Ursachen von Zähneknirschen

Was tun gegen Zähneknirschen?

Lesen Sie hier, welche Ursachen es gibt und wie Sie Ihre Zähne schützen können

Ob umgangssprachlich Zähneknirschen oder fachsprachlich Bruxismus. Viele Menschen „beißen sich durchs Leben“  – und das lange Zeit meist unbewusst. DAK-Expertin Dr. Roschan Farhumand erklärt, wie Sie die Ursachen von Zähneknirschen bekämpfen können.

Zahnexpertin Dr. med. dent. Roschan Farhumand von der DAK-Gesundheit

Zahnexpertin Dr. med. dent. Roschan Farhumand von der DAK-Gesundheit

Zähneknirschen: Was ist das?

„Zähneknirschen ist ein zumeist unbewusstes Aneinanderreiben der Unterkiefer- und Oberkieferzähne mit relativ hohem Kaudruck“, erklärt Zahnexpertin Dr. Farhumand. Direkten Kontakt haben die Zähne von Ober- und Unterkiefer normalerweise nur beim Kauen und Schlucken (insgesamt ca. 40 Minuten pro Tag). Beim Kauen entstehen Kräfte von etwa 20-30 Newton. Das entspricht etwa 3 Kilogramm. Die beteiligten Gewebe (Kaumuskulatur, Zähne, Zahnhalteapparat, Kiefergelenke) haben zwischendurch lange Erholungszeiten zur Verfügung. Anders beim Zähneknirschen: „Hier sind die Belastungen wesentlich höher und können sogar bis zu 950 Newton über mehrere Minuten betragen (etwa 96 Kilogramm). Durch die Reibung beim Knirschen kommt es mit der Zeit zu erheblichen Abnutzungen der Kauflächen und auch zu Beschädigungen von Zahnersatz. An den Zahnhälsen können so genannte keilförmige Defekte entstehen.“ Durch das häufige und längere Anhalten des Kaudrucks entsteht eine Überlastung, bei der es zu schweren Schädigungen der Zähne und des Zahnhalteapparates und sogar Kiefergelenkserkrankungen kommen kann.

Etwa 80 Prozent aller Menschen zumindest zeitweise von solchen Symptomen betroffen sind, davon entwickeln ungefähr 15 Prozent krankhafte Befunde. In Deutschland knirschen fast 15 Prozent der Frauen und 10 Prozent der Männer. (Bundeszahnärztekammer) Besonders häufig ist die Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen vom Zähneknirschen betroffen.

Warum knirscht man mit den Zähnen?

Die Ursachen für das Zähneknirschen sind noch nicht restlos geklärt. Es gibt viele Faktoren, die dazu führen können. „Als Hauptauslöser für das Knirschen mit den Zähnen gelten psycho-emotionaler Stress und ein gestörter Zusammenbiss“, so Dr. Farhumand. 

  • Stress

    Nicht umsonst gibt es die Redensart „mal die Zähne zusammenbeißen“. Um die täglichen Herausforderungen zu meistern, kanalisieren viele Menschen ihr Gefühle der Anspannung auf zusammengepresste Lippen und Zähne.

  • Gestörter Zusammenbiss

    Wenn Füllungen, Kronen, Brücken oder Prothesen nicht richtig sitzen (typisches Beispiel: Füllung zu hoch, Frühkontakt beim Zusammenbeißen) kommt es zu Störungen im Zusammenbiss. Auch kieferorthopädische Fehlstellungen können zu Fehlbewegungen der Kiefer führen, welche das Knirschen verursachen.

Zähneknirschen im Schlaf

Während das Zähneknirschen tagsüber noch eher wahrgenommen werden kann, wissen viele Menschen gar nicht, dass sie nachts unbewusst mit den Zähnen knirschen. „Dies geschieht meist in der so genannten REM-Schlafphase (engl. rapid eye movement)“, erklärt Dr. Farhumand. Die Betroffenen pressen im Schlaf Ihre Zähne in Phasen von bis zu 20 Minuten mit einer Kraft von bis zu 950 Newton (etwa 96 Kilogramm) aufeinander. Durch diesen übermäßigen Kaudruck wachen die Knirscher dann oftmals mit Verspannungen der Kaumuskulatur auf. Diese Beschwerden können sich auch auf die Kopf- und Nackenmuskulatur ausweiten.

Zähneknirschen bei Kindern

Bei Kindern ist das Knirschen eher als normaler Verarbeitungsprozess der vielen Eindrücke und als normaler Bestandteil der Entwicklung anzusehen. „Wenn Ihr Kind also phasenweise mal mit den Zähnen knirscht, besteht daher noch kein Grund zur Sorge“, entwarnt unsere Expertin.

Was hilft gegen Zähneknirschen?

Zahnschiene gegen Zähneknirschen
Bei Schmerzen und drohenden Zahnschäden durch Zähneknirschen bieten aus Kunststoff gefertigte Schienen eine erste Hilfe. Sie werden auch „Knirscherschienen“ genannt und schützen die Zähne und das Kiefergelenk vor der Überlastung. Damit sich keine Bakterien bilden, sollten die Schienen nach dem tragen mit Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt werden. Dr. Farhumand gibt zu bedenken: „Die Zahnschienen können die Beschwerden zunächst zwar mildern, die eigentlichen Ursachen allerdings nicht beseitigen.“

Zähneknirschen: Ursachen bekämpfen

Um das Zähneknirschen langfristig abzustellen, empfiehlt Dr. Farhumand, an den dahinter liegenden Verursachern zu arbeiten. „Geeignete Maßnahmen zum Stressabbau sind das Erlernen von Entspannungstechniken, Psychotherapie und ggf. eine Änderung des Lebensstils für einen weniger belastenden Alltag.“ Die DAK-Gesundheit bezuschusst beispielsweise Präventionskurse im Bereich Stress und Entspannung mit bis zu 80 Prozent. Auch unser Stress-Coaching Relax@Fit hilft Ihnen, gesünder mit den Belastungen des Alltags umzugehen. Um aufgestauten Stress abzubauen, ist auch ausreichend Bewegung und Sport ein optimales Mittel, so können Sie Ihre Energie statt in Ihre Kaumuskeln in andere Bereiche stecken. Gerade Berufstätige sind oft auch Stress im Job ausgesetzt: Wir haben auch hier passende Anti-Stress-Strategien für Sie.

Sollte eine kieferorthopädische Ursache oder eine Fehlstellung des Zusammenbisses hinter dem Zähneknirschen liegen, kann der Zahnarzt Abhilfe schaffen. „In diesen Fällen muss der Biss wieder harmonisch gestaltet werden. Beispielsweise durch Einschleifen der Füllung, um den Frühkontakt der Zähne zu beseitigen. Oder durch eine kieferorthopädische Korrektur des Gebisses durch Zahnspangen“, so die Expertin Dr. Farhumand.

Um dem Zähneknirschen vorzubeugen, lohnt sich daher eine regelmäßige Zahnvorsorge beim Zahnarzt.

PS: Die Zahnvorsorge lohnt sich für Sie auch bei unserem Bonusprogramm!

Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 31 13:26:07 CEST 2016
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