Darmkrebs erkennen Ärzte meist durch eine Darmspiegelung.

Einsicht in die Krankenakte

Nehmen Sie Ihre Rechte wahr

Patienten müssen Einsicht in die Krankenunterlagen erhalten - da ist die Rechtsprechung eindeutig. Da die Krankenakten aber nicht ihr Eigentum sind, dürfen sie diese nicht mit nach Hause nehmen. Was also tun?

Kopieren oder ausleihen

Sie haben einen Anspruch auf Kopien. Die Kosten dafür müssen Sie selbst tragen. Im Fall von Röntgenaufnahmen kann das teuer werden.

Unterlagen ausleihen

Eine Alternative wäre, sich die Unterlagen gegen eine Quittung auszuleihen oder diese durch den weiterbehandelnden Arzt anfordern zu lassen. Wenn Sie ein besonderes Interesse haben, weil sie etwa doppeltes Röntgen vermeiden wollen, muss Ihnen der Arzt die Originalaufnahme leihweise überlassen. Anspruch haben Sie außerdem auf eine Kopie der Röntgen-Anordnung, die Einzelheiten wie die untersuchten Körperpartien und die Strahlenbelastung enthält.


Bedenken Sie allerdings, dass der Arzt nicht alles herausgeben muss. Das Einsichtsrecht beschränkt sich auf die medizinischen Sachverhalte. Dazu gehören unter anderem Diagnosen und Befunde, Verordnungen von Medikamenten, Operationsberichte sowie Röntgen- und Ultraschallaufnahmen. Persönliche Eindrücke über den Patienten darf der Arzt unkenntlich machen.

Vollmacht

Wenn Sie die Unterlagen nicht persönlich einsehen wollen, beispielsweise weil das Verhältnis zum Arzt angespannt ist, können Sie Dritte mit einer Vollmacht beauftragen. Gegenüber Dritten gelten grundsätzlich Einschränkungen, mit folgenden Ausnahmen:

  • Sie haben die Schweigepflicht aufgehoben.
  • Eltern von minderjährigen Kindern haben ein Einsichtsrecht.
  • Bei Bewusstlosen haben meist die nahen Angehörigen ein Einsichtsrecht. Hier ist die Rechtslage derzeit jedoch nicht eindeutig.
  • Nach dem Tod des Patienten können Erben Einsicht erhalten.

Vernich­tungs­fristen

Krankenunterlagen dürfen frühestens vernichtet werden, wenn die in der Berufsordnung für Ärzte vorgesehene Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren abgelaufen ist. Viele Krankenhäuser bewahren die Unterlagen jedoch zu Recht bis zu 30 Jahre auf, da sie noch innerhalb dieser Frist damit rechnen müssen, dass ein Patient Schadensersatzansprüche anmeldet.

Hartnäckig bleiben

Lassen Sie sich nicht abweisen. Selbst wenn Ihnen der Inhalt zuvor in einem Gespräch erläutert wurde, haben Sie Anspruch auf Einsicht – nicht nur im Fall eines Rechtsstreits. Unzulässig ist es auch, nur Arztkollegen oder gar Rechtsanwälten Einblick zu geben.

  • Bleibt der Arzt bei der ablehnenden Reaktion, sollten Sie die Dokumente schriftlich anfordern, gegebenenfalls per Einschreiben oder mit anwaltlicher Hilfe. Hierbei können Sie sich gerne an dem Musterbrief in unserer Broschüre "Behandlungsfehler und Arzthaftung" orientieren.
  • Setzen Sie eine Frist.
  • Sie können darauf verweisen, dass Sie einen gesetzlichen Anspruch auf Einsicht haben (§ 810 BGB) und dass der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 23.11.1982 (NJW 1983, S. 328ff) Patienten außerdem das Recht zugesprochen hat, die Unterlagen in Kopie zu erhalten.
  • Sie können schon darauf hinweisen, dass Sie notfalls gerichtliche Schritte einleiten werden.
  • Wenden Sie sich an die zuständige Ärztekammer oder an die DAK-Gesundheit.
  • Weigert sich der Arzt weiterhin, können Sie Ihr Recht vor Gericht einklagen.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Oct 12 14:10:32 CEST 2015

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