Ein Wecker zeigt sieben Uhr an: Eine Stunde länger schlafen dank der Zeitumstellung auf Winterzeit.

Zeitumstellung auf Winterzeit: Auslöser für Müdigkeit und Schlafstörungen?

DAK-Gesundheit über den Taktgeber der inneren Uhr

Zeitumstellung auf Winterzeit: Wer hat denn schon wieder an der Uhr gedreht? Es ist soweit – der Winter steht vor der Tür und mit ihm gewinnen wir eine Stunde Zeit. Regelmäßig wird im Sommer und Winter die Uhr verstellt. Das bedeutet, dass sich unser Körper gleich zwei Mal im Jahr auf einen neuen Rhythmus einstellen muss. Viele Menschen leiden darunter: Wie eine aktuelle Forsa-Umfrage der DAK-Gesundheit zeigt, haben 24 Prozent gesundheitliche Probleme aufgrund der Umstellung. Warum so viele Menschen empfindlich auf die Zeitumstellung reagieren, erklärt die DAK-Gesundheit.

Zeitumstellung auf Winterzeit: Die innere Uhr gerät durcheinander


Sogenannte Uhren-Gene steuern unsere innere Uhr. Eine Aufgabe dieser Uhr ist es, uns spüren zu lassen, wann wir müde sind und wann es Zeit wird aufzuwachen. Reize aus der Umwelt können das innere Uhrenwerk beeinflussen. Die Zeitumstellung auf Winterzeit ist so ein Reiz – sie erfordert jedes Mal, dass sich der menschliche Biorhythmus neu einstellt. Wie die aktuelle DAK-Studie zeigt, empfindet das jeder Zweite als Zumutung: Demnach hält knapp die Hälfte aller Deutschen es für realistisch, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird.

Zeitumstellung auf Winterzeit: Taktgeber der Organe bleibt das Sonnenlicht


DAK-Arzt Dr. Dankhoff zum Thema Zeitumstellung auf Winterzeit

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit erklärt, was bei einer Zeitumstellung mit der inneren Uhr passiert.

Den wichtigsten Einfluss auf die innere Uhr hat die Sonne, denn ihr Licht ist der Taktgeber für unseren Grundrhythmus. So verändern sich zum Beispiel Körpertemperatur und Hormonspiegel im Wechsel zwischen Tag und Nacht und auch die Nervensensibilität schwankt: Unser Schmerzempfinden ist nachts stärker ausgeprägt als nachmittags. Bei der Zeitumstellung auf Winterzeit werden die Hell-Dunkel-Informationen über die Netzhaut der Augen eine Stunde früher an unsere körperliche Uhr übertragen. „Forschungsergebnisse belegen, dass diese Uhr in uns nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit, den Blutdruck, die Körpertemperatur und sogar den Stoffwechsel der Leber beeinflusst“, erklärt DAK-Medizinexperte Dr. Mark Dankhoff.

Verursacht die Zeitumstellung auf Winterzeit automatisch Schlafstörungen?


„Wie die Zeitumstellung auf Winterzeit vertragen wird, lässt sich pauschal nicht beantworten“, sagt Dankhoff. Zwar bringe die Zeitumstellung die innere Uhr aus dem Takt, aber nicht jeder sei deswegen gleich von Müdigkeit, Bluthochdruck, Konzentrations- und akuten Schlafstörungen betroffen. Dankhoff weist darauf hin, dass die individuelle Veranlagung und die unterschiedlichen Chronotypen, also Frühaufsteher und Langschläfer, verschieden auf die Zeitumstellung reagieren. Die Zeitumstellung auf die Sommerzeit mache zum Beispiel den Menschen, die spätvormittags aufstehen und die lange aufbleiben, den sogenannten Eulen, schwerer zu schaffen als den Lerchen, die früh aufstehen und früh zu Bett gehen.

Verstärktes Schlafbedürfnis bei Zeitumstellung auf Winterzeit


Oft klagen die Menschen über verstärkte Müdigkeit nach einer Zeitumstellung. „Besonders morgens sind viele Menschen noch recht schläfrig“, sagt Dankhoff. Die Ärzte Zeitung berichtet von einer Studie, der zufolge die Zahl der Unfallverletzten nach einer Zeitumstellung stark zunimmt. „Es stimmt“, sagt Dankhoff „dass die Organismen einiger Menschen stark auf so eine Veränderung reagieren. Da kann schon mal eine zeitweilige vegetative Störung in Form von Bluthochdruck auftreten“. Laut Dankhoff betreffe das jedoch sicherlich nicht die Mehrheit.

Wie lange dauert die Anpassung nach einer Zeitumstellung auf Winterzeit?


Die körperliche Anpassungsdauer variiert und bestimmt sich ganz individuell. Viele benötigen nur wenige Tage, bei anderen dauert die Umstellung zwei bis drei Wochen. Bei älteren Menschen ist die innere Uhr etwas anfälliger. Darum haben ältere Menschen nach einer Zeitumstellung auf Sommer- oder Winterzeit eher Schlafstörungen als die Jüngeren. Ältere Parkinson- oder Alzheimer-Patienten leiden noch verstärkt darunter.

Was tun gegen Müdigkeit nach einer Zeitumstellung auf Winterzeit?


„Bewegung, Bewegung, Bewegung“, sagt Dankhoff. Er rät, den Kreislauf anzukurbeln – und zwar am besten draußen. „Also kehren Sie Ihrem Fitnessstudio mit dem künstlichen Licht den Rücken und genießen Sie Tageslicht und Frischluft, so viel Sie können“. Das tut eigentlich immer gut – nicht nur nach einer Zeitumstellung.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Oct 27 15:03:39 CEST 2016

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