So nehmen Sie Arzneimittel korrekt ein.

Arzneimittel richtig einnehmen

Tipps für Menschen mit drei oder mehr Präparaten täglich

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Nehmen Sie Medikamente? Vielleicht sogar mehrere verschiedene? Dann sollten Sie über Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gut informiert sein.

Hier einige Tipps für eine sichere und erfolgreiche Arzneimitteltherapie:

1. Medikationsplan führen

Beispiel Medikationsplan: Für eine größere Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Behalten Sie den Überblick über alle Arzneimittel, die Sie derzeit einnehmen. Der neue, bundesweit einheitliche Medikationsplan kann Ihnen dabei helfen. Dieser Plan wird von Ihrem behandelnden Arzt erstellt und bietet eine vollständige Übersicht über all die Medikamente, die sie aktuell einnehmen – verschreibungspflichtige sowie rezeptfreie.

Der Medikamentenplan ist auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums entstanden und von Ärzte- und Apothekerverbänden entwickelt worden. 2018 wird die Kontrolle noch einfacher. Dann sollen alle Verordnungen auf der elektronischen Gesundheitskarte erfasst werden.

2. Medikationsplan beim Arzt vorlegen

Nehmen Sie diesen Plan zu jedem Arztbesuch mit und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Nur so können Ihre Symptome richtig eingeordnet und die richtige Therapie vorschlagen werden.

3. Medikationsplan in der Apotheke vorlegen

Führen Sie den Medikationsplan auch mit, wenn Sie in der Apotheke Ihr Rezept einlösen oder ein Arzneimittel ohne Rezept kaufen. Gerade rezeptfreie Medikamente, die Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt kaufen, können zu risikoreichen Wechselwirkungen mit Ihren anderen Arzneien führen. Ihr Apotheker berät Sie gern hierzu.

4. Hinweise zur Einnahme beachten

Voraussetzung für eine sichere und wirksame Therapie ist, dass Sie Ihre Medikamente in der richtigen Dosierung und Häufigkeit einnehmen. Auch die Dauer der Einnahme ist entscheidend, beispielsweise bei Antibiotika. Informationen dazu finden Sie in der Packungsbeilage. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie sich unsicher fühlen.

5. Auf neue Beschwerden achten

Jedes Arzneimittel kann Nebenwirkungen haben. Außerdem können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder bestimmten Lebensmitteln auftreten. Diese sind in der Packungsbeilage aufgeführt und werden Ihnen von Ihrem Arzt oder Apotheker erklärt. Wenn bei Ihnen während der Therapie mit einem Arzneimittel neue Beschwerden auftreten, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

6. Bei Dauertherapie auf neue akute Erkrankungen achten

Wenn Sie dauerhaft Medikamente zu sich nehmen, kann sich eine akute Erkrankung wie beispielsweise ein Magen-Darm-Infekt auf die Einnahme Ihrer gewohnten Medikamente auswirken. Insbesondere, wenn Sie nicht ausreichend trinken oder essen, muss Ihre bisherige Arzneimitteltherapie unter Umständen angepasst oder unterbrochen werden. Besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

7. Gleicher Wirkstoff - anderes Medikament

Arzt und Apotheker sind in vielen Fällen gesetzlich verpflichtet, Ihnen bei gleichem Wirkstoff ein preisgünstiges Arzneimittel zu verordnen bzw. abzugeben. Es kann sein, dass Ihr Medikament anders verpackt ist oder anders aussieht. Fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, was Sie in diesem Zusammenhang beachten müssen.

8. Nachfragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben

Nicht nur Beipackzettel sind manchmal schwer zu verstehen. Auch Ärzte und Apotheker drücken sich nicht immer klar aus. Haben Sie keine Bedenken und fragen Sie noch einmal bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben – schließlich geht es um Ihre Gesundheit.

Diese Regeln, herausgegeben vom Bundesministerium für Gesundheit und weiteren Partnern, können Sie hier auch als Merkblatt herunterladen:

www.gkv-spitzenverband.de

Weitere hilfreiche Informationen hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung zusammengefasst im Merkblatt "Multimedikation: Nehme ich zu viele Medikamente ein?" (pdf, 44 KB)

Expertenrat von Apotheker Dr. Ronald Meurer

Die Einnahme von Medikamenten steigert sich in der Regel mit zunehmenden Alter. Neben der Anzahl der Arzneimittel ändert sich aber häufig auch die Wirkungsweise, da die Wirkstoffe langsamer aufgenommen werden und somit länger im Körper bleiben. Die Folge können Überdosierungen sein. Wie Sie diese durch eine korrekte Einnahme von Arzneimitteln vermeiden können, lesen Sie im Experteninterview mit Dr. Ronald Meurer, Apotheker bei der DAK-Gesundheit.

PRISCUS-Liste: ungeeignete Wirkstoffe für ältere Menschen

Je älter sie werden, desto mehr Arzneimittel müssen die meisten Menschen einnehmen. Doch viele Wirkstoffe können im Alter gefährlich werden. Einige Mittel wirken zum Beispiel stärker als beabsichtigt, weil sie nicht schnell genug abgebaut werden. Andere lösen Nebenwirkungen wie Schwindel und Stürze aus, weil der Blutdruck nicht mehr so stabil ist wie früher. Medikamente, die besonders oft Risiken für ältere Patienten bergen, sind Arzneien gegen Depressionen, aber auch einige Schmerzmittel und viele Schlaf- und Beruhigungsmittel. Für Sicherheit sorgt die so genannte PRISCUS-Liste. Sie fasst alle Arzneimittelwirkstoffe zusammen, die für ältere Menschen potenziell ungeeignet sind – eine gute Unterstützung für Ärzte aller Fachrichtungen.

Die vollständigen Liste und viele gut verständliche Informationen finden Sie auch in der Broschüre Medikamente im Alter: Welche Wirkstoffe sind ungeeignet? vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das schwarze Dreieck

Seit einiger Zeit werden einige neue Medikamente mit einem schwarzen Dreieck gekennzeichnet. Das Symbol befindet sich gut sichtbar im oberen Teil der Packungsbeilage. Damit will die EU Arzneimittel besonders gründlich überwachen. Keine Sorge: Gekennzeichnete Produkte sind nicht unsicher. Das Dreieck zeigt lediglich, dass gewisse Erfahrungswerte noch fehlen, weil das Produkt neu ist.

Wie bei anderen Arzneien gilt auch hier: sollten Sie Nebenwirkungen bemerken, sagen Sie Ihrem Arzt sofort Bescheid. Er kümmert sich um Ihre Behandlung und gibt außerdem Ihre Beobachtungen an die Behörden weiter. Ein Schritt zu mehr Transparenz und Sicherheit.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Dec 07 14:51:08 CET 2016

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