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So fasten Sie richtig

Drei Arten, um auf Essen zu verzichten

Ein saftiges Steak mit knusprigen Pommes und Aioli – darauf müssen Sie beim Fasten vorerst verzichten. Denn bei solch einer Kur verzichtet man auf die Nahrungsaufnahme – nahezu komplett. Und das kann hart sein, besonders die ersten drei Tage sind sehr schwer durchzuhalten. Denn da dreht sich noch alles um Appetit und Hunger.
Was kann man da tun, um das Fasten nicht gleich wieder aufzugeben? „Wichtig ist, dass man gut abführt. Ansonsten beschäftigt sich der Körper mit den Rückständen, die zurückgeblieben sind. Ein gut gereinigter Darm fastet besser und das Hungergefühl bleibt aus“, erklärt DAK-Expertin Silke Willms.  

Was passiert mit Geist und Körper beim Fasten?

Ist das geschafft, kann’s auch schon losgehen. Bereits nach 24 Stunden Fasten beginnt der Körper die Fettreserven zur Energiegewinnung heranzuziehen – mangels Kohlenhydrate. Das passiert, wenn man weniger als 500 Kalorien zu sich nimmt. Dann kommt auch der Leberstoffwechsel in Schwung. „Der Nahrungsentzug senkt Blutfette und Blutdruck und befreit Muskeln und Leber von Fett. Man sollte aber auf keinen Fall eine Nulldiät machen, weil dann auch Muskulatur abgebaut wird“, erklärt DAK-Expertin Silke Willms. Angeblich soll eine Fastenkur den Körper auch von schädlichen Schlacken befreien – für die gibt’s allerdings keinen wissenschaftlichen Beweis. Außerdem nimmt man aufgrund der niedrigen Kalorienbilanz natürlich ordentlich ab. Auch seelisch soll das Fasten einiges verändern – und zwar zum Postiven: Viele Menschen fühlen sich besser, sind euphorisch und gut gelaunt. 


Wir stellen Ihnen drei Fasten-Arten vor.

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms gibt Tipps zum richtigen Fasten.

Ernährungsexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit

Fasten nach der Mayr-Kur

Sie wird auch als Milch-Semmel-Kur bezeichnet. Es gibt täglich drei altbackene (3 bis 4 Tage alt) Brötchen und einen halben Liter Milch (für Menschen die Milch nicht vertragen, eignet sich Mandelmilch, Molke oder Dickmilch). Diese teilt man sich ein, zerbröselt sie in kleinen Stückchen, von denen man dann morgens, mittags und abends isst. Und zwar ganz langsam. So lange bis jedes einzelne Teil fast flüssig ist. Dann nimmt man einen Löffel Milch zu sich, kaut wieder gründlich durch und darf die Masse runterschlucken. So erzieht man sich neben dem Verzicht auch zum bewussten, ruhigen Essen und gründlichem Kauen.
Darüber hinaus gibt’s täglich drei Liter Wasser oder Kräutertee. Außerdem notwendig: den Darm mit einer Bittersalzmischung jeden Morgen und Abend leeren. Die Milch ist während der Kur neben dem Brötchen das wichtigste Element. Sie enthält alle wesentlichen Nähr- und Mineralstoffe, Fett- und Aminosäuren – und kann so auch Fastenkrisen vorbeugen. Das altbackene Brötchen trainiert die Kaumuskulatur und die Speicheldrüsen. Außerdem hilft es, die Milch, die Lebensmittel ist zu essen und nicht zu trinken.

Fasten nach der Buchinger-Kur

Begonnen wird mit einer Darmreinigung, die mit Glauber- oder Bittersalz erfolgt. Während der fünf bis sieben Fastentage wird nur getrunken. Was genau? Gemüsebrühe, verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, Kräutertees (die mit etwas Honig gesüßt werden dürfen) und natürlich Wasser. Bei dieser Kur wird der Darm mit Einläufen gereinigt. In manchen Kliniken wird sogar bis zu 30 Tage lang gefastet. Insgesamt nimmt man nicht mehr als 500 Kalorien am Tag zu sich. Außerdem gehören zum Buchinger-Fasten noch weitere Elemente: unter anderem tägliche Leberwickel, Kneippsche Anwendungen, Entspannungsübungen und Sport. Das Problem: Die Kur lässt sich nur schwierig in den Alltag integrieren. Arbeitnehmer sollten Urlaub nehmen.

Fasten nach Hildegard von Bingen

Diese Heilfastenkur (wo Dinkel der Hauptbestandteil ist) besteht aus drei Stufen, die zusammen drei bis sechs Wochen andauern. Auch hier wird der Darm vor dem Start komplett gereinigt. In der ersten Phase nimmt man drei Mahlzeiten am Tag zu sich, die aus Obst, Gemüse und Dinkelprodukten bestehen – und zwar ausschließlich. Warum ausgerechnet Dinkel? Das Getreide soll den Kreislauf in Schwung bringen und die Durchblutung fördern. In Phase zwei heißt es dann: Bäumchen wechsel dich. An einem Tag essen und trinken Sie wie in Phase eins, tags darauf trinken Sie zweimal täglich eine Gemüse-Kräutersuppe und Fencheltee. Wenn man Stufe drei erreicht hat, ersetzt man die feste Nahrung komplett durch Flüssigkeiten. Der Ernährungsplan besteht dann nur noch aus Kräutertees, Obstsäften, Dinkelkaffe und auch Gemüsesuppen. 

Grundregeln für jede Fastenkur

„Bevor man sich für eine Fastenkur entscheidet, sollte man immer Rücksprache mit seinem Arzt halten. Denn nicht für jeden ist die eingeschränkte Form der Nahrungsaufnahme auch wirklich geeignet, besonders wenn man unter bestimmten Krankheiten leidet“, so DAK-Expertin Silke Willms. Außerdem muss der Körper langsam auf das Fasten eingestellt werden. Man darf nicht von 100 auf null schalten. Daher sind ein bis zwei Entlastungstage notwendig, in denen man leicht verdauliche, am besten vegetarische Kost zu sich nimmt. Im Alleingang sollte man höchstens zehn Tage fasten. Wer länger auf feste Nahrung verzichten will, sollte dies nur unter ärztlicher Aufsicht oder in einer Fastenklinik tun.

Was vor dem Fasten gilt, zählt auch für das Fastenbrechen. Auch wenn einem nach einem Schnitzel mit Pommes gelüstet, darf man es auf keinen Fall essen. Der Organismus muss sich wieder ganz langsam an feste Speisen gewöhnen. Daher ist es wichtig, mit leicht verdaulichen, gut gekochten Lebensmitteln zu beginnen – und das braucht mindestens drei Tage Zeit.

Ernährungsgewohnheiten dauerhaft ändern

Falls Sie dauerhaft Ihre Ernährung umstellen möchten, unterstützen wir Sie gerne. Mit dem Online-Programm Eat-Mail werden Sie über 14 Wochen das eigene Essverhalten besser wahrnehmen und verändern. Das Coaching bietet Ihnen wöchentlich neue Informationen, kleine Aufgaben und Tests, um sich mit der persönlichen Situation auseinanderzusetzen. Mit Ihren neuen Ess- und Trinkgewohnheiten können Sie Ihr Körpergewicht dauerhaft und ohne Jojo-Effekt stabilisieren oder reduzieren. Und das ganz ohne Diät!

Die DAK-Gesundheit bezuschusst unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Ernährungsberatung oder Ernährungskurse. Mehr Informationen dazu finden Sie in der Kurssuche

Zuletzt aktualisiert:
Wed Mar 29 16:49:33 CEST 2017

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