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Gesund im Urlaub: So geht's

Wie Sie diese typischen Urlaubskrankheiten vermeiden können

wieIm Urlaub krank werden? Lieber nicht... aber ab und zu passiert es leider doch. Elf Prozent der Deutschen waren 2016 im Urlaub entweder krank oder verletzt. Das ergab der Urlaubsreport der DAK-Gesundheit. Lesen Sie hier, wie Sie häufige Urlaubsbeschwerden vermeiden und Ihre schönsten Wochen des Jahres unbeschwert genießen können.

Sonnenbrand

Jeder kennt ihn und fast jeder hatte ihn schon einmal: den Sonnenbrand. Wie empfindlich ein Mensch auf die Sonne reagiert, hängt vom Hauttyp und der Sonnenbestrahlung ab. Auch äußere Umstände, wie beispielsweise die Ozonwerte, der Einfallswinkel der Sonne oder die Nähe zum Wasser, können einen Sonnenbrand in seiner Intensität beeinflussen.

Ein Sonnenbrand entsteht dann, wenn der eigene Schutz der Haut überlastet ist. Spezielle Zellen in der Haut, die sogenannten Melanozyten, geben das Farbpigment Melanin ab. Dieses Pigment färbt die Haut braun und schützt sie gleichermaßen. Bei einem Überschuss an Sonnenlicht dringen die UV-Strahlen ungehindert in die Haut ein und schädigen dort das Zellgewebe. Die Folge sind Entzündungsreaktionen der Haut, die allerdings erst nach einigen Stunden sichtbar sind.

Sonnenschutz ist das A und O zur Vorbeugung des Sonnenbrandes. Neben Sonnencreme ist die richtige Kleidung ebenfalls entscheidend. Bei extremer Hitze schützen Sonnenhüte vor Sonnenbrand. Generell ist das Eincremen ein Pflichtprogramm. Der Schutz der Augen wird oft ganz vergessen oder unterschätzt. Sonnenbrillen mit UV-Schutz sind wichtig, um Netzhautentzündungen vorzubeugen. In der Zeit von 11 bis 15 Uhr sollte man die Sonne vermeiden. Die Intensität der Sonnenstrahlen und das Risiko, einen Sonnenbrand zu bekommen, sind in dieser Zeit am höchsten. Braun wird man auch im Schatten. Die Sonnenkraft liegt dort bei 50 Prozent.

Sonnenstich

Ob Sonnenbaden im Freibad, am See oder am Strand: Oftmals liegt man ungeschützt in der prallen Sonne - ohne Kopfbedeckung und Sonnenschirm. Doch zu viel direkte Sonne kann gefährlich sein und nicht nur zum Sonnenbrand, sondern auch zum Sonnenstich führen. Viele Menschen erleiden einen Sonnenstich, wenn sie zu viel Sonne auf den Kopf oder in den Nackenbereich bekommen haben. Es kommt dadurch zu einer Irritation des Gehirns und der Hirnhaut. Die starke Hitze löst Entzündungsreaktionen aus und kann auch eine Hirnschwellung mit Steigerung des Hirndrucks zur Folge haben. Nicht die UV-Strahlen sind das Problem, sondern die Temperaturen. Die Körpertemperatur erhöht sich durch einen Sonnenstich allerdings nicht. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, wenn sie keine Kopfbedeckung tragen.

Schützen Sie sich vor der Mittagshitze. Luftige Kleidung und ein Sonnenhut schützen vor einem Sonnenstich. Um einen Hitzschlag zu vermeiden, achten sie darauf, bei hohen Temperaturen keine zu warme Kleidung zu tragen. Die Wärmeregulierung des Körpers wird sonst behindert. Besonders bei großem Schweißverlust ist es wichtig, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Und nie vergessen: Eincremen mit Sonnenschutzmittel auch im Nackenbereich!

Durchfall

An vielen Urlaubsorten ist die Qualität des Trinkwassers nicht so gut wie zu Hause. In solchen Gegenden sollte das Durstlöschen - und auch bereits das Zähneputzen - nicht mit Wasser aus der Leitung oder einer natürlichen Quelle erfolgen. Durchfallerkrankungen sind oft die Folge. Unbedenklich ist dagegen die Verwendung von industriell abgefülltem Wasser.

Trinkbar sind in aller Regel auch mit gekochtem Wasser hergestellte Getränke wie Tee oder Kaffee. Konsequentes Abkochen ist die sicherste Methode, einwandfreies Trinkwasser zu erhalten. Nach sprudelndem Kochen sind Hepatitis-A-Erreger, Bakterien und Amöben vernichtet. Verzichten Sie auf Kühlung der Getränke durch Eiswürfel, da das hierfür verwendete Wasser meist nicht abgekocht wurde.

Nahrung in Ländern mit schlechteren Hygienebedingungen sollte immer mit Vorsicht betrachtet werden. Nehmen Sie nach Möglichkeit nur frisch Gekochtes oder Geschältes zu sich. Gemüse und Früchte sollten immer gründlich gewaschen und abgespült werden.

Rohes Fleisch und rohen Fisch sowie Salate aus ungeschältem Gemüse essen Sie besser nicht. Unpasteurisierte Milch sollte ebenfalls gekocht oder vermieden werden. Ohne Bedenken können Sie zu sich nehmen:

  • alles frisch Gekochte und Gebratene wie mageres durchgebratenes Fleisch, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Suppen, auch Bohnen, Erbsen, Zwiebeln
  • schälbares Obst wie Orangen, Bananen, Mango, Ananas, Kokosnüsse
  • Tee und Kaffee
  • industriell hergestellte Softdrinks und Mineralwasser

Von Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten, Krabben, Krebsen oder Muscheln lassen Sie lieber die Finger. Auch Milchprodukte aller Art wie Frischmilch, Joghurt, Käse, Quark und Tiefkühlkost sind wegen der möglichen Unterbrechung der Kühlkette bedenklich. Verzichten Sie am besten auf:

  • rohes Fleisch, beispielsweise Tatar
  • rohen Fisch, beispielsweise Sushi oder Austern
  • rohe, kalte, abgestandene Speisen wie Schinken, Wurst, Salate
  • ölige oder fettige Speisen wie beispielsweise mayonnaisehaltiger Kartoffelsalat, Eier-Sandwiches
  • Eiswürfel, Speiseeis
  • in Plastikfolie verpackte Nahrungsmittel wie aufgeschnittene Früchte

Insektenstiche

Der Schutz vor Insektenstichen wie Stechmücken und Fliegen ist vor allem bei Fernreisen wegen der übertragbaren Krankheiten besonders wichtig. Lästigen Insekten können Sie bereits aus dem Weg gehen, wenn Sie sich von stehenden Gewässern, Gräben und Wassertonnen fernhalten. Ab Einbruch der Dämmerung bis zum frühen Morgen können Sie sich in Räumen, die vor Insekten geschützt sind, aufhalten. Wenn Sie sich im Freien aufhalten, tragen Sie am besten Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen und Strümpfe. Bekleidete Körperteile bleiben von Stichen verschont, wenn der Stoff nicht zu dünn oder grobmaschig ist. Unbedeckte Hautpartien können Sie mit Insekten abwehrenden Mitteln schützen. Nachts bieten über dem Bett angebrachte Moskitonetze den besten Schutz vor Mücken, Fliegen und anderen Insekten.

Zeckenbisse

Zwischen April und November ist Zecken-Saison. Dann ist Vorsicht geboten, vor allem beim Zelten oder Wandern in unseren Wäldern. Denn mit einem Biss können Zecken die Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose auf den Menschen übertragen. Zecken, die das gefährliche FSME-Virus in sich tragen, kommen allerdings nur in manchen Gegenden vor. Eine aktuelle Karte finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch Instituts.

Wer in gefährdete Gebiete reist und sich lange im Freien aufhält, sollte sich vor dem Urlaub impfen lassen. Wesentlich häufiger als eine FSME-Infektion ist die Lyme-Borreliose. Sie kann von Zecken nicht nur in bestimmten Regionen, sondern im ganzen Bundesgebiet übertragen werden. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung. Aber sie lässt sich, rechtzeitig entdeckt, mit Antibiotika behandeln.
Ein Tipp zur Vorbeugung: Versuchen Sie Zeckenbisse zu vermeiden, indem Sie immer Kleidung tragen, die den ganzen Körper bedeckt. Entdecken Sie dennoch eine Zecke, entfernen Sie sie sofort. Das gelingt am besten, indem Sie das Tierchen schnell herausziehen, zum Beispiel mit einer Pinzette oder Zeckenzange. Suchen Sie vorsichtshalber einen Arzt auf. Bei Fragen nutzen Sie die DAK Medizin-Hotline.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Jun 19 13:58:25 CEST 2017

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