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Zu viele Menschen in Bayern haben im vergangenen Jahr Antibiotika verschrieben bekommen: 41 Prozent hatten mindestens einmal eine solche Verordnung, bundesweit 37 Prozent. Bei einer Erkältung erwarten in Bayern drei Viertel ein Antibiotikum, wenn sich die Beschwerden nicht von selbst bessern, dabei sind die Mittel bei Erkältungen in der Regel unnötig. 30 Prozent halten sie auch bei Virusinfektionen für wirksam. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der DAK-Gesundheit, für die das Forsa-Institut mehr als 3.000 Menschen, darunter 250 in Bayern, befragte.

In Bayern erwarten mehr Menschen als im Bundesdurchschnitt ein Antibiotikum, um bei einer Erkältung rasch wieder fit für den Job zu werden (20 Prozent gegenüber 16 Prozent). „Als schnelle Helfer für Berufstätige sind Antibiotika denkbar ungeeignet. Bei Antibiotika muss ein Umdenken stattfinden. Ein Einsatz dieser wertvollen Wirkstoffe darf nur da stattfinden, wo er wirklich angezeigt ist“, sagt Sophie Schwab, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Bayern. Wer zum Arzt gehe, dürfe nicht die Erwartungshaltung haben, in allen Fällen ein Antibiotikum zu bekommen. „Wir müssen das Risiko der Resistenzbildung in den Griff kriegen, sonst fehlen uns an den entscheidenden Stellen die lebensrettenden Medikamente“, so Schwab weiter.

Häufige Wissenslücken

Über die Einsatzgebiete der Wirkstoffe sind viele Bayern nicht ausreichend informiert: 30 Prozent der Befragten denken, Antibiotika würden bei Virusinfekten wirken, 17 Prozent erhoffen sich Hilfe bei Pilzinfektionen und neun Prozent bei anderen Infekten. Dabei dienen die Medikamente nur der Behandlung bakterieller Infektionen – bei Erkältungen oder Bronchitis beispielsweise sind sie in den meisten Fällen unnötig.

Einnahme-Hinweise im Internet

Für die richtige Einnahme von Antibiotika bietet die DAK-Gesundheit im Internet ergänzende Information an: Auf www.dak.de/antibiotika gibt es auch viel Wissenswertes für Eltern, deren Kind eine entsprechende Verordnung bekommen hat.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten gesetzlichen Kassen in Deutschland und versichert 5,8 Millionen Menschen, rund 800.000 davon in Bayern.

*Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa, 8. bis 17. November 2017, 3.031 Befragte ab 18 Jahren bundesweit, davon 250 in Bayern.

Stefan Wandel

Pressesprecher

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