sogenannter Risikogruppen. Dazu gehören:

  • Ältere Menschen über 60 Jahre, insbesondere Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

  • Menschen, die beruflich mit dem Erreger in Kontakt kommen. Dazu gehört medizinisches Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Alten- oder Pflegeheimen

  • Personen mit umfangreichen Publikumsverkehr sowie Lehrer und Erzieher in Schulen und Kindergärten

  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Gründe dafür können sein: Krebs, Diabetes, Asthma, HIV-Infektion oder chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten

  • Schwangere

Ratsam ist eine Grippeimpfung außerdem für alle, die regelmäßig mit Risikopersonen Kontakt haben.

DAK-Gesundheit übernimmt Kosten für Vierfach-Impfstoff

Die DAK-Gesundheit orientiert sich an den Empfehlungen der STIKO und bezahlt für die genannten Personen die Grippeimpfung mit dem aktuellen Vierfach-Impfstoff. Er enthält vier verschiedene Virus-Stämme und ist besonders wirksam. Ihr Arzt rechnet die Impfkosten direkt mit uns ab. Sie brauchen ihm nur Ihre DAK-Gesundheitskarte vorlegen. Privatärztliche Rechnungen für die Impfung erstatten wir nicht.

In einigen Fällen zahlt auch der Arbeitgeber die Grippeimpfung oder übernimmt deren Organisation. Sprechen Sie Ihren Vorgesetzten am besten direkt darauf an.

Wann ist die beste Zeit für die Grippeimpfung?

Die Herbstmonate sind ideal für die Grippeimpfung. So kann sich der Körper auf die Virenangriffe im Winter vorbereiten. Aber auch später ist eine Grippeimpfung durchaus sinnvoll. Bis sich der volle Impfschutz aufgebaut hat, kann es je nach Konstitution bis zu zwei Wochen dauern. „Die Grippewellen starten erfahrungsgemäß Ende des Jahres“, sagt Dr. Maike Reher. „Am häufigsten tritt die Grippe aber am Anfang des Jahres, im Januar und Februar, auf.“ Den Grund vermuten Forscher in der Kälte. Influenzaviren scheinen sich bei kalten Temperaturen besonders gut auszubreiten. Außerdem halten sich an kühlen Wintertagen mehr Menschen in geschlossenen Räumen auf – mit wenig Luftaustausch und engem Kontakt zu anderen Menschen.

Wie funktioniert eine Grippeimpfung?

Der Impfstoff für die Grippeimpfung wird jedes Jahr neu entwickelt, denn die Influenzaviren verändern äußerst leicht ihre Oberfläche, sodass unser Immunsystem die Viren nicht erkennt. Konkret heißt das, dass eine alte Impfung gegen die neuen Viren nicht mehr wirkt. Daher müssen Sie Ihre Grippeimpfung unbedingt jedes Jahr aufs Neue durchführen lassen, um sich optimal zu schützen.

Über die genaue Zusammensetzung des Impfstoffes entscheidet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Unterschieden werden vor allem zwei Arten von Impfstoffen: Tot-Impfstoffe mit abgetöteten Viren oder deren Bestandteilen und Lebend-Impfstoffe mit abgeschwächten Viren. In beiden Fällen regen die Virusbestandteile nach der Grippeimpfung unser Immunsystem dazu an, Antikörper zu bilden. Dringt dann ein Grippevirus in den Körper ein, passen diese Antikörper auf die Oberfläche des Virus wie ein Schlüssel in ein Schloss und zeigen unserem Immunsystem, dass es sich um einen Feind handelt. Die meisten Impfstoffe werden mit einer Spritze in den Muskel oder in die Haut gegeben. Wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist, dürfen Sie nicht mit dem Lebend-Impfstoff immunisiert werden.

Grippeschutzimpfung in der Schwangerschaft

Wer schwanger ist, muss für zwei denken und sich für zwei schützen – auch vor der Grippe. Denn das Immunsystem ist geschwächt und die Viren gelangen leichter in den Körper. „Die Grippeschutzimpfung ist für Schwangere unbedenklich“, sagt Dr. Maike Reher.

Ein Vorteil der Impfung: Die Antikörper können auch auf das Baby übertragen werden. Es hat dadurch nach der Geburt für eine bestimmte Zeit einen Grippeschutz. Übrigens: Auch in der Stillzeit ist eine Grippeimpfung problemlos möglich. Wenn Sie sich dennoch unsicher sind, ob die Grippeimpfung in der Schwangerschaft für Sie sinnvoll ist, wenden Sie sich gern an unsere Elternberatung.

Grippeimpfung für Senioren

Ältere Menschen besitzen häufig ein geschwächtes Immunsystem. Sie sind anfälliger für Infekte und ihr Körper braucht länger, um sich nach einer Krankheit wieder in Form zu bringen. Deshalb empfiehlt die STIKO Senioren ab 60 Jahren die Grippeimpfung – auch wenn sie sich fit fühlen. Leider ist die die Schutzwirkung im Vergleich zu Jüngeren deutlich geringer. Dennoch mildert eine Impfung den Verlauf der Krankheit. „Vor allem bei komplizierten Verläufen, wenn zur Grippe noch eine bakterielle Lungenentzündung kommt, kann die Krankheit tödlich enden“, warnt die DAK-Impfexpertin.

Brauchen Kinder eine Grippeimpfung?

Gesunde Kinder brauchen in der Regel keine Grippeimpfung. Kinder müssen nur geimpft werden, wenn sie unter einer Schwäche des Immunsystems oder einer chronischen Erkrankung leiden. Die Grippeschutzimpfung erfolgt frühestens ab zwei Jahren. Säuglinge werden nicht geimpft.

Nebenwirkungen nach der Grippeimpfung

Die Grippeschutzimpfung wird meistens gut vertragen. „Manchmal kann die Einstichstelle leicht schmerzen, gerötet oder geschwollen sein“, weiß die DAK-Expertin. „Hin und wieder kommt es zu allergischen Reaktionen, leichten Erkältungserscheinungen, mäßigem Fieber, Übelkeit, Müdigkeit, Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen.“ Die Beschwerden sind jedoch in ein bis zwei Tagen wieder verschwunden. Menschen mit chronischen Erkrankungen können auch stärkere Nebenwirkungen zeigen.  

Grippeimpfung – in diesen Fällen besser nicht!

Wer eine Erkältung oder einen akuten Infekt hat, sollte mit der Grippeimpfung so lange warten, bis der Körper wieder fit ist. „Klären Sie das mit Ihrem behandelnden Arzt“, rät Dr. Maike Reher.

Besondere Vorsicht ist bei Allergikern geboten: Da die Herstellung der meisten Grippe-Impfstoffe in Hühnereiern erfolgt, sind für Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß diese Impfstoffe eventuell ungeeignet. Betroffene sollten mit dem Arzt besprechen, ob trotzdem der übliche Impfstoff genutzt werden kann oder ob ein anderer Impfstoff verwendet werden muss.

Grippe trotz Grippeimpfung

Leider bietet die Grippeimpfung keinen kompletten Schutz. Deshalb ist es möglich, dass Sie trotz Grippeimpfung noch an der Grippe erkranken. Das kann unterschiedliche Gründe haben: Jeder Körper reagiert anders auf die Impfung und bildet dementsprechend auch mehr oder weniger starke Abwehrkräfte. Manche Menschen erkranken nach der Impfung noch an der Grippe, da ihr Körper den Impfschutz noch nicht aufgebaut hat.

Zudem gibt es verschiedene Virenstämme. So kann es auch passieren, dass das Grippevirus, das sich aktuell ausbreitet, nicht das ist, gegen das die Impfung schützt. Jeder kann somit mehrmals an einer Grippe erkranken. Übrigens: Auch wenn der Impfstoff mehrere Jahre identisch sein sollte, wird eine erneute Impfung empfohlen. Vermutlich ist der Impfschutz zeitlich begrenzt.

So schützen Sie sich und andere vor einer Ansteckung

Um sich und andere vor eine Grippeerkrankung zu schützen, kann jeder – mit oder ohne Grippeimpfung – etwas tun. Die einfachsten Mittel und Vorsichtsmaßnahmen sind dabei auch die wirksamsten. Denn die Viren befinden sich in der Mund- und Rachenschleimhaut und werden über Tröpfchen beim Niesen, Husten, Sprechen oder durch die Hand weitergegeben.

  • Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände mit Seife.
  • Vermeiden Sie – wenn möglich – direkten Kontakt mit Erkälteten. Wenn ein Erkrankter in die Hand niest, kann er durch Berührung die Viren übertragen.
  • Seien Sie sparsam mit dem Händeschütteln.
  • Öffnen Sie Türen mit Klinken am besten mit dem Arm.
  • Fassen Sie sich so selten wie möglich mit den Händen an Nase, Mund oder Augen.
  • Falls Sie niesen oder husten müssen, nutzen Sie Ihre Armbeuge, nicht die Hand.
  • Wenn Sie sich krank fühlen, bleiben Sie selbst zu Hause – mit oder ohne Grippeimpfung.

Sie sind nicht sicher, ob die Grippeimpfung sinnvoll ist? Lassen Sie sich von den DAK-Experten beraten!

Für die einen ist es ein notwendiger Pikser, für andere ein zu großes Risiko – wenn Sie weitere Fragen zur Grippeimpfung haben, beraten Sie unsere Kollegen von der Medizin-Hotline gern. Im Anschluss daran fällt Ihnen die Entscheidung für oder gegen die Grippeimpfung bestimmt leichter.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Sep 13 14:32:49 CEST 2018