Zysten am Eierstock werden häufig nur durch einen Zufall vom Arzt entdeckt

Zysten am Eierstock: Entstehung und Therapie

In den meisten Fällen sind Zysten an den Eierstöcken harmlos

Die gute Nachricht vorweg: Zysten am Eierstock sind zum Großteil gutartig. Das bedeutet, sie sind erst einmal kein Grund zur Besorgnis. Wie die Zysten am Eierstock entdeckt und behandelt werden und welche Komplikationen in Ausnahmefällen auftreten können, erklärt DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff.

Zysten am Eierstock erkennen: Ein Fall für den Frauenarzt

„Zunächst einmal versuchen Gynäkologen durch die Anamnese, also bei dem Gespräch über die individuelle Leidensgeschichte, wichtige Informationen über die Regelmäßigkeit der Regelblutung und über aktuelle oder ältere Beschwerden zu erhalten“, erklärt Mediziner Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit. Große Zysten können bei der körperlichen Untersuchung im Anschluss bereits ertastet werden. Bei einer Ultraschall-Untersuchung durch die Scheide werden Eierstock und mögliche vorhandene Eierstockzysten sichtbar. Mit dieser Untersuchungsmethode kann die Größe der Zyste ausgemessen werden, und es lässt sich auch bestimmen, um welchen Zystentyp es sich handelt. Gelegentlich wird auch eine Doppler-Ultraschall-Untersuchung verordnet, um den Blutfluss darstellen zu können. Der gibt bei unregelmäßigen Blutungen Aufschluss über verschiedene Hormone im Blut. Um betroffene Nachbarorgane zu kontrollieren, werden bei auffälligen Zystenstrukturen auch Computertomografien (CT) und Kernspintomografien (MRT) eingesetzt.

DAK-Arzt Dr. Dankhoff klärt auf zum Thema Eierstockzysten

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit zu Diagnostik und Therapiemöglichkeiten von Eierstockzysten

Therapie: Wie werden Eierstockzysten behandelt?

Funktionelle Zysten, die aufgrund einer bestimmten Hormonzusammensetzung entstehen, verschwinden meist von allein – sie kommen häufig vor und werden meist gar nicht behandelt. „Nach vier bis acht Wochen sollten die Gynäkologen die Zyste aber noch einmal zur Sicherheit kontrollieren“, sagt Dankhoff. Ist die Zyste noch vorhanden, folgt eine Hormonbehandlung. Ist diese Therapiemethode erfolgreich, werden weitere Kontrollen überflüssig. Bleibt die Zyste, sind weitere Untersuchungen nötig. Gutartige Tumore können oft mittels einer Bauchspiegelung entfernt werden. Bei bösartigen Tumoren müssen sich Betroffene auf einen operativen Eingriff einstellen.

Sind Zysten am Eierstock angeboren?

Bei der meist gutartigen Dermoidzyste handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung. Sie gehört zu der Gruppe der sogenannten Retentionszysten, die aufkommen, wenn Sekret eine Drüse verstopft. Nicht angeborene Zysten sind zum Beispiel die funktionellen Eierstockzysten. Daneben gibt es zystische Tumore an den Eierstöcken. „Wenn so ein zystischer Tumor diagnostiziert wird, heißt es zunächst einmal: Ruhe bewahren“, rät Dankhoff, denn: „Diese Tumore können mit großer Wahrscheinlichkeit gutartig sein und müssen nicht gleich Krebs bedeuten.“

Ausnahmefall: Beschwerden, wenn die Zyste platzt


Es ist zwar möglich, dass Zysten einreißen oder platzen können – allerdings sind solche Komplikationen eher selten. Platzt eine kleine Zyste, geht dies häufig gänzlich ohne Symptome einher. Bei großen Zysten können dagegen starke Schmerzen im Unterbauch auftreten. Kritisch wird es, wenn es zu Blutungen im Bauchraum kommt. Dann muss die Frau schnell operiert werden.

Zysten am Eierstock – selten kommt es zur Komplikation einer Stieldrehung


Die Zyste ist mit einem Gefäßstiel mit dem Eierstock verbunden. Löst eine ruckartige Bewegung eine sogenannte Stieldrehung aus, ist die Zyste nicht mehr mit genug Blut versorgt. Kann sich die Zyste nicht in ihre Ursprungsposition zurückdrehen, sterben Zellen ab und es treten Schmerzen auf. In diesem Fall ist eine Operation unerlässlich, da andernfalls der gesamte Eierstock absterben würde.

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Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 12 13:14:59 CEST 2016

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