Selbsthilfeförderung

In der Gruppe aktiv und gesund werden

Sie suchen eine Selbsthilfegruppe oder sind bereits in einer Gruppe aktiv und möchten für diese Förderungen beantragen? Die DAK-Gesundheit unterstützt Sie dabei.


Wie finde ich eine Selbst­hil­fe­gruppe?

Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe?

Gesundheitsbezogene Selbsthilfe in den Selbsthilfeorganisationen gehört zu den traditionellen Bewältigungsformen von Krankheiten und Behinderungen. Selbsthilfegruppen und -organisationen ergänzen wirksam die professionellen Angebote des Gesundheitswesens und tragen dazu bei, dass die Patienten durch gegenseitige Hilfe und Beratung ihre Krankheit besser verarbeiten können.

Die Selbsthilfe ist eine besondere Form des freiwilligen gesundheitsbezogenen Engagements. Sie findet innerhalb selbst organisierter, eigenverantwortlicher Gruppen statt, in denen sich Betroffene einschließlich ihrer Angehörigen zusammenschließen. Die Aktivitäten richten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten durch Gespräche mit gegenseitiger Hilfestellung. Das Themengebiet umfasst nahezu das gesamte Spektrum körperlicher und psychischer Erkrankungen und Behinderungen von allergischen, asthmatischen und anderen Atemwegserkrankungen über Herz-Kreislauf- bis hin zu Tumorerkrankungen sowie Sucht, Abhängigkeit und psychischen Problemen.

Kontaktadressen

In vielen Städten und Regionen gibt es Selbsthilfekontaktstellen. Sie haben einen Überblick über die Selbsthilfeangebote und stellen Kontakt zu den Selbsthilfegruppen her.

Bundesweite Kontaktstelle
NAKOS Otto-Suhr-Allee 115, 10585 Berlin, Telefon: 030-310189-80, Fax: 030/ 310189-70
E-Mail: selbsthilfe [ät] nakos [punkt] de
Internet: www.nakos.de

Angebot für junge Menschen:
E-Mail: jungeseite [ät] nakos [punkt] de
Internet: www.schon-mal-an-selbsthilfegruppen-gedacht.de

Für Eltern von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen, Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen bietet das Kindernetzwerk e.V. Hilfe an. Die Datenbank enthält über 90.000 Adressen, zum Beispiel von Bundesverbänden, Selbsthilfegruppen, Kliniken, Eltern oder Internetadressen.

Kindernetzwerk e.V.
Hanauer Str. 15
63739 Aschaffenburg
Tel. 06021/ 1 20 30
E-Mail: info [ät] kindernetzwerk [punkt] de
Internet: www.kindernetzwerk.de

Infor­ma­tionen für Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­tionen

Informationen für Selbsthilfeorganisationen

Die DAK-Gesundheit fördert Selbsthilfeorganisationen und -gruppen auf Bundes- und Landesebene sowie auf örtlicher Ebene - pauschal oder projektbezogen - über zwei Förderstränge:

  • die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung
  • die kassenindividuelle Selbsthilfeförderung

Förderschwerpunkte werden nicht vorgegeben, ebenso erfolgt keine Ausrichtung der Projektförderung auf bestimmte Krankheitsbilder. In 2015 stellte die Kasse einen Betrag von gut 4 Millionen Euro zur Verfügung, dies entspricht 0,64 Euro je Versicherten. 2016 erhöht sich der Betrag auf 1,05 Euro je Versicherten auf circa 6,5 Millionen Euro. Mit der finanziellen Förderung trägt die DAK-Gesundheit dem gestiegenen Stellenwert der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe Rechnung und leistet einen erheblichen Beitrag zu ihrer Stärkung und Planungssicherheit.

Rechtliche Voraussetzungen

Die gesetzliche Grundlage für die Förderung von Selbsthilfegruppen steht im Sozialgesetzbuch (20c SGB V / ab 2016 § 20h SGB V). Daraus haben die gesetzlichen Krankenkassen zusammen mit den Selbsthilfegruppen gemeinsame Leitlinien entwickelt.

Leitfaden zur Selbsthilfeförderung (pdf, 1 MB)

Darin sind zum Beispiel die Förderverfahren konkretisiert und die Inhalte und Voraussetzungen für eine Förderung beschrieben.

Wichtige Voraussetzungen für die Förderung einer Gruppe sind zum Beispiel:

  • die Gruppen werden durch die Betroffenen selbst getragen
  • sie müssen offen sein für neue Mitglieder und ihr Angebot öffentlich machen
  • sie dürfen keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen und müssen ihre Unabhängigkeit gegenüber Wirtschafts-Unternehmen wahren
  • sie sind dazu bereit, bei Wahrung ihrer Unabhängigkeit partnerschaftlich mit den Krankenkassen zusammen zu arbeiten.

Außerdem wichtig: Neutralität und Unabhängigkeit der Selbsthilfeorganisationen gegenüber Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitssektor. Zu diesem Thema hat der vdek gemeinsam mit den Ersatzkassen eine Broschüre entwickelt "Ungleiche Partner – Patientenselbsthilfe und Wirtschaftsunternehmen im Gesundheitssektor" (pdf, 1 MB)

Transparenz der Fördermittelvergabe

Im Jahr 2015 haben die Krankenkassen und ihre Verbände über 330 Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene mit über 10 Millionen Euro gefördert. Die Förderung erfolgte einerseits durch die "GKV-Gemeinschaftsförderung auf Bundesebene" (kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung) und andererseits direkt durch einzelne Krankenkassen und Fördergemeinschaften als krankenkassenindividuelle Förderung.

Höhe der Selbsthilfeförderung auf der Bundesebene,
Verteilung der Fördermittel.

Die verausgabten Pauschalmittel auf Landesebene veröffentlichen die verantwortlichen Arbeitsgemeinschaften der Krankenkassen oder ihre Verbände. Ebenso werden die gewährten Fördermittel für die örtlichen Selbsthilfegruppen von den jeweiligen Vergabestellen veröffentlicht.

Anträge und Fristen

Anträge und Fristen für die Selbsthilfeförderung

Für die Förderung von Selbsthilfegruppen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Anträge und Fristen – je nachdem, ob es um eine Pauschal-Förderung geht oder um eine Projekt-Förderung. Außerdem kommt es bei der Antragsstellung darauf an, ob es sich um ein Bundes-, Landes- oder Regionalprojekt handelt.

Informationen für die Bundesorganisationen der Selbsthilfe:

Die Spitzenverbände der Krankenkassen informieren die Bundesorganisationen der Selbsthilfe jährlich im Herbst über das Förderverfahren im Folgejahr mit einem Gemeinsamen Rundschreiben. Diesem sind auch die für die Antragstellung zu verwendenden Antragsvordrucke beigefügt.
Gemeinsames Rundschreiben für das Förderjahr 2015 (pdf, 169 KB) und Gemeinsames Rundschreiben für das Förderjahr 2016 (pdf, 75 KB).

Kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung

Die kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung aller Krankenkassen/-verbände dient der Basisfinanzierung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe. Dies erfolgt auf allen Förderebenen (Bund, Land, örtliche Ebene) und berücksichtigt die Selbsthilfeorganisationen, -gruppen und -Kontaktstellen mit einer Pauschalförderung. Die Gemeinschaftsförderung erfolgt nach den Rahmenvorgaben der Spitzenverbände der Krankenkassen vom 17. September 2007.

Für die Pauschalförderung gilt der 31.12. eines Jahres für das Folgejahr. Es ist lediglich ein Antrag zu stellen.

1. Antrag für die Pauschalförderung auf Bundesebene

GKV-Gemeinschaftsförderung Selbsthilfe
c/0 Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek)
Frau Karin Niederbühl
Askanischer Platz 1
10963 Berlin

Antrag für Pauschalförderung der Bundesorganisationen der Selbsthilfe nach § 20h SGB V

2. Antrag für die Pauschalförderung auf Landes- und örtlicher Ebene

Das Antragsverfahren und dessen Abwicklung sind in den Bundesländern und in den Regionen sehr unterschiedlich. Die Antragsunterlagen für die Pauschalförderung können über die jeweiligen Landesvertretungen des Verbandes der Ersatzkassen (Vdek) bezogen werden. Informationen unter

Krankenkassenindividuelle Förderung

Hiermit fördert die DAK-Gesundheit gesundheitsbezogene Projekte der Selbsthilfeorganisationen auf Bundes- und Landesebene ebenso wie die Arbeit der Selbsthilfegruppen auf örtlicher Ebene. Förderschwerpunkte werden nicht vorgegeben, ebenso erfolgt keine Ausrichtung der Projektförderung auf bestimmte Krankheitsbilder. Die DAK-Gesundheit steht den Projektvorhaben der Selbsthilfe offen gegenüber. Insbesondere fördert die Kasse solche Projekte, die dem tatsächlichen Bedarf der Kunden entsprechen, die nachhaltig wirken und helfen, Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen. In Abgrenzung zur Pauschalförderung sind Projekte einzelne und inhaltlich abgegrenzte Vorhaben und Aktionen.

Die Projektanträge sind bis zum 31.12. eines Jahres für das Folgejahr zu stellen, in Ausnahmefällen bis zum 31.03. des Förderjahres. Ab April des Förderjahres eingehende Anträge können auch noch berücksichtigt werden, soweit noch Fördermittel vorhanden sind.

1. Anträge für die krankenkassenindividuelle Förderung auf Bundesebene

Ansprechpartner der DAK-Gesundheit für die Bundesorganisationen der Selbsthilfe ist Karlheinz Leifhelm

DAK-Gesundheit
Karlheinz Leifhelm
Nagelsweg 27-31
20097 Hamburg
Tel.: 040/ 2396 1237
Fax: 040/2396 3237

Antragsunterlagen der Bundesorganisationen

2. Anträge für die krankenkassenindividuelle Förderung auf Landes- und Regionalebene

Kontaktadresse für die Landesorganisationen der Selbsthilfe und der Selbsthilfegruppen erfahren Sie in der jeweiligen landesbezogenen und regionalen Dienststellen der DAK-Gesundheit

Antragsunterlagen der Landesorganisationen
Antragsunterlagen der örtlichen Selbsthilfegruppen

Geför­derte Projekte

Geförderte Projekte

Die DAK-Gesundheit steht den Projektvorhaben der Selbsthilfe offen gegenüber und setzt keine Förderschwerpunkte.
Wir beteiligen uns gerne an Projekten, die dem tatsächlichen Bedarf der Kunden entsprechen, nachhaltig wirken und helfen, Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen.

Beispiele sind:

  • Angelman e.V., Workshop/Fortbildung für Eltern von Kindern mit Angelman-Syndrom
  • Blaues Kreuz in Deutschland e.V., BLU-App, kostenlose App für Teens und Jugendliche, um ihren individuellen Suchtmittelkonsum anonym abzuchecken
  • Bundesverband Auge e.V., Aktionstag Auge, Thema: Therapie chronischer Augenerkrankungen
  • Bundesverband der Clusterkopfschmerz-Selbsthilfegruppen e.V., Auflage eines Buches: 100 Fragen und 1000 Antworten
  • Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V., Glaukom-Patienten-Tag
  • Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe e.V., Produktion Aufklärungs-Kurzvideos in arabischer, türkischer und russischer Sprache
  • Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V., Erweiterung der Homepage
  • Deutsche Ilco e.V., responsive Webdesign
  • Deutsche Myasthenie-Gesellschaft e.V., Workshop „Mentale Krankheitsbewältigung für Neuerkrankte“
  • Deutscher Allergie- und Asthma-Bund e.V., 15 Aktionstage im Bundesgebiet mit dem Allergiemobil
  • Epilepsie Bundes-Elternverband e.V., Familienwochenende
  • Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V., Schulungsprogramm für Moderatorinnen des Internet-Forums
  • KEKS e.V, Patienten- und Vereinsdatenbank
  • Netzwerk Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen e.V., Diagnoseausweise und Patientenmappen

Jährlich fördert die DAK-Gesundheit diverse Informationswochenenden für Betroffene und/oder deren Familien, Kongresse, Gesundheitstage, Broschüren und Flyer, Seminare für Selbsthilfegruppen-Leiter und vieles andere.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Dec 29 15:33:13 CET 2016