DAK-Gesundheitsreport 2018: Rätsel Rücken

Trotz Hilfsangeboten leiden immer mehr Menschen an Rückenschmerzen / Viele lassen sich im Krankenhaus behandeln

Präventionsprogramme und Gesundheitskurse scheinen nicht zu helfen: Immer mehr Menschen haben Rückenschmerzen. Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport* nimmt die Entwicklungen unter die Lupe und zeigt: 75 Prozent aller Berufstätigen hatte im vergangenen Jahr mindestens einmal Rückenbeschwerden. Jeder Vierte hat aktuell Probleme und jeder Siebte leidet bereits chronisch an Rückenschmerzen.

Für den Report wertete die DAK-Gesundheit Daten von 2,5 Millionen Erwerbstätigen aus, befragte 5.200 Frauen und Männer zum Thema und verglich die Ergebnisse mit den Vorjahren.

80 Prozent mehr Krankenhausbehandlungen – vor allem Notfälle

Viele Betroffene gehen mit Rückenbeschwerden direkt in die Klinik. Deutschlandweit gab es 2016 mehr als 220.000 Krankenhausfälle wegen Rückenschmerzen - ein neuer Höchststand und ein Anstieg um 80 Prozent in den vergangenen neun Jahren. Fast die Hälfte wurden als Notfälle aufgenommen.

Rückenleiden: zweithäufigster Grund für Krankschreibungen

Die Krankschreibungen wegen Rückenbeschwerden bleiben auf hohem Niveau. Rückenschmerzen sind die zweithäufigste Einzeldiagnose für Fehlzeiten – hinter Infektionen der Atemwege. Etwa jeder zwanzigste Berufstätige ist deshalb mindestens einmal im Jahr krankgeschrieben.

 

Kunstvoller Aufbau: Aus 24 beweglichen und neun bis zehn starren Wirbeln besteht die Wirbelsäule. Bandscheiben, Wirbelgelenke und Bänder verbinden die beweglichen Teile.

Risikofaktoren für Rückenschmerzen

Der DAK-Report zeigt auch: An Rückenschmerzen zu leiden oder sich damit krank zu melden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören: Häufiges Arbeiten in unbequemer Körperhaltung, Termin- und Leistungsdruck sowie eine schlechte Work-Life-Balance. Krankmeldungen sind außerdem abhängig vom Alter, von der Schwere und Dauer der Schmerzen und davon, ob der Job mit Freude erledigt wird.

Was tun Betroffene gegen Rückenschmerzen? 

Die große Mehrheit versucht zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen und sich zu schonen. 61 Prozent nutzen Wärme in Form von Heizkissen, Bäder oder Sauna. 42 Prozent bewegen sich, beispielsweise bei einem Spaziergang. Jeder Dritte lebt erstmal normal weiter und rechnet damit, dass die Rückenschmerzen wieder verschwinden.

„Das sind gute Ansätze“, sagt Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Denn die meisten Rückenschmerzen sind wie Schnupfen. Betroffene sollten sich kümmern, aber nicht in Panik verfallen.“ Schonen sollten sie sich seiner Ansicht aber auch nicht. Das verstärke die Schmerzen eher noch.

Zum Arzt ging jeder Dritte. 60 Prozent davon bekamen eine Physiotherapie. 42 Prozent erhielt Schmerzmittel und fast jeder Dritte bekam eine Spritze. Bei etwa jedem Vierten wurde ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht.

Was Sie sonst noch tun können, erfahren Sie unter Erste Hilfe bei Rückenschmerzen.

Neues DAK-Angebot: Individuelles Rücken-Coaching

Die DAK-Gesundheit reagiert auf die neuen Erkenntnisse. Ab sofort können unsere Versicherten ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching nutzen. Mit Rücken@Fit erhalten Sie individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. „Das Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein“, erläutert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit: "Statt auf allgemeine Übungen setzen wir auf gezielte Anleitung und Wissensvermittlung, die genau zur jeweiligen Schmerzart und zur individuellen Lebenssituation passen."

Hotline zum Thema Rücken 

Fragen zum Thema Rückenbeschwerden beantworten auch unsere Experten am 12.4. an unserer Rücken-Hotline unter: 0800 1111 841.  

Mehr Infos, praktische Übungen und Videos finden Sie in der Rubrik Gesunder Rücken.

*Der Gesundheitsreport erscheint als Buch in der Reihe "Beiträge zur Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung" im Verlag medhochzwei und kann dort bestellt werden.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Apr 04 13:23:04 CEST 2018

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