Feedback

Lob und Kritik

Ihre Meinung ist uns wichtig.

Depressionen: Spitzenreiter unter den Seelenleiden

Weit mehr als nur ein Stimmungstief

Sind Sie depressiv oder haben Sie bloß mit einem Stimmungstief zu kämpfen? Wohl jeder kennt Gefühle wie Erschöpfung, Mutlosigkeit oder auch Trauer, die sich auf konkrete Probleme zurückführen lassen und die mit der Zeit vorübergehen. Schwere Depressionen führen Betroffene dagegen in einen seelischen Abgrund, aus dem sie nur sehr schwer ohne Hilfe wieder heraus kommen.

Darum kann eine frühzeitige Diagnose und Behandlung lebenswichtig sein: Nicht behandelte schwere Depressionen üben einen unguten Einfluss auf andere körperliche Erkrankungen aus und können im schlimmsten Fall zu Suiziden führen.

Ursachen einer Depression

Im Gegensatz zu einem Stimmungstief können Depressionen unabhängig von äußeren Einflüssen wie Stress, Trauer oder Schmerz entstehen. In den meisten Fällen gibt es nicht einen einzelnen Auslöser für eine Depression, sondern mehrere unterschiedliche Ursachen:

  • Hormone: Gerät der Stoffwechsel im Gehirn aus dem Gleichgewicht, leidet der Betroffene an einer Hormonstörung. Verursachen akuter Stress und chronische Überlastung ein Ungleichgewicht der Stresshormone, kann es ebenfalls zu Depressionen kommen.
  • Erbanlagen: Je nach Veranlagung sind manche Menschen stärker für psychische Erkrankungen anfällig als andere.
  • Körper: Erkrankungen und körperliche Leiden wie Morbus Parkinson, aber auch Tumore oder eine Schilddrüsenunterfunktion können Depressionen mitverursachen.
  • Lebensumstände: Einschneidende Lebensereignisse wie der Verlust einer nahestehenden Person, Belastung durch schwere Krankheit oder Konflikte, aber auch die individuelle Lebenseinstellung eines Menschen haben einen Einfluss auf das Depressionsrisiko.
  • Medikamente: Auch Medikamente wie die Antibabypille, Cortison oder Herz-Kreislauf-Präparate können auf die Stimmung schlagen und Depressionen fördern.

Symptome einer Depression

DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff klärt auf zum Thema Depressionen

DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff

Die Anzeichen für eine Depression sind genauso zahlreich wie die Ursachen, erklärt DAK-Arzt Dr. med. Mark Dankhoff: „Einige Menschen bezeichnen sich schon dann als depressiv, wenn sie einen Moment der Niedergeschlagenheit erleben. Depressionen sind jedoch weitaus schwerwiegender als ein Stimmungstief. Sie sind eine ernstzunehmende seelische Erkrankung, die dringend behandelt werden muss.“

Als Hauptsymptome einer Depression zählen Niedergeschlagenheit, die mehr als zwei Wochen akut anhält und nicht beeinflussbar ist, Interessen- und Freudlosigkeit sowie ständige Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Betroffene können in der Regel keine positiven Emotionen mehr empfinden, fühlen sich innerlich leer oder gefühlstot, und Aufmunterungsversuche von Außenstehenden zeigen keinerlei Wirkung. Einigen fällt selbst das Aufstehen am Morgen so schwer, dass sie das Bett gar nicht verlassen können.

Neben diesen Hauptsymptomen treten bei Betroffenen zudem oft Selbstzweifel und Schuldgefühle auf - im schlimmsten Fall sogar Suizidgedanken. Aber auch körperliche Symptome können auftreten: Angstzustände und Hoffnungslosigkeit können zum Beispiel zu Appetitverlust, Schlaf- und Konzentrationsstörungen führen. Teilweise klagen Betroffene auch über körperliche Schmerzen, für die es jedoch keine organische Erklärung gibt.

Ausprägungen einer Depression

Man unterscheidet bei Depressionen zwischen vier Formen. Von einer depressiven Episode spricht man, wenn Menschen für einen begrenzten Zeitraum an einer Depression erkranken. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall relativ hoch.

Eine rezidivierende depressive Störung ist die häufigste Form der Depression. Betroffene durchleben hier immer wiederkehrende depressive Episoden, die sie sehr belasten und ihr Leben stark einschränken. Zwischen zwei depressiven Episoden können sich die Symptome zwar oft vollständig bessern, sie treten aber immer wieder auf – statistisch gesehen etwa alle fünf Jahre. Bis zu 80 Prozent der depressiven Patienten durchlaufen in ihrem Leben mehrere depressive Phasen. Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur das Wiedererkrankungsrisiko, sondern die Episoden können auch an Schwere zunehmen.

Verläuft die Depression nicht in Phasen sondern kontinuierlich, spricht man von einer chronischen Depression. Die Symptome sind hierbei meist weniger stark ausgeprägt, weswegen die Depression häufig nicht erkannt wird. Tauchen neben den depressiven auch manische Phasen auf, spricht man von einer bipolaren oder auch manisch-depressiven Störung. Hierbei wechseln die Betroffenen zwischen extremer Niedergeschlagenheit einerseits und übertriebener Euphorie andererseits.

Schnelle und flexible Hilfe mit Veovita

Zur Behandlung von Depressionen bietet die DAK-Gesundheit für alle DAK-Kunden ein exklusives Versorgungskonzept an. Mit Veovita garantieren wir Ihnen eine schnelle, flexible und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Therapie bei Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen.

Hoher Anstieg von Depressionen verzeichnet

Im Laufe ihres Lebens erkranken etwa 17 Prozent der Gesamtbevölkerung an einer Depression – Tendenz steigend. Der Psychoreport der DAK-Gesundheit weist einen hohen Anteil von Depressionen an den Ausfalltagen im Job nach: 47 Prozent der Fehltage aufgrund von psychischen Problemen wurden 2014 mit dieser Diagnose begründet. Somit rangieren Depressionen mit großem Abstand auf Platz eins der häufigsten Seelenleiden. Auch der Anstieg der Diagnose Depression ist bemerkenswert: Während im Jahr 2000 nur 37 Fehltage pro 100 DAK-Versicherte auf die Diagnosen depressive Episode und rezidivierende depressive Störung entfielen, waren es 2014 bereits 112. Die Anzahl der Fehltage hat sich also verdreifacht.

Depressionen: Je älter, desto länger krank

Mit dem Alter steigt die Zahl der Ausfalltage aufgrund von Depressionen. 2014 verursachten die Diagnosen bei den über 60-Jährigen 199 Fehltage pro 100 DAK-Versicherte. Zum Vergleich: Bei den 40- bis 44-Jährigen waren es 120 Tage, bei den 30- bis 34-Jährigen 73 Tage und bei den 15- bis 19-Jährigen nur noch 27 Fehltage pro 100 DAK-Versicherte.

Diagnose Depression: Die deutlichsten Anstiege von Fehltagen

Die höchsten Anstiege bei den Ausfalltagen aufgrund von Depressionen gibt es in der Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen Frauen mit 164 Prozent und bei den 30- bis 39-jährigen Männern mit 162 Prozent. In der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen sind die Anstiege sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern mit 91 und 68 Prozent am geringsten.

DAK-Psychoreport: Frauen sind stärker von Depressionen betroffen

Frauen werden deutlich häufiger mit Depressionen krankgeschrieben als Männer: Während bei den Frauen im Jahr 2014 bereits 144 Ausfalltage pro 100 DAK-Versicherte auf das Konto von Depressionen gingen, waren es bei den Männern nur 84 – Frauen bleiben also fast doppelt so viele Tage aufgrund einer Depression der Arbeit fern wie ihre Kollegen.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Apr 26 08:10:44 CEST 2017
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
34 Bewertungen mit  3.323529411764706 Sternen von 1 bis 5 Sternen

Weitere Informationen