Feedback

Lob und Kritik

Ihre Meinung ist uns wichtig.

Internetsucht: Häufige Fragen der Hotline

Erfahren Sie, wie Sie Warnsignale erkennen, Grenzen setzen und wo Sie Hilfe erhalten

Internetsucht: In Deutschland ist jeder zwölfte Junge oder junge Mann süchtig nach Computerspielen. Das zeigt die aktuelle DAK-Studie. Die exzessive Nutzung von Handy, Konsole, Tablet oder Rechner verursacht bei den Betroffenen massive Probleme. Viele Eltern sind besorgt und ratlos. Als Reaktion haben wir am 1. Februar eine kostenlose Telefon-Hotline angeboten.

Woran erkenne ich eine Internetsucht bei meinem Kind?

Das sagt Diplom-Psychologin Bettina Moll vom Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters: Verschiedene Warnsignale können darauf hindeuten. Da ist zum einen das Kontaktverhalten: Ist Ihr Sohn plötzlich ein Einzelgänger, der jedem Gespräch, jeder Begegnung aus dem Weg geht? Weitere Symptome können sein, dass er „Entzugssymptome“ zeigt, launisch ist oder alles ausdiskutieren möchte. Wer betroffen ist, belügt häufig sich selbst und andere über die Zeit, die er tatsächlich vor dem Rechner oder mit der Spielekonsole verbracht hat. Und es kommt bei vielen zu Versäumnissen in der Schule.

Wie kann ich Grenzen setzen und wie wichtig sind zeitliche Begrenzungen?

Das sagt die Expertin: Wichtig ist, Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Computerspielen zu vermitteln und diese nicht rigoros abzulehnen. Viele Jugendliche, vor allem Jungen, sind davon fasziniert. Es kann die Beziehung fördern, Interesse zu zeigen und wahrzunehmen, wie viel Geschick Ihr Sohn oder Ihre Tochter auch dafür braucht. Dann sollten Eltern unbedingt die Altersbeschränkungen von Games im Blick haben. Und Sie sollten das Spielen unbequem machen: Ein Rechner muss beispielsweise nicht im Zimmer stehen. Gut ist auch, alternative Freizeitbeschäftigungen anzubieten, wie Sport und Ausflüge.

Ab einem gewissen Alter sind zeitliche Begrenzungen nicht mehr realistisch, weil viele Jugendliche ja auch auf dem Handy spielen. Bei Kindern sollte man gut überlegen, ob sie einen eigenen Computer brauchen – oder ob nicht ein Familienrechner reicht, an dem die Eltern die Nutzung besser im Blick haben. Spielfreie Tage sind in der Regel sinnvoller als eine festgelegte Stundenzahl pro Tag. Und bestimmte Rituale sollten ohne Handy stattfinden, wie etwa die Mahlzeiten.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich vermute, dass mein Kind betroffen ist?

Viele Erziehungsberatungsstellen kennen sich mit dem Thema gut aus. Dann ist der Austausch mit anderen Eltern wichtig – wie sieht das bei ihren Kindern aus, wie handhaben sie es? Wichtig ist auch abzuklären, ob hinter dem Verhalten noch etwas anderes steht: Ängste, Sorgen, vielleicht sogar eine Depression? Das kommt gar nicht so selten vor.

Auskunft zu allen Fragen rund um exzessives Computerspielen gibt das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Dort ist auch eine „Sprechstunde für problematischen Mediengebrauch“ eingerichtet. Sie ist telefonisch unter 040/7410 54217 zu erreichen.

Wir haben Ihnen noch mehr Informationen zum Thema Internetsucht zusammengestellt.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Feb 02 13:50:38 CET 2017
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
1 Bewertungen mit  5.0 Sternen von 1 bis 5 Sternen