Die Unfruchtbarkeit der Frau kann viele Ursachen haben, häufig sind die Gründe jedoch psychischer Art

Unfruchtbarkeit der Frau: Fast jedes zehnte Paar ist ungewollt kinderlos

DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Die Diagnose „Unfruchtbarkeit der Frau“ oder auch nur der Verdacht darauf ist für viele Frauen mit Kinderwunsch ein großer Schock. Die Ursachen dafür sind häufig psychisch, können aber auch körperlicher Art sein. Doch auch nach solch einem schlimmen Befund gibt es für Betroffene Lichtblicke.

Ursachen und Gründe für die Unfruchtbarkeit der Frau

Je jünger eine Frau ist, desto mehr Eizellen produziert ihr Körper und desto leichter ist es normalerweise für sie schwanger zu werden. Trotzdem kann eine Frau unter den falschen Umständen in jedem Alter von Unfruchtbarkeit betroffen sein. „In vielen Fällen ist die Unfruchtbarkeit dabei vor allem eine Schutzreaktion des Körpers, weil dieser zum bestehenden Zeitpunkt zu keiner komplikationsfreien Schwangerschaft fähig ist“, erklärt DAK-Mediziner Dr. Mark Dankhoff. Die Ursachen dafür können vielfältig sein, sind aber meistens psychischer Art. Etwa, wenn die Frau sich durch den eigenen Schwangerschaftswunsch zu sehr unter Druck setzt oder wenn sie beispielsweise beruflich mit großem Stress zu kämpfen hat. Wenn die Unfruchtbarkeit durch psychische Probleme ausgelöst wird, ist sie oft nur temporär und kann wieder verschwinden, wenn sich die stressauslösenden äußeren Umstände verändern.

DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt die Ursachen und Therapieansätze bei Unfruchtbarkeit der Frau

Dr. Mark Dankhoff, Arzt der DAK-Gesundheit

Körperliche Ursachen für die Unfruchtbarkeit bei der Frau

Neben den psychischen Ursachen kann die Unfruchtbarkeit auch durch körperliche Probleme ausgelöst werden, wie zum Beispiel eine angeborene Fehlbildung oder in Folge von Entzündungen. Außerdem spielt die Lebensweise der betroffenen Frau eine entscheidende Rolle: So haben unter anderem übermäßiger Alkohol- und Nikotingebrauch, Umweltgifte, großes Unter- oder Übergewicht, die falsche Ernährung oder intensiver Leistungssport einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Unfruchtbarkeit durch Geschlechtskrankheit

In einigen Fällen kann eine Unfruchtbarkeit auch durch die Geschlechtskrankheit Gonorrhö, umgangssprachlich auch Tripper, oder durch eine Chlamydien-Infektion ausgelöst werden. Beide Krankheiten können sich lange und unbemerkt im Körper ausbreiten, weil ihre Symptome gelegentlich zunächst nicht spürbar sind und dadurch schlimme Langzeitfolgen wie zum Beispiel Unfruchtbarkeit verursachen können. Schützen kann sich eine Frau davor vor allem, indem sie beim Geschlechtsverkehr darauf besteht, dass ihr Partner ein Kondom verwendet, sowie durch regelmäßige Untersuchungen bei ihrem Frauenarzt.

Unfruchtbarkeit nach Abtreibung

Ein klinisch und legal durchgeführter Schwangerschaftsabbruch führt nur noch in seltenen Fällen zu einer Unfruchtbarkeit der betroffenen Frau. Grundsätzlich kann ein Abbruch aber eine Unfruchtbarkeit auslösen, wenn bei dem Eingriff die Gebärmutter verletzt wurde oder wenn während des Heilungsprozesses die Eierstöcke verkleben. Aber DAK-Mediziner Dr. Mark Dankhoff kann beruhigen: „Aufgrund der modernen Methoden, mit denen Abtreibungen heute durchgeführt werden, kommt es nur noch sehr selten zu diesen Komplikationen.“

Was ist der Unterschied zwischen Sterilität und Infertilität?

Die Begriffe Sterilität und Infertilität gehören beide in den Kontext der Unfruchtbarkeit. Sterilität ist dabei gleichbedeutend mit Unfruchtbarkeit und beschreibt die Unfähigkeit einer Frau, ein Kind zu empfangen, und die Unfähigkeit eines Mannes, eine gebärfähige Frau zu befruchten. Von Unfruchtbarkeit bzw. Sterilität bei der Frau spricht man, wenn der Eisprung ausbleibt und eine Schwangerschaft trotz regelmäßigen und ungeschützten Geschlechtsverkehrs auch nach über einem Jahr nicht auftritt. Infertilität hingegen beschreibt das Unvermögen einer Frau, ein Kind lebend auszutragen. Beim Mann wird dieser Begriff identisch zur Sterilität/Unfruchtbarkeit verwendet.

Was tun gegen Unfruchtbarkeit der Frau?

Die Unfruchtbarkeit bzw. Fruchtbarkeit einer Frau kann Schwankungen und Veränderungen unterliegen, vor allem im Zusammenhang mit ihrer seelischen und psychischen Verfassung. Eine Besserung lässt sich in diesen Fällen oft herbeiführen, wenn sich die stressverursachende Situation der Betroffenen verändert. Wenn eine Unfruchtbarkeit organische Ursachen hat (zum Beispiel Fehlbildungen), kann diese hingegen meist nur mit ärztlicher Hilfe behandelt werden.

Zunächst einmal muss daher herausgefunden werden, wodurch die Unfruchtbarkeit ausgelöst wird. Dafür sind ein ausführliches Gespräch mit einem Arzt sowie verschiedene gynäkologische Untersuchungen notwendig. Im Rahmen des Gespräches wird zunächst die medizinische und gesundheitliche Vorgeschichte der Frau geklärt, sodass eine mögliche Verbindung zwischen früheren Krankheiten, Operationen, der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs oder weiteren Faktoren ausgeschlossen werden kann. Wenn in diesem Gespräch keine Auffälligkeiten festgestellt werden, können verschiedene gynäkologische Untersuchungen sowie bildgebende (Ultraschall) und operative Untersuchungen (Gebärmutterspiegelung, Bauchspiegelung) herangezogen werden, um den Eisprung der Frau zu überprüfen.

Der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch muss aber nicht unbedingt bei der Frau liegen. Statisch gesehen ist bei ungewollt kinderlosen Paaren die Wahrscheinlichkeit unfruchtbar zu sein, zwischen Frau und Mann gleich groß. „Es ist daher unumgänglich, dass sich auch der Mann gründlich untersuchen lässt“, erinnert Dr. Mark Dankhoff.

Künstliche Befruchtung trotz Unfruchtbarkeit der Frau

Wenn die Unfruchtbarkeit der Frau nach einer gründlichen Untersuchung festgestellt wurde und die Ursachen nicht durch sie selbst beeinflussbar sind, gibt es vor allem zwei Therapiemöglichkeiten:

  • eine hormonelle Behandlung, wenn die Ursache der Unfruchtbarkeit auf hormonelle Störungen zurückzuführen ist
  • oder eine künstliche Befruchtung mit der In-vitro-Fertilisation (IVF), wenn die Ursache ein Eileiterverschluss oder eine Antikörperbildung der Frau gegen die Spermien des Partners ist.

Wenn der unerfüllte Kinderwunsch ausschließlich oder ebenfalls auf die Unfruchtbarkeit des Mannes zurückzuführen ist, gibt es noch weitere Therapiemöglichkeiten, bei denen in erster Linie bei der Untersuchung und Behandlung der Spermien angesetzt wird, wie zum Beispiel die Samenübertragung oder die intracytoplasmatische Spermieninjektion.

Zurück zur Übersichtsseite

Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 12 13:14:59 CEST 2016

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang