Wenn unsere Verdauung nicht richtig funktioniert, fühlen wir uns unwohl und unausgeglichen

Wie funktioniert die Verdauung?

Hier erklärt DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms, wie unser Körper die Nahrung verarbeitet

Der Darm hilft uns bei der Verdauung aller Lebensmittel, die wir zum Leben benötigen. Dabei hat er die wichtige Aufgabe die Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen, um alle Funktionen des menschlichen Körpers zu sichern. Unsere DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms erklärt, was bei der Verdauung genau passiert. 

Was ist Verdauung?

Die Nahrung wird vom Körper zur Energiegewinnung sowie zum Aufbau und zur Reparatur der Körpermasse verstoffwechselt. Dafür wird durch die Verdauung im Magen und Darm die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt. Die DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms erklärt: „Kohlenhydrate werden in Einfachzucker gespaltet, Eiweiße werden zu Aminosäuren und Fette zu Fettsäuren und Glyceriden. Ballaststoffe werden nicht gespalten. Die anderen Nährstoffe werden jedoch so klein gespalten, bis sie über den Darm in Blut und Lymphe aufgenommen werden können.“ Diesen Vorgang nennt man Verdauung. 

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms erklärt worauf wir bei unserer Verdauung achten sollten

Ernährungsexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit

Wie genau funktioniert die Verdauung?

Die Verdauung beginnt bereits im Mund, wo die Lebensmittel gut zerkaut und zerkleinert werden. Danach werden sie mit Speichel und Magensäure vermischt zu einem flüssigen Speisebrei. Dieser passiert dann den Weg über den Magen in den Zwölffingerdarm. Dieser etwa zwölf Finger lange Darmteil ist der erste Teil des Dünndarms und gut durch seine „C“-Form zu erkennen. Dort werden Gallenflüssigkeit und Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse zum Speisebrei hinzugefügt und Fette schon mal grob gespalten. Im Zwölffingerdarm werden hauptsächlich Mineralien und Spurenelemente aus der Nahrung freigesetzt.

Im Verlauf des Dünndarms kommen noch weitere Verdauungsenzyme zum Einsatz, so dass die Nährstoffe nach und nach in ihre kleinsten Bausteine gespalten und über die Darmzellen in Blut und Lymphe aufgenommen werden. Im mittleren Dünndarm sind dies vor allem wasserlösliche Vitamine, Eiweiß und Kohlenhydrate, im unteren Dünndarm die fettlöslichen Vitamine, Fett und Cholesterin.

Die aus der Nahrung aufgenommenen Ballaststoffe werden nicht in diesem Sinne verdaut. „Sie sind aber für die Darmbakterien und Darmflora sehr wichtig“, erklärt Silke Willms. Die Ballaststoffe gehen daher direkt in den Dickdarm weiter. Dieser entzieht noch die letzten Nährstoffe in Form von Wasser und Mineralien aus dem Speisebrei. Was übrig bleibt sind die Abfallprodukte aus der Nahrung – der Stuhl. Dieser verbleibt im Mastdarm, bis er über den Analkanal ausgeschieden wird. 

So wird der Darm geschützt

Der Darm ist sehr empfindlich. „Da die Nahrung durch Anreicherung mit Magensäure allerdings sehr aggressiv ist, produzieren die Becherzellen in Magen und Darm regelmäßig einen zähen zusammenhängenden Schleim“, erklärt die DAK-Expertin Silke Willms. „Diese Schleimhaut schützt die Magen- und Darmwand und sorgt dafür, dass die Nahrung ungehindert durch langsame Wellenbewegungen weiterrutschen kann, ohne den Darm zu beschädigen.“ Auch die Bauchspeicheldrüse hilft mit Sekreten, den sauren Speisebrei zu neutralisieren, bevor er in den Darm gelangt. Dort werden dem Speisebrei die Nährstoffe entzogen und er wird zu einer festen Stuhlmasse geformt. Wenn der Stuhl letztlich am Ende des Verdauungstraktes im Enddarm ankommt, wird er durch einsetzende Kontraktionsbewegungen des Darmmuskels am Analkanal und gleichzeitiger Erschlaffung des Schließmuskels ausgeschieden. 

Verdaute Nahrung: Wissenswertes über Stuhl und Fäkalgeruch

Die Art der Ernährung und auch die Gesundheit des Darms bestimmen, was nach der Verdauung als Stuhl wieder ausgeschieden wird. Proteinhaltige Nahrung bleibt lange im Darm. Ihr wird daher viel Wasser entzogen, weshalb der Stuhl schwer und hart wird. Ist die Nahrung dagegen sehr ballaststoffreich, werden größere Stuhlmengen produziert, da die Ballaststoffe nicht verdaut werden und den Darm schnell passieren. Die Ballaststoffe binden viel Wasser an sich, daher quellen sie auf und erreichen ein größeres Volumen. „Dadurch haben sie die außerordentlich positive Fähigkeit auch nicht verwertbare Stoffwechselrückstände wie z.B. überschüssiges Cholesterin an sich zu binden und mit nach außen zu nehmen“, erklärt die Ernährungsexpertin. Der Stuhl besteht zu 25 Prozent aus unverdaulichen Nahrungsresten und zu 20 Prozent aus Bakterien, die sich im  Darm gebildet haben. Über die Hälfte des Stuhls besteht zudem grundsätzlich aus Wasser, damit er leichter transportiert und ausgeschieden werden kann. 

Wussten Sie schon,…

…dass der Dünndarm 4 bis 5 Meter lang ist?

…dass der Dickdarm circa 1,5 Meter lang ist?

…dass ein Mensch in seinem Leben im Durchschnitt 20 Tonnen Nahrung verdaut? Das entspricht in etwa 5 Elefanten.

…dass wir in einer Stunde so viel Energie brauchen, wie eine 100 Watt Glühbirne? Und diese ziehen wir uns über den Darm aus den Nährstoffen unserer Nahrung.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 14:09:50 CEST 2016

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