Baden-Württemberger haben Angst vor Alzheimer

Studie der DAK-Gesundheit: Sorge bei älteren Menschen im Südwesten größer als vor Krebs

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Jeder zweite Baden-Württemberger fürchtet sich vor Alzheimer oder Demenz. Bei älteren Menschen ist die Sorge vor dieser Erkrankung besonders ausgeprägt und erstmals größer als vor Krebs. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit in Baden-Württemberg. Insgesamt schätzen 89 Prozent der Befragten ihren gegenwärtigen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein.

Seit 2010 untersucht das Forsa-Institut für die Krankenkasse DAK-Gesundheit jeweils im November die Angst der Baden-Württemberger vor Krankheiten. Aktuell wurden landesweit rund 1.000 Männer und Frauen befragt. 67 Prozent der Befragten hat am meisten Furcht vor einem bösartigen Tumor - im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang. Direkt nach Krebs kommt mit 50 Prozent die Angst vor Alzheimer und Demenz - ein deutlicher Anstieg um fünf Prozentpunkte. Die Furcht vor einem Schlaganfall ist mit 44 Prozent etwas geringer. Einen schweren Unfall fürchten 43 Prozent der Befragten.

Im Alter wächst Sorge vor Demenz

Die Angst vor einer Tumorerkrankung ist bei den 14- bis 44-Jährigen mit 74 Prozent am größten und geht bei den älteren Menschen über 60 Jahre auf 58 Prozent zurück. Bei Demenz und Alzheimer ist das Ergebnis umgekehrt. Hier wächst die Sorge von 42 Prozent bei den jüngeren auf 60 Prozent bei den älteren Befragten deutlich an. Frauen fürchten sich mit 51 Prozent etwas mehr als Männer (48 Prozent).

Aktuell leiden in Baden-Württemberg rund 200.000 Menschen unter einer Demenz. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 verdoppeln wird. „Wir haben aber heute schon genügend Daten die zeigen, dass bei Alzheimer die gleichen Risikofaktoren gelten wie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, sagt DAK-Landeschef Markus Saur. „Übergewicht, Bluthochdruck, Bewegungsarmut erhöhen das Demenzrisiko. Wer Demenz-Prävention betreiben will, der sollte am besten schon in jungen Jahren damit anfangen. Aber auch mit 70 ist es noch nicht zu spät für geistige Herausforderungen und Pflege sozialer Kontakte - beides kann ebenfalls präventiv wirken.“

Laut aktueller DAK-Studie macht Demenz den Befragten am meisten Angst, weil die Erkrankung jeden Menschen treffen kann und weil die Betroffenen dann auf die Pflege anderer angewiesen sind. Diese Gründe nannten 74 bzw. 70 Prozent der Befragten. 47 Prozent fürchten sich am meisten vor Alzheimer oder Demenz, weil die Krankheitsfälle so stark anstiegen. 35 Prozent nannten Berichte in den Medien als Grund.

Gute Gesundheit bei 89 Prozent der Baden-Württemberger

Insgesamt schätzen 89 Prozent der Baden-Württemberger ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut bzw. sehr gut ein. Im Vergleich der Bundesländer und Regionen bewerten die Menschen in Bayern und Baden-Württemberg mit 90 bzw. 89 Prozent ihren Gesundheitszustand als besonders gut. Im Osten erklären dies nur 81 Prozent der Befragten.

Vor diesen Krankheiten haben die Baden-Württemberger am meisten Angst:

1. Krebs (67 Prozent)
2. Alzheimer / Demenz (50 Prozent)
3. Schlaganfall (44 Prozent)
4. Unfall mit Verletzungen (43 Prozent)
5. Herzinfarkt (37 Prozent)
6. Schwere Augenerkrankung, z.B. Erblindung (32 Prozent)
7. Psychische Erkrankung, wie Depression (27 Prozent)
8. Schwere Lungenerkrankung (20 Prozent)
9. Diabetes (18 Prozent)
10. Geschlechtskrankheit, wie z.B. Aids (12 Prozent)

*Das Forsa-Institut führte für die DAK-Gesundheit vom 19. Oktober bis 10. November 2015 eine repräsentative Befragung von 1.002 Männern und Frauen in Baden-Württemberg durch.

Zuletzt aktualisiert:
Nov 26, 2015

Daniel Caroppo

Pressesprecher für Baden-Württemberg

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