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Der richtige Umgang mit Schlafmitteln

Einnahmedauer, Folgen und Nebenwirkungen

Stress, Sorgen, Termin-  und Leistungsdruck bringen viele um den Schlaf. Medikamente sind dann oft die schnellste und einfachste Lösung. Fast die Hälfte der Betroffenen kaufen Schlafmittel ohne Rezept in der Apotheke oder Drogerie. 43 Prozent bekommen ein Rezept vom Arzt. Das ergab der DAK-Gesundheitsreport 2017* zum Thema Schlaf und Schlafstörungen. 

Erst den Arzt fragen, dann zu Schlafmitteln greifen

„Alle Schlafmittel, am besten auch frei zugängliche, sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden“, rät DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Viele Schlafgestörte greifen zu früh zu Medikamenten und häufig auch zu unpassenden. So kann es schon nach kurzer Zeit zu einer Abhängigkeit kommen. Bevor Sie Medikamente nehmen, versuchen Sie mit Ihrem Arzt, die Ursachen für die Schlafstörungen zu ergründen.“

DAK-Expertin Elisabeth Thomas berät zum Thema Schlafmittel.

DAK-Ärztin Elisabeth Thomas

Behandlung von Schlafproblemen: Ursachen klären

Die Abklärung von möglichen psychischen Ursachen bei Schlafproblemen steht in den Arztpraxen an erster Stelle. „Manchmal reicht es schon, wenn der Arzt über Formen und  Gründe von Schlafstörungen aufklärt und Tipps für einen guten Schlaf gibt“, so die DAK-Ärztin. „Es gibt viele unterschiedliche Arten der Schlafstörungen, abhängig von Beginn und Ursache. Schlafgestörte benötigen daher sehr individuelle Behandlungen. Oft kommen Verhaltenstherapien zum Einsatz, zusätzlich auch Medikamente.“ 

Verordnete Medikamente vom Arzt

„Medikamente können vor allem bei schweren Schlafstörungen helfen“, weiß Elisabeth Thomas. „Eingesetzt werden sie parallel zu einer Verhaltenstherapie oder anderen Maßnahmen.“ Die starken Schlafmittel, die sogenannten Benzodiazepine, sind chemisch hergestellt und auch verschreibungspflichtig. Sie eignen sich für eine bestimmte Zeit, um besser ein- und durchzuschlafen.

Es gibt auch viele freiverkäufliche Schlaf- und Beruhigungsmittel in Apotheken oder Drogerien. Wer leichte Schlafprobleme hat und nur kurz Hilfe für sehr aufregende Zeiten braucht, kann auch Antihistaminika einnehmen. Sie dienen eigentlich der Behandlung von Allergien, haben aber auch eine müde machende Wirkung. 

Schlafmittel auf pflanzlicher Basis

Eine Alternative zu chemischen Medikamenten sind pflanzliche Beruhigungsmittel. Baldrian, Hopfen oder Johanniskraut sind für die vorübergehender Einnahme zu empfehlen und können die Schlafqualität verbessern. Es dauert aber eine Weile bis pflanzliche Mittel wirken. Auch müssen sie ausreichend hoch dosiert sein. Bei längerer Einnahme sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. 

So gehen Sie mit Schlafmitteln richtig um:

  • Besprechen Sie die Einnahme immer mit einem Arzt.

  • Nehmen Sie Schlafmittel so kurzzeitig wie möglich ein und betrachten Sie sie auch nur als kurzfristige Lösung.

  • Verwenden Sie die Medikamente zielgerichtet, um ein konkretes, zeitlich absehbares Problem zu überbrücken.

  • Beobachten Sie die Nebenwirkungen genau und besprechen Sie sie mit Ihrem Arzt.

  • Nehmen Sie Schlafmittel nie zusammen mit Alkohol ein.

  • Wenn es möglich ist, nehmen Sie keine weiteren Medikamente ein. Es kommt häufig zu Wechselwirkungen der unterschiedlichen Arzneien.

Über Nebenwirkungen und Folgen der Schlafmittel informieren 

Schlafmittel können nicht nur zu einer Abhängigkeit führen, sondern haben auch erhebliche Nebenwirkungen. "Alle Schlafmittel wirken stark auf unseren Körper ein und setzen chemische Prozesse frei. Sie sollten sich und die Wirkung der Medikamente genau beobachten", so Thomas. „Dauerhaft sind Schlafstörungen am besten mit Therapien und Verhaltensänderungen in den Griff zu bekommen. Medikamente sind nur für eine absehbare Zeit hilfreich und wenn ein Arzt darüber berät."

Medikamente wie die Benzodiazepine können schon nach ein paar Wochen abhängig machen und beim Absetzen Entzugserscheinungen auslösen. Deshalb rät die Expertin, nur schrittweise in Rücksprache mit dem Arzt mit Benzodiazepinen aufzuhören. Auch rezeptfreie Schlafmittel haben Nebenwirkungen. „Viele wirken in den Tag hinein, machen müde und schränken so die Leistungsfähigkeit ein."

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten vermeiden

Auch die Wechselwirkungen habe es in sich. Mitunter verstärkt sich die Wirkung der Schlafmittel durch die Einnahme weiterer Medikamente. „Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, wenn Sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen.“ Beobachten Sie Veränderungen. Manchmal hilft es schon, die Mittel zu einem anderen Zeitpunkt einzunehmen oder eine andere Wirkstoffkombination zu wählen.

Das können Sie selbst tun bei Schlafproblemen

Treten Ihre Schlafprobleme erst seit kurzem auf? Dann versuchen Sie, Ihre Gewohnheiten und Ihren Tagesablauf zu ändern. Manchmal reichen schon Kleinigkeiten, um den Schlaf-Wach-Rhythmus wieder in den Griff bekommen:

  • Ändern Sie Rituale. Lesen Sie ein gutes Buch statt am PC oder vor dem Fernseher zu sitzen. Verzichten Sie auf den Wein oder zu fette Mahlzeiten am Abend.
  • Das richtige Schlafklima ist wichtig für den erholsamen Schlaf. Lüften Sie Ihr Zimmer. Wechseln Sie die Bettwäsche, Kissen oder Decke.
  • Bei äußeren Stressfaktoren, wie starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden oder Nachtschichten, hilft auch ein Stress-Coaching. Wir schulen Sie im bewussten Umgang mit Stress in unserem Online-Coaching "Relax@Fit".
  • Lernen Sie Entspannungstechniken. Progressive Muskelentspannung oder Yoga helfen, zur Ruhe zu kommen. Die DAK-Gesundheit bezuschusst auch Entspannungskurse wie Hatha-Yoga oder Tai Chi.
  • Nutzen Sie unser Schlaftagebuch, um die Merkmale der Schlafstörungen festzuhalten. Es ist auch hilfreich, wenn Sie einen Arzt aufsuchen.

Mehr über den Schlaf und warum er so wichtig ist, lesen Sie unter Gut und gesund schlafen.

* Die vollständige Fassung des Gesundheitsreportes ist in der Reihe "Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung" im Verlag medhochzwei erschienen und kann dort bestellt werden.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Mar 29 17:16:59 CEST 2017

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