Wechseljahre sind für viele Frauen beschwerlich

Wechseljahre: Keine Angst vor der Menopause

Hitzewallungen, Schlafstörungen, sexuelle Unlust: DAK-Ärztin Dr. Bleich erklärt, wie unterschiedlich Frauen die hormonelle Umstellung erleben

Die Wechseljahre. Mit freudigem Hurra begrüßt wohl kaum eine Frau diese unvermeidliche Lebensphase rund um die Menopause, also die letzte Regelblutung. Obwohl es um Menstruationsschmerzen und Prämenstruelles Syndrom (PMS) nicht schade ist. Tatsächlich handelt es sich um einen biologischen Einschnitt, mit dem typische Wechseljahresbeschwerden verbunden sein können – aber keineswegs müssen. Ob wir es nun wollen oder nicht: In die Wechseljahre kommt jede Frau. Die eine früher, die andere später. Angst vor der Menopause und den hormonellen Veränderungen sollte keine Frau haben. Hier erklärt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich, wie unterschiedlich Frauen die Wechseljahre erleben. 

Die Wechseljahre: Abschied und Neuanfang zugleich

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich

Dr. Susanne Bleich unterstützt als Ärztin die DAK-Gesundheit


Auch wenn Sie sich keine (weiteren) Kinder wünschen: Der allmähliche Abschied von der Fruchtbarkeit in den Wechseljahren kann wehmütig machen. Das individuelle Empfinden der Wechseljahre (Fachbegriff: Klimakterium) ist ganz unterschiedlich. Unabhängig von körperlichen Symptomen – die sich oft mildern lassen – rät DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich, die Menopause als wichtigen Lebensabschnitt anzunehmen und sich bewusst für Neues zu öffnen: neue Lebensziele, neue Aufgaben. „Falls Sie Nachwuchs haben, der jetzt flügge wird, ist die Zeit reif für ein neues Hinwenden zu Ihren Interessen und nicht zuletzt zum Thema Partnerschaft.“ 

Was geht in den Wechseljahren in meinem Körper vor?

 

Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Mit dem 40. Lebensjahr sind schon so viele der bereits bei der Geburt im Körper angelegten Eizellen verbraucht, dass immer seltener welche heranreifen. Deshalb wird in der Prämenopause auch weniger Östrogen gebildet. In der Folge nehmen die Eisprünge weiter ab und es wird weniger Gestagen produziert. Bei der Menopause sind Frauen im Schnitt 50 Jahre alt. Es folgen die ein- bis zweijährige Perimenopause sowie bis zum 65. Lebensjahr die Postmenopause, in der der Körper praktisch keine Östrogene mehr herstellt. 

Erste Symptome der Menopause: Bin ich schon in den Wechseljahren?

 

Bei Frauen, die nicht die Pille nehmen, sind die ersten Anzeichen für die Wechseljahre unregelmäßige Zyklen oder auch besonders starke oder lange Monatsblutungen. Zu diesem Symptomen für die Menopause kommen Beschwerden wie geschwollene und schmerzende Brüste oder Schlaflosigkeit hinzu. Wechseljahresbeschwerden, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen, hat etwa ein Drittel der Frauen. Das heißt aber auch: Das Gros der Frauen erlebt die Wechseljahre in einer milderen Form. Ein Drittel leidet unter leichten bis mäßigen Wechseljahresbeschwerden, ein weiteres Drittel kommt durch die Zeit des Umbruchs fast ohne sie überhaupt zu bemerken. 

Typische Wechseljahresbeschwerden

 

Typische Beschwerden in den Wechseljahren sind: 

  • Zyklusstörungen. Dazu können auch bisher nie gekannte Probleme vor Regelbeginn gehören, etwa Kopfschmerzen, Brustspannen oder Reizbarkeit.
  • Hitzewallungen. Das plötzliche Hitzegefühl an Gesicht, Hals und Oberkörper wird von Hautrötungen und Schweißausbrüchen begleitet und kann mehrfach pro Woche, aber auch nahezu stündlich vorkommen.

  • Unruhe, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit. Da die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren die Abfolge im zentralen Nervensystem stört und das stimmungsaufhellende Östrogen fehlt, kann das seelische Gleichgewicht ins Wanken geraten.

  • Schlafstörungen

  • Aufmerksamkeits- und Gedächtnisschwächen

  • Rückgang von Libido und Lustempfinden, Scheidentrockenheit 

Häufig bringen die Jahre um die Menopause eine leichte Gewichtszunahme mit sich, vor allem an Bauch, Schenkeln und Po. Auch Haarausfall und verstärkter Haarwuchs im Gesicht sind möglich. 

Achten Sie auf sich – besonders in den Wechseljahren

 

Dass es die Wechseljahre sein könnten, ist kein Grund, es an Aufmerksamkeit gegenüber ungewohnten körperlichen Zuständen fehlen zu lassen: „Bei unregelmäßigen oder starken Blutungen, Zwischenblutungen oder auch Herzrasen unabhängig von Hitzewallungen sollten Sie sicherheitshalber Ihren Gynäkologen oder Hausarzt zu Rate ziehen“, empfiehlt Dr. Bleich. Nur so können andere Krankheiten als Ursache ausgeschlossen werden.

Wie komme ich am besten durch die Wechseljahre?

 

Für körperliche, psychische und mögliche sexuelle Probleme in den Wechseljahren ist Ihr Frauenarzt der richtige Ansprechpartner. Wechseljahresbeschwerden sind nichts, was Sie tatenlos hinnehmen müssen. Es muss längst nicht immer gleich eine Hormontherapie sein.

Entspannt durch die Wechseljahre – 5 Tipps und Tricks für Sie 


Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen – Frauen in den Wechseljahren erleben die Menopause völlig unterschiedlich. Mit unseren fünf Tipps und Tricks kommen Sie entspannt durch die Wechseljahre.

1. Kampf den Hitzewallungen

 

Lassen Sie soweit wie möglich weg, was Sie noch mehr in Wallungen bringt: Kaffee, Alkohol, heiße Getränke und Speisen, Hitze, Stress ... Eine niedrigere Raumtemperatur, dünneres Bettzeug und Kleidung nach dem Zwiebelschalenprinzip kann in den Wechseljahren hilfreich sein. Auch gut: die Blutgefäße mit Wechselduschen trainieren. 

2. Fit und ausgeschlafen in den Wechseljahren

 

Gewöhnen Sie sich an regelmäßige körperliche Betätigung: Walking, flotte Spaziergänge oder eine andere Sportart, die Ihnen Freude macht. Jeden Tag 30 Minuten wäre optimal. So schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Hitzewallungen werden reduziert, das Wohlbefinden erhöht, Sie schlafen besser – oft ein Thema in den Jahren um die Menopause – und schneiden auch auf der Waage besser ab. Weitere Tipps zu Bewegung und Sport sowie zu Schlaf finden Sie in unseren jeweiligen Rubriken. 

3. Für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit

 

Was pusht Ihre Stimmung und hilft Ihnen, Ihr seelisches Gleichgewicht wiederzufinden? Darauf hat jede Frau ihre eigene Antwort. Horchen Sie in sich hinein, experimentieren Sie – zum Beispiel mit Entspannungsübungen, Musik, dem berühmten guten Buch, einem kreativen Hobby wie Malen oder Nähen … Für diverse Präventionskurse zu Entspannung und Stressbewältigung übernimmt Ihre DAK-Gesundheit den Großteil der Kosten. Oder vielleicht ist ja unser Online-Coaching „Smarter leben“, in dem es um die Balance zwischen Familie, Beruf und Freizeit geht, etwas für Sie? 

4. Action für den Geist in den Wechseljahren


Nicht nur Ihr Körper, auch Ihr Geist will fit und aktiv gehalten werden. Lesen, Rätseln oder Gesellschaftsspiele sind dafür weit besser geeignet als Ihre Lieblingssoap im Fernsehen. Hätten Sie Lust auf einen Sprach- oder Computerkurs? Auch durch soziale Kontakte aller Art – mit Freunden, Kindern, Vereinskollegen, Nachbarn … – bleibt der Geist jung und beweglich.

5. Wechseljahre und sexuelle Unlust

 

Die Sexualität der Frau verändert sich während der Menopause. Viele Frauen verspüren sexuelle Unlust. Achten Sie besonders darauf, was Ihnen guttut, sprechen Sie offen mit Ihrem Partner. „Ein längeres Vorspiel, Gleitgel oder auch östrogenhaltige Mittel, die lokal angewendet werden, wirken sich oft sehr positiv aus“, so DAK-Expertin Dr. Bleich. Fakt sei, dass die An- und Entspannung durch sexuelle Stimulation ausgeglichen mache und zudem Stoffwechsel und Hormonproduktion anrege – sehr willkommen in den Wechseljahren. Wichtig aber auch: „Setzen Sie sich nicht unter Druck.“ 

Hormontherapie in den Wechseljahren

 

Bei einer Hormonersatztherapie, kurz HET oder HRT für „Hormon Replacement Therapy“, wird der in den Wechseljahren entstehende Hormonmangel künstlich ausgeglichen, um Wechseljahresbeschwerden entgegenzuwirken. Die Präparate dazu gibt es als Tabletten, Gel, Creme, Zäpfchen, Pflaster, Nasenspray und als Spritze. Vor einer Hormontherapie wird die Patientin vom Gynäkologen umfassend untersucht, befragt und beraten. Eventuell wird per Blutabnahme der Hormonspiegel bestimmt. Arzt und Patientin wägen gemeinsam Nutzen und Risiko einer HET ab, nach dem Motto: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. In der Diskussion sind etwa durch Hormontherapie erhöhte Risiken für Brustkrebs und für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 

Alternative Behandlung und Naturheilverfahren gegen Wechseljahrsbeschwerden

 

Einige alternative Behandlungsmethoden und Naturheilverfahren können sich zumindest bei leichten Wechseljahrsbeschwerden positiv auswirken, etwa die Phytotherapie mit pflanzlichen Östrogenen sowie die Traditionelle Chinesische Heilmedizin (TCM). Bis man eine Besserung bemerkt, kann es allerdings einige Zeit dauern. Achtung: Über Risiken und Nebenwirkungen einer Langzeiteinnahme von Phytoöstrogenen ist bisher wenig bekannt. 

Verhütung: Kann man in den Wechseljahren schwanger werden?


Verhütung – jetzt noch? „Die Aktivität der Eierstöcke kann in den Wechseljahren stark variieren“, weiß Dr. Susanne Bleich. Auch nach Monaten ohne Periode können wieder regelmäßige Zyklen einsetzen, eventuell auch mit Eisprung. Eine Schwangerschaft in den Wechseljahren ist demnach durchaus noch möglich. Wenn Sie weder hormonell verhüten (zum Beispiel mit der Pille oder einer Hormonspirale) noch eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden machen, kann nach Absprache mit dem Frauenarzt Verhütung meist wegfallen, sobald Sie ein Jahr lang keine Periode mehr hatten. Gewissheit bringen auch Blutuntersuchungen im Abstand von einigen Wochen, die jedoch keine Kassenleistung sind. Bei hormoneller Verhütung wird empfohlen, dies bis zum 51. Lebensjahr fortzusetzen. Ihr Frauenarzt berät Sie zu diesem wichtigen Thema ganz individuell.

Gesundheit und Wechseljahre

 

In den Wechseljahren steigt das Risiko für Knochenbrüche – Osteoporose (Knochenschwund) betrifft ab dieser Zeit in unterschiedlichem Maße fast alle Frauen. „Entgegenwirken können Sie mit einer gesunden Lebensweise. Auch die Einnahme von Kalzium und Vitamin D kann sinnvoll sein“, weiß Dr. Bleich. Wichtig sei es, diejenigen Faktoren für Osteoporose zu minimieren, die von der Menopause unabhängig sind: Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Alkohol und Untergewicht. In den Wechseljahren werden Frauen zudem anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Gerade jetzt gilt es, Kriterien wie Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Diabetes, Fettleibigkeit, Bluthochdruck und familiäre Vorbelastung nicht zu unterschätzen“, appelliert die DAK-Expertin.

Zurück zur Übersichtsseite

Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 12 13:14:59 CEST 2016

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang