Änderungen bei den ambulanten Leistungen durch die Pflegereform 2017

Neue Pflegereform bringt Änderungen in der ambulanten Pflege mit sich

Wir erklären Ihnen die Betragsänderungen und Neuregelungen im Bereich der ambulanten Pflege

Die neue Pflegereform ab 1. Januar 2017 bringt auch Veränderungen in der ambulanten Pflege mit sich. Wir bieten Ihnen anhand der folgenden Tabellen einen Überblick über die Einführung der Pflegegrade und die Erhöhung der Pflegegelder ab 2017. So können Sie schnell die Pflegeleistungen und Beiträge für verschiedene ambulante Leistungen, wie Pflegesachleistungen und Pflegegeld ablesen. Außerdem erklären wir Ihnen die Änderungen bei der Kurzzeitpflege und beim Entastungsbetrag für zusätzliche Betreuungsleistungen.

Die neue Pflegeversicherung: Pflegesachleistungen 2017

Wenn Sie pflegebedürftig sind, aber weiterhin zu Hause leben, können Sie einen professionellen Pflegedienst engagieren. Mit der neuen Pflegereform erhalten Sie dann die sogenannten Pflegesachleistungen. Folgende Tabelle informiert Sie über die Erhöhung der Pflegeleistungen ab dem 1. Januar 2017:

PflegestufeSachleistungen bis 31.12.2016PflegegradSachleistungen ab 01.01.2017
--Pflegegrad 10,00 €
Pflegestufe 0231,00 €Pflegegrad 2689,00 €
Pflegestufe 1468,00 €Pflegegrad 2689,00 €
Pflegestufe 1*689,00 €Pflegegrad 31.298,00 €
Pflegestufe 21.144,00 €Pflegegrad 31,298,00 €
Pflegestufe 2*1.298,00 €Pflegegrad 41.612,00 €
Pflegestufe 31.612,00 €Pflegegrad 41.612,00 €
Pflegestufe 3*1.612,00 €Pflegegrad 51.995,00 €
Pflegestufe 3 / Härtefall1.995,00 €Pflegegrad 51.995,00 €

*Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (nach § 45a SGB XI)

Pflegegelderhöhung ab 2017

Wenn Sie nicht von einem professionellen Pflegedienst, sondern von Angehörigen oder Freunden gepflegt werden, steht Ihnen Pflegegeld zu. Wie Ihnen folgende Tabelle zeigt, wird mit der Einführung der neuen Pflegereform das Pflegegeld erhöht:

PflegestufePflegegeld bis 31.12.2016PflegegradPflegegeld ab 01.01.2017
--Pflegegrad 10,00 €
Pflegestufe 0123,00 €Pflegegrad 2316,00 €
Pflegestufe 1244,00 €Pflegegrad 2316,00 €
Pflegestufe 1*316,00 €Pflegegrad 3545,00 €
Pflegestufe 2458,00 €Pflegegrad 3545,00 €
Pflegestufe 2*545,00 €Pflegegrad 4728,00 €
Pflegestufe 3728,00 €Pflegegrad 4728,00 €
Pflegestufe 3*728,00 €Pflegegrad 5901,00 €
Pflegestufe 3 / Härtefall728,00 €Pflegegrad 5901,00 €

*Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (nach § 45a SGB XI)

Ab 2017: Monatliche Pauschale für ambulant betreute Wohngruppen

Wenn Sie Ihre häusliche Pflege in einer selbstorganisierten Wohngruppe sicherstellen, in der mindestens drei pflegebedürftige Menschen wohnen, erhalten Sie eine monatliche Pauschale. Diese Pauschale wird mit den neuen Pflegegraden ab 2017 auf 214 Euro erhöht.

Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson ab Januar 2017

Ab nächstem Jahr haben Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2 bis 5 Anspruch auf eine Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson.

Hatten Sie auch bisher eine der Pflegestufen 1 bis 3, dann bleiben die Pflegeleistungen wie gewohnt für Sie erhalten. Wichtig für Sie ist, dass Pflegebedürftige mit der bisherigen Pflegestufe 0 und dem zukünftigen Pflegegrad 2 ebenfalls Anspruch auf Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson haben.

Änderungen in der Tages- und Nachtpflege

Sinn der Tages- und Nachtpflege ist es, Angehörige zu entlasten und Lücken zu füllen, in denen Angehörige, Freunde und Bekannte nicht anwesend sein können. Auch hier wird es eine deutliche Erhöhung des Pflegegeldes geben, wie folgende Tabelle zeigt:

PflegestufeBetrag bis 31.12.2016PflegegradBetrag ab 01.01.2017
--Pflegegrad 10,00 €
Pflegestufe 0231,00 €Pflegegrad 2689,00 €
Pflegestufe 1468,00 €Pflegegrad 2689,00 €
Pflegestufe 1*689,00 €Pflegegrad 31.298,00 €
Pflegestufe 21.144,00 €Pflegegrad 31.298,00 €
Pflegestufe 2*1.298,00 €Pflegegrad 41.612,00 €
Pflegestufe 31.612,00 €Pflegegrad 41.612,00 €
Pflegestufe 3*1.612,00 €Pflegegrad 51.995,00 €
Pflegestufe 3 / Härtefall1.995,00 €Pflegegrad 51.995,00 €

*Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (nach § 45a SGB XI)

Ambulante Pflege nach der neuen Pflegereform: Kurzzeitpflege

Im Rahmen der Kurzzeitpflege können Sie bis zu acht Wochen im Jahr in einer vollstationären Einrichtung untergebracht werden, sollten Sie pflegebedürftig sein und Ihre Pflegeperson Urlaub hat oder krank ist.

Ab dem 1. Januar 2017 haben alle Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 2 bis 5 Anspruch auf eine Kurzzeitpflege. Für Pflegebedürftige, die bisher die Pflegestufe 0 bis 3 hatten, bleibt damit alles unverändert.

Entlastungsbetrag nach der neuen Pflegeversicherungsreform

Wenn Sie Zuhause gepflegt werden, haben Sie einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag für zusätzliche Betreuungsleistungen in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Der Betrag dient der Erstattung von Aufwendungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von

  1. Leistungen der Tages- oder Nachtpflege,
  2. Leistungen der Kurzzeitpflege,
  3. Leistungen der ambulanten Pflegedienste im Sinne des § 36, in den Pflegegraden 2 bis 5. Dies gilt jedoch nicht für die Leistung körperbezogener Pflegemaßnahmen.
  4. Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a.

Die Erstattung der Aufwendungen erfolgt auch, wenn für die Finanzierung zusätzlich Mittel der Verhinderungspflege eingesetzt werden.

Achtung: Am 30.06. des Folgejahres verfallen die Ansprüche aus dem Vorjahr!

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Zuletzt aktualisiert:
Wed Nov 23 14:51:30 CET 2016

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