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Internetsucht: Therapiemöglichkeiten und Abläufe

Ambulant oder stationär? Hier erklärt die DAK-Gesundheit den Unterschied

Wer unter einer Internetsucht leidet und allein keinen Ausweg findet, der kann eine Therapie und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Je nachdem, wie das persönliche Umfeld des Betroffenen strukturiert ist und wie schwerwiegend die Internetsucht ist, ist dann eine ambulante oder eine stationäre Therapie sinnvoll.

Was ist das Ziel einer Therapie gegen Internetsucht?


Unabhängig davon, ob ein Betroffener sich für eine Therapie vor Ort oder in einer Klinik entscheidet, geht es zunächst einmal darum, die Hintergründe des eigenen Verhaltens zu erkennen und zu verstehen. Mit Hilfe dieser Erkenntnis können dann gemeinsam mit den Suchtexperten Lösungswege und Verhaltensstrategien entwickelt werden. Ziel der Therapie ist es, den Internetgebrauch zu normalisieren und eine Balance zwischen „online“ und „offline“ zu finden.

Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist, dass der behandelnde Psychotherapeut auf die Behandlung von Internetsucht spezialisiert ist. Natürlich ist eine professionelle Beratung und Behandlung absolut vertraulich.

Weitere Informationen zu Therapie- und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auch in den Broschüren in unserer Mediathek unter „Krankheit und Sucht“, das Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) in Zusammenarbeit mit der DAK-Gesundheit zur Verfügung stellt.

Ambulante Therapie bei Inter­net­sucht

Was sind die Vorteile einer ambulanten Therapie bei Internetsucht?

Wer sich für eine ambulante Therapie entscheidet, um seine Internetsucht in den Griff zu bekommen, kann in der Regel in seinem gewohnten Umfeld bleiben. Dadurch können Veränderungen und Strategien, die in einer ambulanten Therapie erarbeitet werden, direkt zu Hause und im Alltag getestet werden. Meist finden die Sitzungen einmal oder auch mehrmals die Woche statt und dauern zwischen ein und zwei Stunden, sodass der Betroffene seiner Ausbildung oder seiner Arbeit weiterhin normal nachgehen kann.

Wann ist eine ambulante Therapie bei Internetsucht sinnvoll?


Eine ambulante Therapie gegen Internetsucht ist nur dann sinnvoll, wenn der Betroffene sein Problem bereits selbst erkannt hat, bereit ist, etwas zu ändern, und im besten Fall auch bereits erste Schritte unternommen hat. Außerdem ist es für den Erfolg einer ambulanten Therapie wichtig, dass der Betroffene sich zu Hause in einem unterstützenden Umfeld befindet und Eltern oder Angehörige die Therapie begleiten und ihm zur Seite stehen.

Wann eignet sich eine ambulante Therapie nicht?


Eine ambulante Therapie sollte nicht gewählt werden, wenn der Betroffene bereits zu lange und zu tief in seine Internetsucht verstrickt ist und diese weder anerkennt noch etwas an seiner Situation ändern will. Auch wenn bereits ein vollständiger Kontrollverlust über den eigenen Internetkonsum eingetreten ist oder die Situation im häuslichen Umfeld zu konfliktträchtig ist, sollte von einer ambulanten Therapie abgesehen werden. In diesen Fällen ist in der Regel eine stationäre Therapie sinnvoller.

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Stationäre Therapie bei Inter­net­sucht

Was sind die Vorteile einer stationären Therapie bei Internetsucht?


Wo eine ambulante Therapie nicht mehr in Frage kommt, weil der Betroffene schon zu lange unter Internetsucht leidet oder die Kontrolle über sein Verhalten bereits verloren hat, kann eine stationäre Therapie helfen. Die räumliche Distanz zum gewohnten Umfeld ermöglicht es Betroffenen häufig überhaupt zum ersten Mal, das problematische Verhalten zu unterbrechen. Im Verlauf der Therapie kann dann ein neuer Tagesablauf und ein besserer Umgang mit dem eigenen Internetkonsum erlernt werden.

Was muss man vor einer stationären Therapie beachten?


Wer sich in eine stationäre Therapie begeben möchte, um seine Internetsucht behandeln zu lassen, sollte wissen, dass viele Kliniken die Therapie erst beginnen, wenn der Patient bereits seit einiger Zeit abstinent ist. Nur so kann die Zeit in der stationären Therapie sinnvoll und effektiv genutzt werden, um neue Lösungsansätze und Strategien gegen die Intersucht zu entwickeln. Da eine Internetsucht ähnliche Entzugserscheinungen auslösen kann wie eine Alkohol- oder Drogensucht, kann die erste Zeit in der Klinik ansonsten kaum genutzt werden.

Wie verläuft eine stationäre Therapie bei Internetsucht?


Zunächst einmal geht es bei der stationären Therapie darum zu erkennen, welche Gefühle den Betroffenen in die Internetsucht getrieben haben, diese zu verstehen und zu benennen. Die Ursachen für das eigene Verhalten zu kennen ist eine wichtige Basis, um das Suchtverhalten zu verstehen und erfolgreich zu behandeln. Da viele Betroffene aufgrund ihrer Internetsucht soziale Kontakte in der „echten“ Welt aufgegeben haben, geht es in der Therapie auch darum, diese wiederherzustellen und soziale Fähigkeiten neu zu erlernen. Mit Hilfe der eigenen Erkenntnis und der Erneuerung der sozialen Kontakte kann dann der Umgang mit dem Internet verändert werden.

Was passiert nach einer stationären Therapie?


Auch nach einer stationären Therapie sind noch nicht alle Probleme behoben. Daher ist es wichtig, dass der Betroffene auch nach der Zeit in einer Klinik weiterhin ambulant betreut wird oder sich mit anderen Betroffenen austauscht, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe. Denn nachdem in der stationären Therapie bereits die ersten Schritte gegen die Internetsucht eingeleitet wurden, ist es nun am Wichtigsten zu lernen, mit Rückschlägen umzugehen und die Strategie aus der Therapie im gewohnten Umfeld umzusetzen.

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Das zahlt die DAK-Gesundheit

Kostenübernahme bei psychotherapeutischen Behandlungen


Als Versicherter bei der DAK-Gesundheit können Sie Ihren Therapeuten grundsätzlich frei wählen. Sie können sich von jedem psychotherapeutisch tätigen Arzt und jedem psychologischen Psychotherapeuten behandeln lassen. Voraussetzung für die Kostenübernahme einer psychotherapeutischen Behandlung ist allerdings, dass der Therapeut eine Kassenzulassung hat.

Selbsthilfegruppe als Therapiemöglichkeit bei Internetsucht

Oft hilft der Austausch mit anderen Betroffenen

Selbsthilfegruppen


Wenn man als Betroffener das Gefühl hat, dass niemand einen wirklich verstehen kann, hilft es oft, mit anderen Betroffenen zu sprechen. Da es uns wichtig ist, dass Sie die Hilfe bekommen, die Sie benötigen und die für Sie am besten ist, unterstützen wir Sie auch gern bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe oder sogar bei der Neugründung.

Themen-Special: seelische Gesundheit


Viele Informationen zu anderen psychischen Erkrankungen finden Sie auch in unserem Themen-Special zur seelischen Gesundheit.

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Zuletzt aktualisiert:
Mon Jan 02 15:30:33 CET 2017
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