Nur traurig oder depressiv? Bestimmte Hinweise deuten auf eine Depression

Psychische Erkrankungen: Anzeichen einer Depression erkennen

Nicht mehr bloß traurig – wenn Niedergeschlagenheit krank macht

Jeder Mensch ist mal traurig oder kennt das Gefühl von Niedergeschlagenheit – gleichzeitig wissen wir auch, wie sich Glücksgefühle anfühlen. Wann aus einer tiefen Traurigkeit eine Depression wird, ist nicht unbedingt leicht zu erkennen. Aber es gibt bestimmte Hinweise, auf die Sie achten können.

Nicht mehr bloß traurig: Anzeichen einer Depression erkennen


Bestimmte Anzeichen deuten auf eine depressive Erkrankung hin. Wenn Sie selbst oder Personen in Ihrem näheren Umfeld erstens dauerhaft gedrückter Stimmung sind und zweitens keinerlei Interessen mehr haben und zugleich freudlos erscheinen und Sie drittens Antriebsmangel und Ermüdbarkeit erkennen, könnten dies Anzeichen einer Depression sein. Die Bundesärztekammer gibt an, dass eine Depression vorliegen könnte, wenn zwei dieser drei Anzeichen länger als zwei Wochen anhalten.

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich weiß, wie sich Depressionen von normaler Traurigkeit abgrenzen

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich zum Thema Depressionen

Beschwerden, die auf eine Depression hinweisen


„Depressionen sind vielschichtig und können sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise zeigen“, sagt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich. Manche Menschen leiden nicht ausschließlich seelisch, sondern auch körperlich. Diese Beschwerden können zu den oben genannten Anzeichen dazukommen:

  • schlechtere Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit
  • weniger Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle und ein Gefühl der Wertlosigkeit
  • Zukunftsängste und „Schwarzsehen“
  • Schlafstörungen
  • Appetitstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopfschmerzen oder andere Schmerzen
  • Herzrasen oder Schwindel
  • Luftnot oder ein Druckgefühl im Brust- und Halsbereich
  • Suizidgedanken

Der Zwei-Fragen-Test kann Aufschluss geben


Beantworten Sie die beiden folgenden Fragen mit Ja, wäre es ratsam, sich an einen Arzt oder Psychotherapeuten zu wenden:

  • Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos?
  • Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst immer gerne tun?

Verdacht auf Depression: Was passiert bei einer Untersuchung?


Wie läuft eine Untersuchung bei Verdacht auf Depression ab? „Ein Arzt oder Psychotherapeut wird die betroffene Person zunächst einmal in einem intensiven Gespräch befragen“, erklärt Bleich. „Eventuell bittet der Arzt oder Therapeut auch darum, einen Fragebogen auszufüllen.“ Dieser Teil der Untersuchung heißt diagnostisches Gespräch und ist die wichtigste Methode, um herauszufinden, ob eine Depression vorliegt, wenn ja, wie schwer die Erkrankung ist oder ob es sich vielleicht doch nicht um eine Depression handelt. Ehrlichkeit ist bei diesem Gespräch besonders wichtig. Je ehrlicher Sie antworten, desto besser kann die anschließende Einschätzung des Mediziners erfolgen und desto größer ist somit die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung.

Wie wird eine Depression behandelt?


Für eine Behandlung können Medikamente oder psychotherapeutische Verfahren eingesetzt werden. Ein genauer Therapieplan ergibt sich aus der Krankengeschichte der Patienten und den persönlichen Wünschen und Vorstellungen. „Die Behandlungsmöglichkeiten bei einer Depression sind vielfältig und in sehr vielen Fällen auch erfolgreich“, macht Bleich den Betroffenen Mut.


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Zuletzt aktualisiert:
Thu Oct 29 12:49:56 CET 2015

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