Sterbewunsch in Deutschland: 60 Prozent möchten zuhause sterben.

DAK-Pflegereport: Die meisten Deutschen möchten zu Hause sterben

Studie zum Thema Sterben offenbart Wünsche und Vorstellungen

Zuhause sterben? Diesen Wunsch haben 60 Prozent der Deutschen, doch er wird selten Wirklichkeit, wie der DAK-Pflegereport zeigt. Zwei von drei Deutschen verbringen die letzten Stunden ihres Lebens nicht an dem Ort, den sie sich wünschen. Wie eine aktuelle Studie der DAK-Gesundheit zeigt, sterben drei Viertel der Deutschen im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Sie deckt auch auf, dass zahlreiche Krankenhausaufenthalte kurz vor dem Tod vermeidbar wären und häusliche Pflege beispielsweise für den Sterbenden die wünschenswertere Alternative gewesen wäre. Die DAK-Gesundheit hilft pflegenden Angehörigen, die häusliche Pflege zu organisieren.

60 Prozent der Befragten möchten zu Hause sterben

Laut DAK-Pflegereport hat ein Großteil der Deutschen eine klare Vorstellung davon, wie sie in Würde sterben:

  • Zu Hause (60 Prozent)
  • im Krankenhaus (4 Prozent)
  • im Pflegeheim (2 Prozent)

Unentschlossen sind laut Befragung rund 16 Prozent. Pflegende Angehörige, also Menschen, die bereits Pflegeerfahrung haben, sagen zu 76 Prozent, dass sie zu Hause sterben möchten.

Wünsche werden nicht berücksichtigt

Gut 75 Prozent aller Menschen in Deutschland sterben im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Vergleicht man diese Zahl mit den Wünschen der Menschen, sterben 69 Prozent nicht dort, wo sie möchten.

Mehr Würde in den eigenen vier Wänden

Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher über die Sterbewünsche der Deutschen.

Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorsitzender des DAK-Vorstands.

Zu den Gründen sagen sieben von zehn Befragten, dass die gewohnte Umgebung das Sterben erträglicher mache. Die meisten finden, dass das Sterben zu Hause zudem mehr Würde mit sich bringe. „Diese Ergebnisse lassen eine ausgeprägte Skepsis gegenüber der palliativen Versorgung in Kliniken und Heimen erkennen“, sagt Professor Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Mehr Menschen sterben in Pflegeheimen

Statistiken zeigen, dass früher mehr Menschen zu Hause gestorben sind. So zeigt sich, dass vor mehr als 20 Jahren:

  • 55 Prozent zu Hause und
  • 6 Prozent im Pflegeheim starben.

In den letzten fünf Jahren hingegen starben:

  • 32 Prozent zu Hause und
  • 22 Prozent im Heim.

Der Anteil derer, die im Krankenhaus starben, ist mit gut 40 Prozent etwa gleich geblieben.

Im Krankenhaus stirbt jeder Fünfte allein

Gut jeder Fünfte hätte Angehörigen oder Freunden gewünscht, an einem anderen Ort zu sterben – viele gaben dabei das Zuhause als Wunschort an. Aufgrund ihrer Erfahrungswerte gaben die Befragten als Begründung an, dass die Sterbenden im Krankenhaus an Maschinen angeschlossen und zum Zeitpunkt des Todes allein seien. Tatsächlich spiegelt sich diese Behauptung auch in den Zahlen wieder: Allein starb:

  • im Krankenhaus jeder Fünfte
  • im Pflegeheim jeder Dritte
  • zu Hause nur knapp jeder 14.

Pflege bis zuletzt - dazu sind vor allem viele Frauen bereit

Mehr als jeder Dritte würde sich zutrauen, jemanden bis zu dessen Tod zu pflegen. Das geben vor allem Frauen mit 41 Prozent an. Allerdings ist die Antwort von der Berufstätigkeit abhängig:

  • jede dritte Frau in Vollzeitbeschäftigung und
  • jede zweite Frau in Teilzeitbeschäftigung

traut sich die Aufgabe zu. Voraussetzung sei dafür jedoch die Unterstützung von Angehörigen, Ehrenamtlichen und professionellen Helfern.

Angebot: Online Coaching für pflegende Angehörige

Unser DAK-Pflegecoach richtet sich nach Ihrem Terminkalender. Wir bieten pflegenden Angehörigen mit unserem kostenlosen Angebot ein Online-Coaching an. Unser Pflegecoach beantwortet Ihre Fragen rund um die Pflege. Dort erfahren Sie Praktisches, beispielsweise, wie Sie Pflegegeld richtig beantragen. Es wird aber auch erklärt, wie man jemanden wäscht, der nicht aufstehen kann. Der elektronische Pflegekurs im Internet bringt Ihnen all das bei, was Sie über die Pflege zu Hause wissen sollten.

Pflegereform 2017: Lesen Sie hier, was sich 2017 alles im Bereich Pflege ändert.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Oct 17 12:25:22 CEST 2016
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