Eltern-FAQ zu Antibiotika

Antworten auf die wichtigsten Fragen von Eltern

Wenn der Arzt einem Kind ein Antibiotikum verordnet, wollen Eltern alles richtig machen. Die DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Mein Kind schluckt nur ungern Medizin. Kann ich auf Zäpfchen ausweichen?

Für den Hausgebrauch gibt es Antibiotika in Tablettenform oder als Trockenpulver, das mit Wasser zu einem Saft verrührt wird. Zäpfchen machen keinen Sinn. Die Darmschleimhaut könnte nämlich nur kleine Mengen eines Antibiotikums aufnehmen. Damit ausreichend viel Wirkstoff im Blut ankommt, müssen Antibiotika geschluckt werden, um dann über den Dünndarm aufgenommen zu werden.

Was muss ich tun, wenn mein Kind den Antibiotikasaft immer wieder ausspuckt?

Bei einem Kleinkind werden Sie es nicht verhindern können, dass ein bisschen vom Arzneimittel danebengeht. Das ist nicht weiter problematisch. Aber wenn Ihr Kind sich zum Beispiel erbricht und Sie befürchten müssen, dass das Medikament nur unzureichend aufgenommen wurde, sollten Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt sprechen. Gerade bei einer schweren Infektion kann dann eine intravenöse Gabe des Antibiotikums im Krankenhaus notwendig werden.

Ist es in Ordnung, meinem Kleinkind das Antibiotikum in den Brei zu rühren?

Manche Antibiotika werden durch Kalzium in ihrer Wirkung gestört. Milch und bestimmte Mineralwassersorten enthalten viel Kalzium. Hier ist es sinnvoll, den Arzt oder Apotheker zu fragen oder den Beipackzettel genau zu lesen. Unbedenklich ist Leitungswasser.

Darf mein Kind, wenn es ein Antibiotikum nimmt, in den Kindergarten/die Schule?

Viele Kinder sind relativ schnell nicht mehr ansteckend. Trotzdem müssen insbesondere Kindergartenkinder oft während der gesamten Therapiedauer zu Hause bleiben, weil ihre Erzieher die regelmäßige Antibiotikagabe nicht übernehmen können. Gerade bei einem Antibiotikum
ist es wichtig, die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Einnahmen einzuhalten. „Dreimal täglich“ bedeutet alle acht Stunden – das ist bei einer Ganztagsbetreuung schwierig.

Kann ich ein Antibiotikum nehmen, wenn ich stille?

Die Dosis, die das Kind über die Muttermilch aufnehmen kann, hängt zunächst von der Art des Antibiotikums ab. Manche Antibiotika lagern sich besonders gut im Fettgewebe an und finden sich deshalb auch vermehrt in der Muttermilch wieder. Entscheidend ist dann, wie viel Milch das Kind überhaupt trinkt. Bekommt es schon Beikost, ist die Dosis naturgemäß geringer. Wichtig ist, dies mit dem Arzt zu besprechen. Sie bekommen dann ein Präparat, das zu Ihrer Situation passt.

Weil es dem Kind besser geht, vergessen wir manchmal die Einnahme. Ist das ein Problem?

Wenn es Ihrem Kind besser geht, halten Sie Rücksprache mit dem Kinderarzt, ob das Antibiotikum dennoch weiter eingenommen werden soll oder ob es früher abgesetzt werden darf.

Wie muss ich Antibiotika lagern?

Angerührter Antibiotikasaft gehört immer in den Kühlschrank. Behandeln Sie ihn einfach wie einen Joghurt – den würden Sie auch nicht in die Sonne stellen. Es gilt, alles zu vermeiden, was ein Bakterienwachstum in der Flasche begünstigt. Dunkel und kühl gelagert hält sich der Saft für fünf bis 14 Tage. Meist genauso lange, wie Sie Ihrem Kind das Medikament geben sollen.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Nov 24 11:40:29 CET 2017