Grippeimpfung: ja oder nein? Die DAK-Gesundheit empfiehlt die Grippeimpfung für bestimmte Personen, denn sie schützt und mildert den Krankheitsverlauf.

Grippeimpfung: Das sollten Sie wissen

Alles Wichtige über Schutz und Wirkung

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Grippeimpfung – ja oder nein? Mit Beginn des Herbstes stellen wir uns Jahr für Jahr diese Frage. Jährlich erkranken Tausende von Menschen an Grippe, viele denken deswegen über eine Grippeimpfung nach – und lassen sich dann doch nicht impfen. Entweder aus Zeitmangel oder weil Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst haben. Wieder andere verzichten auf den Pikser, weil sie nicht wissen, warum eine Grippeimpfung wichtig sein kann.

Ist eine Grippeimpfung wirklich sinnvoll?


Erfahren Sie hier alles Wichtige zur Grippeimpfung, ob die Schutzimpfung für Sie sinnvoll ist, ob die Krankenkasse die Kosten für die Impfung übernimmt und ob es zu Nebenwirkungen kommen kann.

Was ist eine Grippe?


Grippe oder Influenza ist eine Infektionskrankheit, die vor allem im Winter häufig als Atemwegserkrankung auftritt. Auslöser sind die hochansteckenden Influenza-A- und -B-Viren, die durch Sekrettröpfchen, aber auch indirekt durch die sogenannte Schmierinfektion übertragen werden. Die Grippesymptome variieren stark und ähneln häufig den Erkältungsmerkmalen. Ihr behandelnder Arzt erkennt die Unterschiede. „Für Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens kann eine Grippe sehr gefährlich werden, denn Medikamente können den Verlauf lindern, aber nicht stoppen“, sagt Dr. Maike Reher von der DAK-Gesundheit. „Zudem wirken diese Mittel nur, wenn sie innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der Beschwerden eingenommen werden.“ Deshalb ist der wirksamste Schutz eine Grippeimpfung.

Wie funktioniert eine Grippeimpfung?


Jedes Jahr wird ein neuer Impfstoff für die Grippeimpfung entwickelt. Denn Influenzaviren verändern leicht ihre Oberfläche, sodass unser Immunsystem die Viren nicht erkennt – eine alte Impfung wirkt dann nicht mehr.

Über die genaue Zusammensetzung des Impfstoffes entscheidet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Unterschieden werden vor allem zwei Arten von Impfstoffen: Totimpfstoffe mit abgetöteten Viren oder deren Bestandteilen und Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Viren. Nach der Grippeimpfung regen die Virusbestandteile das Immunsystem dazu an, Antikörper zu bilden. Dringt dann ein Grippevirus in den Körper ein, passen diese Antikörper auf die Oberfläche des Virus wie ein Schlüssel in ein Schloss und zeigen unserem Immunsystem, dass es sich um einen Feind handelt, den es unschädlich machen kann.

Kinder zwischen zwei und sechs Jahren, bei denen eine Impfung medizinisch notwendig ist, werden meistens mit dem Lebendimpfstoff in Form von Nasenspray geimpft. Alle anderen Impfstoffe werden mit einer Spritze in den Muskel oder in die Haut gegeben. Der Lebendimpfstoff darf nicht für Personen mit geschwächtem Immunsystem verwendet werden.

Grippeimpfung: ja oder nein?


„Alle, die ein hohes Risiko haben, sich mit Grippe anzustecken, oder deren Krankheiten kompliziert verlaufen könnte, sollten sich dringend impfen lassen“, rät die DAK-Impfexpertin. „Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr Tausende an Grippe. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit komplikationslos, in manchen Fällen kann sie aber auch tödlich enden.“ Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung sogenannter Risikogruppen. Zu diesem Personenkreis gehören:

  • Ältere Menschen über 60 Jahre, insbesondere Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.

  • Menschen, die beruflich mit dem Erreger in Kontakt kommen. Dazu gehört medizinisches Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Alten- oder Pflegeheimen, aber auch Personen mit umfangreichen Publikumsverkehr sowie Lehrer und Erzieher in Schulen und Kindergärten sind eine Risikogruppe.

  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Gründe dafür können sein: Krebs, Diabetes, Asthma, HIV-Infektion oder chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten.

  • Schwangere: Gesunden Schwangeren empfiehlt die STIKO, sich erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen zu lassen. Bei werdenden Müttern mit einem chronischen Leiden ist die Grippeimpfung schon früher sinnvoll.

Ratsam ist eine Grippeimpfung außerdem für alle, die eine Erkrankung an zu betreuende Risikopersonen weitergeben könnten.

Grippeschutzimpfung in der Schwangerschaft


Wer schwanger ist, muss für zwei denken und sich für zwei schützen – auch vor der Grippe. Denn das Immunsystem ist geschwächt und die Viren gelangen leichter in den Körper. „Die Grippeschutzimpfung ist für Schwangere unbedenklich“, sagt Dr. Maike Reher. „Empfohlen wird die Impfung für gesunde Schwangere aber erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.“


Ein zusätzlicher Vorteil der Impfung: Die Antikörper können auch auf das Baby übertragen werden. Es hat dadurch nach der Geburt für eine bestimmte Zeit einen Grippeschutz. Übrigens: Auch in der Stillzeit ist eine Grippeimpfung problemlos möglich.

Wenn Sie sich dennoch unsicher sind, ob die Grippeimpfung in der Schwangerschaft für Sie sinnvoll ist, wenden Sie sich gern an unsere Elternberatung.

Empfohlen: Grippeimpfung für Senioren


Ältere Menschen und Senioren besitzen häufig ein geschwächtes Immunsystem. Sie sind anfälliger für Infekte und ihr Körper braucht länger, um sich nach einer Krankheit wieder in Form zu bringen. Deshalb empfiehlt die STIKO Senioren ab 60 Jahren die Grippeimpfung – auch wenn sie sich fit fühlen. Leider ist die die Schutzwirkung im Vergleich zu Jüngeren deutlich geringer.


Dennoch mildert eine Impfung den Verlauf der Krankheit. „Vor allem bei komplizierten Verläufen, wenn zur Grippe noch eine bakterielle Lungenentzündung kommt, kann die Krankheit tödlich enden“, warnt die DAK-Impfexpertin.

Brauchen Kinder eine Grippeimpfung?


Gesunde Kinder brauchen in der Regel keine Grippeimpfung. Kinder müssen nur geimpft werden, wenn sie unter einer Schwäche des Immunsystems oder einer chronischen Erkrankung leiden. Die Grippeschutzimpfung erfolgt frühestens ab zwei Jahren und vorrangig als Nasenspray mit einem Lebendimpfstoff. Säuglinge werden nicht geimpft. Die DAK-Gesundheit erstattet die Kosten für die Impfung mit Nasenspray für Kinder von zwei bis sechs Jahren.

Wann sollte die Grippeimpfung stattfinden?


Die Herbstmonate sind ideal für die Grippeimpfung. So kann sich der Körper auf die Virenangriffe im Winter vorbereiten. Das ist wichtig, denn bis sich der volle Impfschutz aufgebaut hat, kann es je nach Konstitution bis zu zwei Wochen dauern.

„Die Grippewellen starten erfahrungsgemäß Ende des Jahres“, sagt Dr. Maike Reher. „Am häufigsten tritt die Grippe aber am Anfang des Jahres, im Januar und Februar, auf.“ Den Grund vermuten Forscher in der Kälte. Influenzaviren scheinen sich bei kalten Temperaturen besonders gut auszubreiten. Außerdem halten sich an kühlen Wintertagen mehr Menschen in geschlossenen Räumen auf – mit wenig Luftaustausch und engem Kontakt zu anderen Menschen.

Grippeimpfung: Kostenübernahme durch die Krankenkasse


Für alle Personen, denen die STIKO die Grippeimpfung empfiehlt, übernehmen die DAK-Gesundheit und die anderen gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Die Impfung wird direkt über die elektronische Gesundheitskarte abgerechnet. Zusätzliche Kosten entstehen in der Regel nicht. Eine Ausnahme ist die Impfung für Kinder mit Nasenspray. Hier erstattet die DAK-Gesundheit nachträglich die Kosten für Kinder von zwei bis sechs Jahren. Fragen Sie Ihren Kundenberater vor Ort.


In einigen Fällen zahlt auch der Arbeitgeber die Grippeimpfung oder übernimmt deren Organisation, um Erkrankungen der Belegschaft vorzubeugen. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber am besten direkt darauf an.

Nebenwirkungen nach der Grippeimpfung


Die Grippeschutzimpfung wird meistens gut vertragen. „Manchmal kann die Einstichstelle leicht schmerzen, gerötet oder geschwollen sein“, weiß die DAK-Expertin. „Hin und wieder kommt es zu allergischen Reaktionen, leichten Erkältungserscheinungen, mäßigem Fieber, Übelkeit, Müdigkeit, Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen.“ Die Beschwerden sind jedoch in ein bis zwei Tagen wieder verschwunden. Menschen mit chronischen Erkrankungen können auch stärkere Nebenwirkungen zeigen.  

Grippeimpfung – in diesen Fällen besser nicht!


Wer eine Erkältung oder einen akuten Infekt hat, sollte mit der Grippeimpfung so lange warten, bis der Körper wieder fit ist. „Klären Sie das mit Ihrem behandelnden Arzt“, rät Dr. Maike Reher.


Besondere Vorsicht ist bei Allergikern geboten: Da die Herstellung der meisten Grippe-Impfstoffe in Hühnereiern erfolgt, sind für Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß diese Impfstoffe eventuell ungeeignet. Wer auf Hühnereiweiß allergisch reagiert, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob trotzdem der übliche Impfstoff genutzt werden kann oder ob ein anderer Impfstoff verwendet werden muss.

Grippe trotz Grippeimpfung möglich


Leider bietet die Grippeimpfung keinen kompletten Schutz. Deshalb ist es möglich, dass Sie trotz Grippeimpfung noch an der Grippe erkranken. Das kann unterschiedliche Gründe haben: Jeder Körper reagiert anders auf die Impfung und bildet dementsprechend auch mehr oder weniger starke Abwehrkräfte. Manche Menschen erkranken nach der Impfung noch an der Grippe, da ihr Körper den Impfschutz noch nicht aufgebaut hat.


Zudem gibt es verschiedene Virenstämme. So kann es auch passieren, dass das Grippevirus, das sich aktuell ausbreitet, nicht das ist, gegen das die Impfung schützt. Jeder kann somit mehrmals an eine Grippe erkranken. Übrigens: Auch wenn der Impfstoff mehrere Jahre identisch sein sollte, wird eine erneute Impfung empfohlen. Vermutlich ist der Impfschutz zeitlich begrenzt.

So schützen Sie sich und andere vor einer Ansteckung


Um sich und andere vor eine Grippeerkrankung zu schützen, kann jeder – mit oder ohne Grippeimpfung – etwas tun. Die einfachsten Mittel und Vorsichtsmaßnahmen sind dabei auch die wirksamsten. Denn die Viren befinden sich in der Mund- und Rachenschleimhaut und werden über Tröpfchen beim Niesen, Husten, Sprechen oder durch die Hand weitergegeben.

  • Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände mit Seife.
  • Vermeiden Sie – wenn möglich – direkten Kontakt mit Erkälteten. Wenn ein Erkrankter in die Hand niest, kann er durch Berührung die Viren übertragen.
  • Seien Sie sparsam mit dem Händeschütteln.
  • Öffnen Sie Türen mit Klinken am besten mit dem Arm.
  • Fassen Sie sich so selten wie möglich mit den Händen an Nase, Mund oder Augen.
  • Falls Sie niesen oder husten müssen, nutzen Sie Ihre Armbeuge, nicht die Hand.
  • Wenn Sie sich krank fühlen, bleiben Sie selbst zu Hause – mit oder ohne Grippeimpfung.

Sie sind nicht sicher, ob die Grippeimpfung sinnvoll ist? Lassen Sie sich von den DAK-Experten beraten!


Für die einen ist es ein notwendiger Pikser, für andere ein zu großes Risiko – wenn Sie weitere Fragen zur Grippeimpfung haben, beraten Sie unsere Kollegen von der Medizin-Hotline gern. Im Anschluss daran fällt Ihnen die Entscheidung für oder gegen die Grippeimpfung bestimmt leichter.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jul 29 13:08:45 CEST 2016

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