Arzneimittel auf Rezept

Was Ihr Arzt Ihnen auf welchem Rezept verschreiben kann

Mit dem sogenannten Kassenrezept von Ihrem Arzt erhalten Sie alle in Deutschland zugelassenen rezeptpflichtigen Arzneimittel, die erforderlich sind, damit Sie wieder gesund werden. Die Kosten übernimmt - bis auf die gesetzliche Zuzahlung - die DAK-Gesundheit.

Rezeptarten

Das rosa Kassenrezept

Verordnungsfähige Medikamente, die medizinisch notwendig und rezept- oder apothekenpflichtig sind, verordnet Ihr Arzt Ihnen auf einem rosa Kassenrezept. Dieses Kassenrezept ist einen Monat gültig.

Das gelbe Kassenrezept

Bestimmte Arzneimittel, etwa starke Schmerzmittel, unterliegen der sogenannten Betäubungsmittel-Verordnung. Rezepte für diese Arzneimittel sind gelb und nur sieben Tage gültig.

Das blaue Privatrezept

Behandelt der Arzt Sie als Privatpatient, erhalten Sie auch ein Privatrezept. Meistens ist es blau und Sie tragen die Kosten dafür selbst. Bei einer privatärztlichen Behandlung muss der Arzt die Arzneimittelrichtlinie nicht beachten. Auf einem Privatrezept verordnet Ihnen der Arzt auch Arznei- und Verbandmittel, die er für therapeutisch nicht notwendig hält, die Sie aber gern haben möchten. Das Privatrezept ist drei Monate gültig, es sei denn, der Arzt hat etwas anderes angegeben. Die Kosten für die privat verschriebenen Medikamente tragen Sie grundsätzlich selbst.

Das grüne Empfehlungsrezept

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel empfiehlt, verwendet er ein grünes Rezept. Diese Medikamente darf die Krankenkasse nicht bezahlen. Grüne Rezepte sind unbegrenzt gültig, da sie lediglich Empfehlungscharakter für nicht verschreibungspflichtige Medikamente haben.

verschrei­bungs­pflichtige Medika­mente

Was bedeutet "verschreibungspflichtig"?

Verschreibungspflichtige Arzneimittel sind Arzneimittel, die Ihr Arzt Ihnen auf einem Rezept verschreiben muss. Das Rezept müssen Sie in der Apotheke vorlegen, um das Medikament zu erhalten - ohne Rezept darf der Apotheker Ihnen das Arzneimittel nicht aushändigen.

Welche Medikamente darf der Arzt verordnen?

Ihr Arzt kann Ihnen grundsätzlich alle in Deutschland zugelassenen verschreibungspflichtigen Arzneimittel auf einem Kassenrezept verordnen. Allerdings muss er sich dabei an bestimmte Richtlinien halten, zum Beispiel

Ausnahmen

Es gibt jedoch auch verschreibungspflichtige Arzneimittel, die Ihr Arzt nicht per Kassenrezept verordnen darf. Das sind

  • Arzneimittel, deren Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist. Diese Medikamente hat das Bundesministerium für Gesundheit auf einer sogenannten Negativliste zusammengestellt
  • Lifestyle-Arzneimittel: Also Arzneimittel, bei deren Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht. Dazu gehören z.B.

    • Arzneimittel, die überwiegend der Behandlung der erektilen Dysfunktion oder der Steigerung der sexuellen Potenz dienen
    • Arzneimittel zur Raucherentwöhnung
    • Arzneimittel zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits
    • Arzneimittel zur Regulierung des Körpergewichts
    • Arzneimittel zur Verbesserung des Haarwuchses.

Aut Idem-Regelung

Der Begriff "aut idem" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "oder das Gleiche". Der Aufdruck "aut idem" auf Ihrem Rezept heißt, dass die Apotheke ein anderes Arzneimittel ausgeben darf als das, was namentlich auf dem Rezept steht. Das andere Arzneimittel muss

  • den gleichen Wirkstoff und
  • die gleiche Wirkstärke und
  • die gleiche Packungs(norm)größe und
  • die gleiche oder austauschbare Darreichungsform und
  • die Zulassung für ein gleiches Anwendungsgebiet haben.

Diese Regelung soll zu Einsparungen im Gesundheitswesen führen, da es häufig preisgünstige Alternativen zu teuren Originalprodukten gibt. Die Apotheke wählt dann eines der drei preisgünstigsten Alternativen zu dem auf dem Rezept genannten Medikament aus. Zusätzlich achtet die Apotheke darauf, für welche Wirkstoffe eine Krankenkasse Rabattverträge mit bestimmten Arzneimittelherstellern geschlossen hat und wählt dann das passende Medikament aus - selbstverständlich immer in der gewohnten Qualität.

Ausnahmen

In medizinisch begründeten Einzelfällen kann der Arzt durch "Kreuzen" im Sinne von Durchstreichen den Austausch durch die Apotheke verhindern. Dann erhalten Sie das Arzneimittel, was der Arzt verordnet hat. Dadurch bleibt seine ärztliche Therapiefreiheit voll erhalten, denn für die medizinisch notwendige Arzneimittel-Therapie ist er verantwortlich.

Mehrkosten vermeiden

Wenn Ihr Arzneimittel mehr kostet als der Festbetrag, kann dies zu Mehrkosten für Sie führen. Sprechen Sie deshalb Ihren Arzt darauf an, ob es eine günstigere Alternative zu Ihrem Medikament gibt.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Jan 08 09:48:27 CET 2015

Weitere Informationen

  • Medikamentenportal

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