Demenz und Alzheimer – den Unterschied kennen dieser Vater und seine Tochter

Demenz und Alzheimer – was ist der Unterschied?

Erfahren Sie hier, was Patienten und Angehörige wissen sollten – und wie die DAK-Gesundheit hilft

Demenz, Alzheimer – der Unterschied ist vielen nicht klar. Dass Betroffene eine besondere Betreuung und Begleitung brauchen, wissen die meisten. Doch wie sieht das konkret aus? Die DAK-Gesundheit hat Informationen und Angebote rund um Demenz, Alzheimer und den Unterschied zwischen beiden zusammengestellt – für Patienten ebenso wie für Angehörige.

Sind Demenz und Alzheimer das Gleiche?

Nein, Demenz und Alzheimer sind nicht das Gleiche. Mit Demenz (von „de mente“ – ohne Geist) ist in der Medizin im Unterschied zu Alzheimer nicht eine bestimmte Krankheit gemeint, sondern ein Muster von Symptomen. Bei dementen Menschen lassen Fähigkeiten des Gedächtnisses und des Denkens sowie andere Gehirnleistungen nach, auch Orientierungsvermögen und Sprache leiden. Der Unterschied zu vor der Demenz wird auch bei Alltagsaufgaben deutlich, die nicht mehr wie gewohnt erledigt werden können. Von hundert 60-Jährigen zeigt einer Symptome einer Demenz, bei 80-Jährigen ist es schon jeder Zehnte und bei 90-Jährigen jeder Dritte.

Der feine Unterschied: Alzheimer ist häufig Demenz-Ursache


In rund 60 Prozent der Fälle ist eine Demenz durch die Alzheimer-Krankheit bedingt – im Unterschied dazu gibt es also auch etliche Demenzpatienten, die nicht an Alzheimer leiden. Die Alzheimer-Krankheit, benannt nach dem Psychiater Alois Alzheimer, ist ein sehr langsam fortschreitender Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Die genaue Ursache ist bisher nicht bekannt. Fest steht allerdings, dass die Verarbeitung von Eiweißen in den Nervenzellhüllen eine Rolle spielt. Bestimmte Ablagerungen, die sogenannten Amyloid-Plaques, sowie die in der Folge auftretenden Neurofibrillenbündel zerstören nach und nach das Gehirn. Der Unterschied von Alzheimer-Patienten zu Menschen ohne Demenzerkrankung besteht darin, dass bei Letzteren die Plaques in gleichem Maße abtransportiert werden, wie sie entstehen.

Auch beim Verlauf von Demenz und Alzheimer gibt es Unterschiede


Eine gefäßbedingte (vaskuläre) Demenz verschlechtert sich in der Regel schubweise: Mal hat man den Eindruck, Gedächtnis und Allgemeinzustand des Patienten hätten sich gebessert, mal machen sich die Defizite wieder deutlich bemerkbar. Im Unterschied dazu lässt bei der Alzheimer-Demenz die Gedächtnis- und Intelligenzfähigkeit meist kontinuierlich nach. Typisch für eine vaskuläre Demenz ist oft auch der Beginn: Auffälliger als „Gedächtnislücken“ sind Veränderungen der Persönlichkeit. Der Betroffene verhält sich zum Beispiel ungewohnt aggressiv und launisch. Im längeren Verlauf sind, anders als bei Alzheimer, ein unsicherer Gang und Inkontinenz oft Kennzeichen einer gefäßbedingten Demenz. Auch Sprachprobleme oder Halbseitenlähmungen kommen vor. Ein einheitliches Krankheitsbild gibt es aber nicht.

                                                                                                                                                   

Der Unterschied und mehr: Fakten zu Demenz und Alzheimer

Über Demenz und vor allem über Alzheimer ist inzwischen einiges bekannt, allerdings fehlen ohne Unterschied noch Erkenntnisse über die genauen Ursachen. Wir haben einige verbreitete Aussagen zum Thema auf dem Prüfstand gestellt: 

„Da gibt es keinen Unterschied: Alzheimer ist gleich Demenz“


Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste, aber keineswegs die einzige Ursache einer Demenz. Es gibt zahlreiche andere Krankheiten, die eine Demenz hervorrufen können. Die wichtigsten davon sind: Gefäßkrankheiten, die zu Durchblutungsstörungen führen, Abbauprozesse des Stirn- und Schläfenlappens (Frontotemporale lobäre Degenerationen) sowie die Lewy-Körper- und die Parkinson-Krankheit. Zusammen mit Alzheimer sind diese Leiden für annähernd 90 Prozent aller Demenzzustände verantwortlich. 

„Schlaganfälle oder Herzinfarkte können Alzheimer auslösen“
 

Das stimmt nicht. Durchblutungsstörungen des Gehirns in der Form von Infarkten oder Marklagerschäden (Arteriosklerose, Schlaganfälle) sind keine Ursache der Alzheimer-Demenz. Im Unterschied zu Menschen, deren Gehirn nicht vorgeschädigt ist, reicht aber etwa bei ehemaligen Schlaganfallpatienten schon eine geringere Menge von Plaques und Neurofibrillenbündeln aus, um Alzheimer-Symptome hervorzurufen. 

„Umweltgifte oder Stress erhöhen das Risiko für Alzheimer“
 

Dass es bei der Alzheimer-Demenz einen Unterschied macht, wie stark man Umweltgiften oder Stress ausgesetzt war, ist bisher nicht bewiesen. Gifte – immer wieder wird hier Aluminium genannt – haben keinen nachgewiesenen Einfluss auf das Krankheitsrisiko. Belastende Lebensereignisse wie etwa der Tod des Lebenspartners sind ebenfalls keine Ursachen. Sie können aber Anlass sein, dass die Symptome erstmals bemerkt werden. 

„Je niedriger die Bildung, desto höher das Demenzrisiko“
 

Tatsächlich ist es für Menschen mit geringer Schulbildung, niedriger beruflicher Qualifikation und lebenslang geringerer Aktivität im Unterschied zu anderen etwas wahrscheinlicher, dass sie an Demenz – nicht unbedingt an Alzheimer Demenz – erkranken. Es ist jedoch unklar, ob diese Merkmale der Lebensführung eine ursächliche Bedeutung haben. 

„Ob Demenz oder Alzheimer: Beide sind ohne Unterschied unheilbar“
 

Das trifft für fast alle Demenzursachen zu. Rückgängig machen lässt sich eine Demenzerkrankung in weniger als einem Prozent der Fälle, beispielsweise wenn die Demenz durch schwere Depressionen, Abflussstörungen der Hirnrückenmarksflüssigkeit (Normaldruck-Hydrozephalus), Schilddrüsenunterfunktion oder bestimmte Medikamente verursacht wurde. Im Unterschied dazu ist eine Alzheimer-Demenz bis heute nicht heilbar. 

„Immer mehr Menschen erkranken an Demenz“
 

Das stimmt, liegt aber vor allem daran, dass die Menschen insgesamt immer älter werden. 2014 waren in Deutschland 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Da die Zahl der alten Menschen weiterhin zunehmen wird, ist laut der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft bis zum Jahr 2050 mindestens mit einer Verdoppelung der Krankheitsfälle zu rechnen. 

Quelle: Deutsche Alzheimer-Gesellschaft

Diagnose Demenz, Alzheimer – oder einfach nur Vergesslichkeit?

Die Alzheimer-Krankheit und andere wichtige Formen der Demenz lassen sich mit großer Sicherheit feststellen. Der Arzt untersucht, ob und wie sich die Gedächtnisleistung oder das Verhalten des Patienten geändert hat, und zwar in einer Weise, die nicht allein auf das Alter zurückzuführen ist. Es gibt auch eine normale Altersvergesslichkeit, bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger stark, die im Unterschied zu Demenz und Alzheimer ab einem bestimmten Punkt nicht weiter fortschreitet und sich mit gezieltem Training, gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf verringern lässt. 

Bezugspersonen helfen bei der Diagnose
 

Bei der Diagnosefindung leisten oft auch Bezugspersonen des Patienten – Ehepartner, Kinder, Freunde – einen wertvollen Beitrag. Beispielsweise geben sie Auskunft über das frühere Leistungsniveau des Patienten, seine Ausbildung und berufliche Tätigkeit, über Symptome und ihren bisherigen Verlauf sowie über den Unterschied zum gewohnten Verhalten. Das kann Hinweise auf die Diagnose Demenz oder Alzheimer liefern. Auch über Vor- und Begleiterkrankungen, eingenommene Medikamente und Krankheiten in der Familie sollten die Bezugspersonen den Arzt informieren. 

Sollten Menschen mit Demenz ihre Diagnose erfahren?
 

Grundsätzlich haben Patienten Anspruch darauf, über ihre Diagnose informiert zu werden, auch bei Demenz beziehungsweise Alzheimer. Sie können sich aber auch dafür entscheiden, die Diagnose nicht mitgeteilt zu bekommen. Im Gespräch mit dem Arzt muss geklärt werden, ob und wie viel der einzelne Patient über seine Krankheit wissen möchte. Fast immer ist es zweckmäßig, die Bezugspersonen des Patienten in die Aufklärung einzubeziehen. Das setzt aber das Einverständnis des Patienten voraus. 

Quelle: Deutsche Alzheimer-Gesellschaft

Die Therapie bei Demenz und Alzheimer macht den Unterschied

Die allermeisten Formen von Demenz sind nicht heilbar. Trotzdem kann die Therapie etwas bewirken: Begleiterscheinungen von Demenz und Alzheimer lassen sich hinauszögern oder vermindern, was einen spürbaren Unterschied in der Lebensqualität ausmacht. So können Medikamente und Verhaltenstherapie eingesetzt werden, um depressive Verstimmungen, Angstzustände, Sinnestäuschungen, wahnhafte Befürchtungen, Unruhe und Schlafstörungen zu mildern. Bei Gefäßkrankheiten geht es vor allem darum, einer weiteren Verschlechterung der Hirndurchblutung vorzubeugen. Auch bei den Angehörigen können die Beratung und Entlastung, die wesentlich zur Therapie bei Demenz beziehungsweise Alzheimer gehören, im Unterschied zu vorher viel bewirken. 

Was Demenz- und Alzheimer-Patienten noch guttut
 

Positive Erfahrungen gibt es auch mit körperlicher und geistiger Aktivierung oder dem Üben von alltagspraktischen Tätigkeiten. Dies verbessert nicht selten die Stimmung, fördert Fähigkeiten und macht für die Lebensqualität einen deutlichen Unterschied. Schon wenn der Demenz- oder Alzheimer-Patient regelmäßige Anregung erfährt, sei es durch Vorlesen, Gespräche, Ansehen von Fotos und Filmen (Erinnerungstherapie), Hören von Musik oder angenehme Tätigkeiten, kann das Gedächtnisleistung und Stimmung einen Kick geben (kognitive Stimulation). 

Quelle: Deutsche Alzheimer-Gesellschaft

Beratung: Der Unterschied zum Leben, wie man es kannte

Wie geht es nach der Diagnose Demenz oder Alzheimer-Demenz weiter? Welche Pflegeleistungen stehen dem Patienten im Unterschied zu vor der Erkrankung zu? Wo bekommen er und seine Angehörigen sonst noch Hilfe in der Umgebung? Die Mitarbeiter der DAK-Gesundheit-Pflegekasse sind im Servicezentrum für Angehörige und Patienten da. Rufen Sie in Ihrem DAK-Servicezentrum vor Ort an und lassen Sie sich mit einem Pflegeberater verbinden.

Online-Pflegeberater: Vorab den Anspruch auf Pflege klären

Welche Pflegestufe steht Ihnen oder Ihrem Angehörigen mit Demenz oder Alzheimer-Demenz im Unterschied zu vor der Diagnose zu? Welche Unterlagen benötigen Sie? Nutzen Sie unseren Online-Pflegeberater, um sich ganz unverbindlich über die Leistungen der DAK-Pflegekasse informieren. Dabei geht es um grundsätzliche Fragen zur Pflegebedürftigkeit. Für alles Weitere ist dann Ihr Kundenberater in Ihrem DAK-Servicezentrum vor Ort für Sie da.

Ein spürbarer Unterschied: Pflegekurs zu Demenz und Alzheimer

Was muss ich können, wenn ich einen Angehörigen mit Demenz oder Alzheimer pflege? Auf was muss ich achten? Wo erhalte ich Hilfe? Die DAK-Gesundheit bietet in vielen Regionen ehrenamtlich tätigen Pflegepersonen einen Kurs an, bei dem sie das Wichtigste zum Thema Pflege erlernen, auch in Bezug auf Menschen mit Demenz oder Alzheimer. Im Portemonnaie bemerken Sie nach einem solchen Kurs keinen Unterschied – die Kosten trägt die Pflegekasse –, Sie werden sich aber deutlich sicherer fühlen und manches Aha-Erlebnis haben. Wann und wo Pflegekurse in Ihrer Region stattfinden, erfahren Sie in Ihrem DAK-Servicezentrum vor Ort

Weitere Informationen zu den Pflegekursen finden Sie unter „Ambulante Pflege/Pflegekurse“.

Online-Beratung für Angehörige, Freunde und Bekannte

Patienten mit Demenz oder Alzheimer-Demenz zu betreuen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wer erlebt, wie ein geliebter Mensch geistig abbaut und dessen vertrautes Ich sich mehr und mehr davonmacht, gerät dabei leicht an seine Grenzen. Die DAK-Gesundheit bietet deshalb in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Catania GmbH eine spezielle Online-Beratung an, die Angehörige, Freunde und Bekannte bei Sorgen und Fragen unterstützt. Geschulte Psychologen beraten am Telefon – kostenfrei und auf Wunsch komplett anonym.

Pflegestufe 0, I, II und III – Übersicht über die Leistungen

Pflegebedürftige mit einer Demenzerkrankung haben in der seit 2013 geltenden „Pflegestufe Null“ Anspruch auf Pflegeleistungen. 

Pflegestufe 0 bei Demenz oder Alzheimer im Unterschied zu höheren Stufen
 

In der Pflegestufe 0, bei der Waschen, Essen, Gehen körperlich noch gut möglich ist, können die Erkrankten wählen: Entweder, sie erhalten bei Pflege durch Angehörige 123 Euro Pflegegeld im Monat oder bei Pflege durch einen Pflegedienst Sachleistung in Höhe von 231 Euro monatlich. Seit 1.1.2015 gibt es als zusätzliche Option Tages- und Nachtpflege für 231 Euro im Monat. 

Diese Pflegeleistungen werden zusätzlich zu den monatlichen Betreuungsleistungen in Höhe von 104 beziehungsweise 208 Euro gewährt. Wer an Demenz oder Alzheimer erkrankt ist – die genaue Art der Demenzerkrankung macht keinen Unterschied –, hat zudem Anspruch auf Ersatzpflege, Pflegehilfsmittel und sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – häusliche Umbauen wie zum Beispiel eine behindertengerechte Dusche. Seit 1.1.2015 besteht darüber hinaus Anspruch auf Kurzzeitpflege sowie auf Zuschuss in ambulant betreuten Wohngruppen.

Pflegestufen I bis III bei Demenz oder Alzheimer im Unterschied zu Stufe 0
 

Demenzpatienten, die in den Pflegestufen I oder II zugeordnet sind, erhalten höhere Leistungsbeträge. In der Pflegestufe I gibt es monatlich bis zu 316 Euro Pflegegeld. Die Pflegesachleistung beläuft sich auf maximal 689 Euro im Monat. In der Pflegestufe II beträgt das Pflegegeld bis zu 545 Euro, die Pflegesachleistung bis zu 1.298 Euro. Für schwerstpflegebedürftige Demenzkranke in der Pflegestufe III gelten die allgemeinen Höchstbeträge – also 728 Euro Pflegegeld und 1.612 Euro Pflegesachleistungen pro Monat. Seit 1.1.2015 kann zusätzlich Tages- und Nachtpflege genutzt werden, die jeweilige Höhe zeigt unsere Übersicht:

 Stufe 0Stufe IStufe IIStufe III
Pflegegeld123 Euro/Monat316 Euro/Monat545 Euro/Monat728 Euro/Monat
Pflegesachleistung231 Euro/Monat689 Euro/Monat1298 Euro/Monat1.612 Euro/Monat
Tages- und Nachtpflege231 Euro/Monat689 Euro/Monat1298 Euro/Monat1.612 Euro/Monat

Demenz und Alzheimer: Pflegeheim oder Pflegedienst finden

Sie suchen eine Pflegeeinrichtung oder einen Pflegedienst? Die DAK-Gesundheit unterstützt Sie dabei mit einer speziellen Suchmaschine, bei der Sie zum Beispiel gezielt Anbieter in Ihrer Nähe finden können. Auch die Vorauswahl von Versorgungsformen oder eine Filterung anhand von Pflegenoten ist möglich. Klicken Sie sich einfach durch unseren Pflegelotsen.

Zusammenarbeit der DAK-Gesundheit mit dem Dialogforum Demenz


Bei den über 60-Jährigen ist die Sorge vor Demenz größer als vor einer Krebs- Erkrankung. Das hat unter anderem unsere Aufklärungskampagne „Demenz in Deutschland“ ergeben. Deshalb ist es uns besonders wichtig, die Versorgung und die Bedingungen für Demenzkranke und ihre Familien in Deutschland zu verbessern. Im Dialogforum Demenz möchten wir neue Ideen diskutieren und Lösungen erarbeiten.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Jul 04 07:24:20 CEST 2016

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