Wann steht welche Impfung an? Und was passiert bei einer Impfung? Die DAK-Gesundheit hat Antworten.

Fragen und Antworten zum Impfen

Sie haben Bedenken oder fühlen sich nicht genug informiert? Die DAK-Gesundheit klärt auf.

Wer sich mit dem Thema Impfen beschäftigt, steht schnell vor vielen Fragen: Ist jede Impfung wirklich nötig? Können Impfungen auch schaden? Brauche ich im Urlaub speziellen Impfschutz? Und: Wer bezahlt meine Impfungen? Die DAK-Gesundheit hat die häufigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.
Ihre Frage ist nicht dabei? Dann wenden Sie sich gerne an unsere Experten an der Medizin-Hotline. Unter der Telefonnummer 040 325 325 800 haben sie Antworten auf Ihre Fragen.

Was passiert beim Impfen im Körper?

Mit einer Impfung startet ein Lernprogramm des Immunsystems. Es entwickelt eine gezielte Abwehrstrategie und bildet vorsorglich Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger. Oft sind dafür mehrere Injektionen in bestimmten Zeitabständen nötig. Danach besteht für einige Erreger eine lebenslange Immunität. Für andere benötigt das Immunsystem zusätzlich eine Auffrischung.

Ist es nicht gesünder, die Krankheit durchzumachen und dadurch immun zu werden?

Eine durch Krankheit erworbene Immunität ist nicht gesünder oder wirksamer als eine durch Impfung erzeugte. Beide Abwehrstrategien funktionieren nach denselben Mechanismen, Impfungen sogar effektiver. Zudem schützt eine einmalige Erkrankung nicht sicher vor erneuter Ansteckung.

Kann man erkranken, wenn die Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen ist?

Prinzipiell ja. Aber es hat sich gezeigt, dass beispielsweise bei „angeimpften“ Kindern die Krankheit sehr viel milder verläuft und kaum Komplikationen auftreten.

Womit und wohin wird geimpft?

Manche Impfstoffe, auch Vakzine oder Seren genannt, enthalten abgeschwächte oder abgetötete Viren oder Bakterien, in anderen sind nur die krank machenden Bausteine oder Zellgifte der Erreger drin. Neben Einzelvakzinen, also Impfstoffen gegen nur eine Krankheit, gibt es Kombinationsimpfstoffe gegen mehrere Krankheiten, etwa gegen Masern, Mumps und Röteln.

Kinder erhalten eine Impfung meistens in den Oberarmmuskel, Erwachsene auch in den Oberschenkel oder das Gesäß.

Tut eine Impfung weh?

Bei langsamer Injektion ist eine Impfung wenig schmerzhaft. Bei Kindern kann ein spezielles Pflaster die Einstichstelle oberflächlich betäuben, sodass sie den Einstich kaum bemerken.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Sowohl der Wirkstoff als auch die Zusatzstoffe können Impfreaktionen auslösen, die aber meistens unbedenklich sind. Nebenwirkungen können sein:

  • vorübergehende Rötung, Schwellung, Brennen oder Juckreiz an der Impfstelle
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichte Temperaturerhöhung oder Kopfschmerzen innerhalb der ersten 48 Stunden
  • leichter Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen
  • Nach der Masern-Mumps-Röteln- sowie der Windpocken-Schutzimpfung kann es nach etwa zwei Wochen zu leichten Krankheitssymptomen kommen.

Wie oft entstehen Impfschäden?

Bleibende gesundheitliche Beeinträchtigungen als direkte Folge einer Impfung sind extrem selten. Das Risiko eines Impfschadens liegt deutlich unter der Komplikationsrate der jeweiligen Erkrankungen. Beispiel Masern: Das Risiko, nach einer Masernimpfung einen Hirnschaden zu erleiden, beträgt 1:1.000.000. Dagegen liegt das Risiko kleiner Masernpatienten, an einer schweren Hirnentzündung zu erkranken, bei 1:1.000. Etwa 15 Prozent der betroffenen Kinder sterben daran.

Welche Impfungen bezahlt die DAK-Gesundheit?

Alle Impfungen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss empfohlen werden und somit im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen sind, werden von der DAK-Gesundheit auch bezahlt. Informieren Sie sich auf unseren Seiten zur Kostenübernahme.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Jeder Arzt kann im Rahmen seiner berufsrechtlichen Zuständigkeit impfen. Das bedeutet, dass nicht jeder Arzt jede Impfung verabreichen kann. Allgemeinmediziner dürfen beispielsweise impfen, Radiologen dagegen grundsätzlich nicht. Für für die Gelbfieber-Impfung ist eine Ermächtigung durch die jeweilige Gesundheitsbehörde erforderlich. Impfungen und Impfberatung gehören auch zu den Aufgaben der Gesundheitsämter, die in vielen Städten Impfsprechstunden anbieten.

Was steht im Impfpass?

Ihr Arzt muss jede Impfung in Ihrem Impfpass dokumentieren oder Ihnen eine Impfbescheinigung ausstellen. Folgende Angaben müssen darin enthalten sein:

  • Ihr Name und Geburtsdatum
  • Datum der Impfung
  • Bezeichnung des Impfserums mit Chargen-Nummer und Hersteller
  • Impfdosis
  • Unterschrift des impfenden Arztes
  • Praxis- oder Instituts-Stempel

Bewahren Sie Ihre Impfdokumente sorgfältig auf. Bei Auslandsreisen ist es ratsam, den Impfpass oder eine Kopie mitzuführen.

Dürfen oder sollten sich auch Schwangere impfen lassen?

Schwangere können problemlos mit inaktivierten Impfstoffen geimpft werden wie zum Beispiel gegen Tetanus oder Hepatitis A. Das Robert Koch-Institut empfiehlt ihnen sogar eine Grippeimpfung.
Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie gegen Masern, Mumps und Röteln werden Schwangeren nicht empfohlen.

Welche Auswirkungen hat eine verpasste Impfung?

Wenn Sie einen Impftermin verpasst haben, ist der Schutz gegen die entsprechende Krankheit noch nicht vollständig oder gar nicht erst vorhanden. Informieren Sie sich über unseren Impfkalender und lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, wann Sie die Impfung am schnellsten nachholen können. Erst wenn die Grundimmunisierung abgeschlossen ist, besteht der vollständige Impfschutz. Je schneller Sie die versäumte Impfung nachholen, desto eher sind Sie geschützt.

Kann ich mich mit einer Allergie impfen lassen?

Das hängt von der Art der Allergie ab. Jede Allergie sollte vor der Impfung dem Arzt mitgeteilt werden. Er wird Sie dazu beraten. Grundsätzlich sind Allergien kein Hindernis. Bisher wurde keine verstärkende oder belastende Wirkung von Impfungen nachgewiesen.
Nur wenn eine Allergie gegen Bestandteile des Impfstoffes besteht, sollte der Arzt abwägen und eventuell nach alternativen Impfstoffen suchen. Die Herstellung der meisten Grippe-Impfstoffe erfolgt zum Beispiel in Hühnereiern. Sie sind für Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß eventuell ungeeignet.

Gibt es eine Impfpflicht für bestimmte Impfungen?

Nein, in Deutschland gibt es keine Pflicht für Impfungen. Es werden lediglich Empfehlungen ausgesprochen.

Sollte ich mich nach einer Impfung besonders schonen?

Nein. Besondere Schonung ist nach einer Impfung nicht nötig. Allerdings sollten Sie direkt danach Ihren Körper beziehungsweise den geimpften Arm nicht zu stark belasten.

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Zuletzt aktualisiert:
Wed Oct 28 11:55:44 CET 2015

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