Der Organspendeausweis sorgt für Klarheit nach dem Tod.

Der Organspendeausweis: Mit einem Kreuz Leben retten

Den Organspendeausweis hier bequem online ausfüllen und ausdrucken

Ein Organspendeausweis kann Leben retten, aber vor allem sorgt er für Klarheit. Die DAK-Gesundheit empfiehlt jedem, einen Organspendeausweis bei sich zu tragen. Denn im Ernstfall gibt er eindeutige Auskünfte über Ihre Wünsche. Im Organspendeausweis können Sie sich nicht nur für eine Organspende entscheiden, sondern auch ein Kreuz dagegen machen. Ärzte und Angehörigen sind somit eindeutig informiert. Die im Organspendeausweis festgehaltene Entscheidung ist bindend. Jeder muss sie akzeptieren.

Sollten Sie diese Entscheidung jetzt noch nicht treffen wollen, können Sie im Organspendeausweis auch eine Person Ihres Vertrauens bestimmen, die über ein Ja oder Nein nach Ihrem Tod entscheidet. Und wer nur bestimmte Organe oder Gewebe spenden möchte, kann dies im Organspendeausweis ebenfalls benennen.

Die DAK-Gesundheit hat Ihnen alle wichtigen Fragen und Antworten zum Organspendeausweis zusammengestellt. Sie können den Organspendeausweis anschließend bequem hier ausfüllen, herunterladen und ausdrucken:

Organspendeausweis

Woher bekommt man einen Organspendeausweis?

Sie können Ihren Organspendeausweis kostenlos direkt auf unseren Internetseiten online ausfüllen, herunterladen und ausdrucken oder unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 90 40 400 bestellen. Sie sind aber auch in Ihrem Servicezentrum oder in vielen Arztpraxen und Apotheken erhältlich.

Ist das Ausfüllen eines Organspendeausweises verpflichtend?

Spender wird nur, wer sich hierzu aktiv entscheidet und dies dokumentiert, zum Beispiel in seinem Organspendeausweis. Der Grundsatz der Freiwilligkeit der Entscheidung jedes Einzelnen und die Ergebnisoffenheit der Aufklärung sind gesetzlich klargestellt. In den Anschreiben stehen die Optionen „Ja“, „Nein“ und „Ich weiß nicht“ zur Verfügung.

Können Menschen unter 18 Jahren einen eigenen Organspendeausweis ausfüllen?

Ja, laut Transplantationsgesetz können Minderjährige ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende ab dem 16. Lebensjahr und ihren Widerspruch ab dem 14. Lebensjahr erklären. Eine Einwilligung der Eltern ist nicht notwendig.

Gibt es den Organspendeausweis auch als App?

Ja, mittlerweile gibt es für Smartphones, Tablets und andere mobile Endgeräte kostenlose Apps. Diese Organspendeausweise sind in der Regel nahezu identisch mit dem herkömmlichen Ausweis auf Papier: Die persönlichen Daten können ebenso eingetragen werden wie die Entscheidung darüber, ob nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen oder nicht. Eine Erlaubnis kann auch auf bestimmte Organe beschränkt oder bestimmte Organe können von der Spende ausgenommen werden. Außerdem ist es möglich, die Entscheidung über eine Spende einer bestimmten Person zu übertragen. Erhältlich sind die Apps im Internet.

Ist eine Voruntersuchung notwendig?

Nein, da sich der Gesundheitszustand eines Menschen permanent verändert, wäre eine Untersuchung im Vorfeld nicht sinnvoll. Ob gespendete Organe oder Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, kann erst im Falle einer tatsächlichen Spende medizinisch geprüft werden.

Muss man seinen Organspendeausweis immer bei sich haben?

Das ist sinnvoll, am besten beim Personalausweis. Wer das nicht möchte, sollte auf jeden Fall eine Person seines Vertrauens über seine Entscheidung informieren und sagen, wo der Organspendeausweis zu finden ist.

Ist es möglich, die Angaben auf dem Organspendeausweis nachträglich zu ändern?

Die geänderte Entscheidung kann in einem neuen Spenderausweis dokumentiert, der alte Ausweis vernichtet werden.

Werden die Daten auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert?

Im Rahmen des Gesetzes zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz soll in Zukunft auch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zur Speicherung von Angaben zur Organspendebereitschaft genutzt werden können, die Speicherung der Angaben ist für alle Versicherten freiwillig.

Ist der Organspendeausweis als rechtliche Grundlage für eine Organentnahme ausreichend oder werden die Angehörigen trotz Organspendeausweis um ihre Zustimmung gebeten?

Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, so ist die Organentnahme rechtlich zulässig. Der Wille des Verstorbenen hat Vorrang. Bei vorliegendem Organspendeausweis werden die Angehörigen also nicht um eine Entscheidung zur Organspende gebeten, sie müssen jedoch darüber informiert werden.

Ist eine Organspende möglich, wenn gleichzeitig eine Patientenverfügung exisitiert?

Ja, man kann diese so verfassen, dass die Möglichkeit zur Organspende erhalten bleibt. Um Unsicherheiten und Konflikte zu vermeiden, ist es wichtig, gerade zu diesen Punkten eindeutige Angaben zu machen und die Angehörigen darüber zu informieren. Vom Bundesministerium der Justiz gibt es dazu ausformulierte Textvorschläge, die von der Internetseite kostenfrei heruntergeladen werden können.

Gilt der Organspendeausweis auch im Ausland?

Ja, der ausgefüllte Organspendeausweis aus Deutschland ist auch in anderen Ländern gültig, unabhängig von den dortigen Regelungen. Damit die eigene Entscheidung auch im fremdsprachigen Ausland verstanden und beachtet wird, empfiehlt es sich jedoch, ein übersetztes Beiblatt zum Organspendeausweis mitzuführen. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Beiblätter zum Organspendeausweis in Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Spanisch, Bulgarisch und Ungarisch herunter geladen werden.

Welche Regelungen zur Organspende gibt es im Ausland?

Die Organspende ist in den verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt. Es wird unterschieden zwischen einer „erweiterten Zustimmungslösung“ und einer „Widerspruchslösung“.

Bei der erweiterten Zustimmungslösung muss der Verstorbene zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben. Dies erfolgt zum Beispiel durch einen Organspendeausweis. Liegt keine Zustimmung vor, dann können die Angehörigen über die Entnahme entscheiden. Entscheidungsgrundlage dabei ist der ihnen bekannte oder mutmaßliche Wille des Verstorbenen. Diese Regelung gilt unter anderem in Dänemark, Großbritannien, Litauen, den Niederlanden und Rumänien.

Bei der Widerspruchsregelung muss einer Organspende zu Lebzeiten widersprochen werden. Hat der Verstorbene diese Entscheidung nicht dokumentiert, zum Beispiel in einem Widerspruchsregister, dann kann eine Organentnahme vorgenommen werden. Diese Regelung gilt unter anderem in Belgien, Bulgarien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Slowenien, der Slowakei, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn und Zypern.

Quelle: VdEK, Stand: Dezember 2015

Zuletzt aktualisiert:
Mon Jan 04 10:43:15 CET 2016

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