Gesunde Schule

Die Schulprojekte der DAK-Gesundheit

Leistungsdruck, Burn-Out, chronische Kopfschmerzen oder Mobbing: Immer mehr Schüler und Lehrer haben mit psychischen oder körperlichen Gesundheitsproblemen zu kämpfen. Mit einer gezielten Gesundheitsförderung können Risikofaktoren minimiert und die Gesundheit aller nachhaltig gestärt werden. So bleibt Schule ein gesunder Ort, an dem mit Freude gelernt und gelehrt wird.

Präven­ti­ons­i­ni­tiative fit4future

Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihres Alltags in der Schule. Deswegen ist es wichtig, sie nicht nur schulisch, sondern auch in ihrer gesundheitlichen Entwicklung zu fördern. Die DAK-Gesundheit und die Cleven-Stiftung laden bundesweit Schulen ein, das Thema Gesundheit auf verschiedene Weise zu erleben und in den Schulalltag zu integrieren - mit fit4future.

fit4future ist eine ganzheitliche Initiative mit den Modulen Bewegung, Ernährung, und Brainfitness zur Verhaltensoptimierung sowie weiteren Schwerpunktthemen zur Schulentwicklung - wissenschaftlich begleitet von der TU München. Im Rahmen einer Partnerschaft erhalten ausgewählte Schulen eine dreijährige Betreuung in Form von Workshops, Unterrichtsmaterialien und Spiel- und Sportgeräten. Das für sechs bis zwölfjährige Kinder entwickelte Programm gibt jungen Menschen die Chance, physisch und psychisch fit zu werden und es in Zukunft auch zu bleiben. Darüber hinaus können die Schulen zwei Themen auswählen, mit denen die Schulentwicklung hin zu einer gesunden Schule gelingen kann. Prominente Unterstützung erhält fit4future von Spitzensportler Felix Neureuther und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Schulen, die sich für das Programm interessieren und teilnehmen möchten, fordern einfach ein Bewerbungsformular an unter: bewerbung [ät] fit-4-future [punkt] de

Mehr Informationen über diese Kooperation finden Sie in dieser Broschüre und auch hier.

DAK-eigene Schul­pro­jekte

Gesundheitsförderung an Schulen ist ein Thema, dessen sich die DAK-Gesundheit bereits vor Jahren angenommen hat: mit Projekten in Schulen, begleitet von der Universität Lüneburg oder dem Zentrum für Angewandte Gesundheitsförderung und Gesundheitswissenschaften (ZAGG). Schulprojekte sind keine leichte Aufgabe, denn jede Schule hat andere Probleme: In der einen Schule ist es Mobbing, in der anderen die zu verbessernde Kommunikation. Grundsätzlich geht es um folgende Themenbereiche:

  • Gesundheitsverhalten
  • Anerkennung und Unterstützung
  • Schulführung
  • Ziele und Zusammenarbeit
  • Arbeitsbedingungen
  • Schulkultur
  • räumliche Bedingungen und Ausstattungen.

Die einzelnen Themen, die die Schulen bearbeiten, sind so verschieden wie die Schulen selbst. So entwickelt die eine Schule beispielsweise Pläne, um die Zusammenarbeit der Lehrkräfte zu verbessern – und in der anderen sollen die Schüler auf Trab gebracht werden, in dem sie Stempel für absolvierte Bewegungsaufgaben in ihrem Fitness-Pass sammeln. Allen gemeinsam ist: Gesundheitsförderung an Schulen ist langfristig zu sehen – mit einem Kurs oder einem Satz Sitzbälle ist es nicht getan. Oft liegen die Schwierigkeiten in den Strukturen der Schule – diese müssen erkannt und verändert werden. Darum sind Schulprojekte immer auf mehrere Jahre angelegt.

Bei Interesse an unseren Schulprojekten wenden Sie sich bitte an Frau Hella Thomas: hella [punkt] thomas [ät] dak [punkt] de

Ergeb­nisse des Projekts

DAK-Gesundheit sorgt für gesündere Schulen

Die Arbeits- und Lernbedingungen an Schulen wirken sich auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit von Lehrern und Schülern aus. Diese Erkenntnis war Anlass für die DAK-Gesundheit und die Leuphana Universität Lüneburg, eine bundesweit einzigartige Initiative ins Leben zu rufen, die Gesundheitsförderung mit Qualitätsentwicklung in Schulen verknüpft. Jetzt liegen die Ergebnisse des Projekts vor.

Bemerkenswerte Verbesserungen für 75 Prozent der Risikoschulen

Bundesweit nahmen 30 Schulen mit insgesamt 1.600 Lehrern, 26.000 Schülern und 52.000 Eltern an der Initiative teil. Zu Beginn herrschten bei mehr als der Hälfte der teilnehmenden Schulen Bedingungen vor, welche die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Schüler und Lehrkräfte gefährdeten. Knapp drei Jahre später hatten 75 Prozent der Risikoschulen bemerkenswerte Verbesserungen erzielt, viele haben sich zu guten gesunden Schulen entwickelt. So verfügten nur 15 Prozent der Projektschulen vor dem Projekt über ein gesundes Arbeits- und Lernumfeld – nach Projektabschluss waren es 82 Prozent.

Lehrer, Schüler und Eltern arbeiten zusammen

Zu Beginn wurde bei den teilnehmenden Schulen eine umfassende Befragung zu den Arbeits- und Lernbedingungen, zum Schulklima und zu Belastungen und Gesundheitsbeschwerden durchgeführt, um zentrale Schwächen und Stärken der Schulen aufzudecken. Danach legte jede Schule fest, welche Ziele sie erreichen will und welche Maßnahmen dafür ergriffen werden sollten. Die Umsetzung der Maßnahmen oblag Projektgruppen, die sich aus Lehrern, Schülern und Eltern zusammensetzten. Um etwa den Lärmpegel im Unterricht oder auch während der Pausen zu senken, installierte eine Schule Lärmampeln, die den Lautstärkepegel sichtbar machen. Eine andere Schule sorgte mit der Einrichtung eines Bewegungsraumes dafür, dass sich die Schüler auch bei Regen in den Pausen austoben können. Eine weitere Schule richtete zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Unterstützung innerhalb des Lehrerkollegiums eine Supervisionsgruppe ein.

Schulfrust und Aggressivität gingen zurück

Prof. Dr. Lutz Schumacher, einer der Projektleiter, ist sich angesichts der Untersuchungsergebnisse sicher: „Eine gute gesunde Schule setzt nicht nur erfolgreich den Bildungs- und Erziehungsauftrag um. Sie schafft auch eine Lebenswelt, in der sich Schüler und Lehrkräfte wohl fühlen und entfalten können.“ Und das erreichen die Lehrkräfte, Schüler und Eltern nur gemeinsam: Wenn viele Schüler an der Gestaltung ihrer Schule mitwirkten, dann verringerte sich auch die Aggressivität der Schüler untereinander und der Schulfrust. Die Lehrergesundheit verbesserte sich vor allem an den Schulen nachweislich, in denen sich die Zusammenarbeit und wechselseitige Unterstützung der Lehrkräfte untereinander verbesserte. „Das Geheimnis guter gesunder Schulen ist, dass sie ein starkes Kollektiv sind und gemeinsam ihre Ziele verfolgen“ so Schumacher. Das scheint insbesondere für Schulen in sozialen Brennpunkten zu gelten, die in besonderem Maße von dem Projekt profitierten.

Gesundheitsförderung in allen Lebensphasen

Zufrieden mit den Ergebnissen ist auch Thomas Bodmer, Vorstandsmitglied der DAK-Gesundheit: „Für uns ist es wichtig, die Gesundheit der Menschen in allen Lebensphasen zu fördern. Unsere Initiative „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“ setzt bewusst sehr früh an. Wir wollen nicht erst unterstützen, wenn die Betroffenen bereits krank sind. Deshalb spielt die Schule eine wichtige Rolle. Dort erreichen wir neben den Erwachsenen auch Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsgruppen.“ Er kündigte an, dass die DAK-Gesundheit in der Prävention und Gesundheitsförderung auch weiterhin aktiv sein wird.

Evaluationsbericht

Die vollständigen Projektergebnisse finden Sie im Evaluationsbericht „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“ (pdf, 9,2 MB).

Weitere Informationen gibt es zudem unter www.schulen-entwickeln.de

 

Handbuch und Broschüren

Handbuch Lehrergesundheit

Auch Schulen, die nicht direkt an den Projekten der DAK-Gesundheit teilnehmen, können von den Erfahrungen profitieren: Denn im Handbuch Lehrergesundheit der DAK-Gesundheit und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen finden sie die Erfahrungen aus der bisherigen Projektarbeit an Schulen niedergeschrieben. Von der Problemdiagnose bis hin zur abschließenden Auswertung sind die einzelnen Projektabschnitte beschrieben und mit Hinweisen aus der Praxis versehen. Ein großer Abschnitt widmet sich der Lehrergesundheit, die bei den ersten Projekten der DAK-Gesundheit im Vordergrund stand.

Das Handbuch wurde bereits einmal überarbeitet und steht nun in der zweiten Auflage zur Verfügung.

Als kostenlose Online-Version: Die vollständige Fassung des Handbuchs sowie weitere Arbeitshilfen und Übungen zum Download unter www.handbuch-lehrergesundheit.de.

Als Taschenbuch: Bestellen Sie das Buch zum Preis von 7,95 Euro beim Carl Link-Verlag unter http://shop.wolterskluwer.de/wkd/product/00169742000.

Gemeinsam gute gesunde Schule entwickeln - Wegweiser für die Praxis

Diese Broschüre beschreibt den Weg zur guten gesunden Schule. Die Erfahrungen aus der DAK-Gesundheit-Initiative „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“ werden in diesem Wegweiser mit Beispielen aus der Praxis und Grundlagenwissen aufbereitet.
Hieraus ergeben sich Empfehlungen für eine erfolgreiche Projektdurchführung in der Schule.
Gemeinsam gute gesunde Schule entwickeln - Wegweiser für die Praxis (pdf, 8,2 MB)

Gelingensbedingungen für die Entwicklung guter gesunder Schulen

Ein Leitfaden mit Empfehlungen, Checklisten und Arbeitshilfen, in den Erfahrungen aus zahlreichen Projekten zur Förderung der Lehrer- und Schülergesundheit der DAK-Gesundheit und der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen eingeflossen sind. Er vermittelt zum einen Verständnis für Erfolgsfaktoren und Hindernisse von Schulentwicklungsprozessen, zum anderen bietet er konkrete Hilfe für die erfolgreiche Gestaltung dieser Prozesse
Leitfaden Gelingensbedingungen für die Entwicklung guter gesunder Schulen (pdf, 1,1 MB)

Die Broschüren "Wegweiser für die Praxis" und "Leitfaden Gelingensbedingungen" können kostenlos per E-Mail bestellt werden. Schicken Sie uns einfach Ihre Bestellung an praevention30 [ät] dak [punkt] de.

Zuletzt aktualisiert:
Sep 7, 2016

Weitere Informationen

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