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Die richtige Therapie

Bei der Entscheidung über die Behandlungsmethode treffen auf Arzt- und Patientenseite unterschiedliche Rechte und Pflichten aufeinander. Eine Konkurrenz unter den Leistungserbringern (Ärzte, Apotheker, Krankengymnasten, etc. ...) ist hierbei nicht ausgeschlossen. Dass für den Laien die Wahl der richtigen Therapie also eine Herausforderung darstellen kann, ist daher nicht verwunderlich.

Weisungsrecht – der Patientenwille entscheidet

Da ist zunächst Ihr Weisungsrecht gegenüber dem Arzt, das sich aus Ihrem Selbstbestimmungsrecht, aber auch aus dem Behandlungsvertrag ableitet. Danach sind Sie "leistungsberechtigt" und können festlegen, welche Dienste Sie in Anspruch nehmen wollen.
Gegen Ihren Willen läuft nichts und Sie können entscheiden, welche Therapie angewendet werden soll. Sie müssen Vorschläge des Arztes nicht zwingend akzeptieren und können eine Behandlung sogar ganz abbrechen – auch gegen den ärztlichen Rat. Das Weisungsrecht gilt selbst bei Patienten, die ihren Willen nicht mehr äußern können. In diesen Fällen, beispielsweise bei Bewusstlosen, muss der Arzt versuchen, den mutmaßlichen Willen festzustellen. Hilfreich kann dabei eine Patientenverfügung sein.
Jeder Behandlungsabbruch oder Behandlungswechsel sollte jedoch reiflich überlegt sein und nur in begründeten Ausnahmefällen erfolgen!

Das persönliche Weisungsrecht stößt aber auch an Grenzen. Meist, weil den Patienten die erforderlichen medizinischen Fachkenntnisse fehlen. Diese Lücke muss der Arzt durch die Aufklärung füllen. Wenn Sie von seinen Empfehlungen abweichen wollen, kann es vorkommen, dass der Arzt von Ihnen eine schriftliche Bestätigung verlangt. Sie dient seiner eigenen Absicherung, um nicht später möglicherweise mit dem Vorwurf des Behandlungsfehlers konfrontiert zu werden.

In einigen Fällen muss sich der Arzt nicht an Ihre Weisungen halten. Medizinisch unsinnige Maßnahmen, zum Teil auch die sogenannten Außenseitermethoden, darf er ebenso ablehnen wie übermäßig teure Behandlungen und Medikamente. Wichtig ist aber auch, dass es für Sie trotz Ihres Weisungsrechts auch eigene Mitwirkungsverpflichtungen gibt. So besteht beispielsweise nach Beantragung oder während des Erhalts von Sozialleistungen die Verpflichtung, sich ärztlichen Untersuchungsmaßnahmen zu unterziehen, soweit diese für die Entscheidung über die Leistung erforderlich sind. Auch wenn Sie wegen Krankheit oder Behinderung Sozialleistungen, wie zum Beispiel Krankengeld, beantragt haben oder erhalten, sind Sie in bestimmten Fällen verpflichtet, an Heilbehandlungen teilzunehmen. Und zwar dann, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine Besserung des Gesundheitszustands herbeigeführt oder eine Verschlechterung verhindert wird.

Ihrem Weisungsrecht steht auf Arztseite die Therapiefreiheit entgegen. Das bedeutet, dass der Arzt die Methode anwenden darf, die seines Erachtens am besten geeignet ist. Beachten muss er den jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft. Als wissenschaftlich abgesichert gelten in erster Linie die Methoden der Schulmedizin. Weicht der Arzt von den gängigen Verfahren ab, muss er dies im Einzelfall begründen können.
Grenzen findet die Therapiefreiheit auch in Ihrem Selbstbestimmungsrecht. Schwierig wird es, wenn Sie sich mit dem behandelnden Arzt nicht einigen können. Der Arzt darf eine Behandlung ablehnen, wenn er von der betreffenden Methode nicht überzeugt ist. In diesem Fall muss aber die Weiterbehandlung durch einen anderen Arzt sichergestellt sein.

  • Fragen Sie Ihren Arzt im Zweifelsfall, warum er eine bestimmte Behandlungsmethode vorschlägt. Erkundigen Sie sich, ob es andere Therapien gibt.
  • Bitten Sie den Arzt, Ihnen die Vor- und Nachteile der einzelnen Alternativen zu erklären. Bilden Sie sich auf dieser Grundlage Ihre eigene Meinung.
  • Holen Sie eine zweite Meinung ein, falls Sie im Zweifel sind. Dies gilt insbesondere bei schwierigen Entscheidungen wie einer Operation.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Feb 15 15:41:23 CET 2016

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