Adipositas: Der konservative Therapieansatz fußt auf Ernährungs-, Bewegungs- und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen

Therapie: Wie wird Adipositas behandelt?

Mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensprogrammen gesund werden

Welche Therapie gibt es für adipöse Patienten? Kurzfristige Diäten und Medikamente zeigen in Langzeitstudien wenig Wirksamkeit. Viele Betroffene leiden jahrelang unter Gewichtsproblemen – gibt es keine Maßnahmen zur langfristigen Gewichtsstabilisierung, sind Rückfälle nahezu garantiert. Erfolgsversprechender ist eine individuell abgestimmte Ernährung, begleitet von regelmäßigen Bewegungseinheiten. Genauso wichtig ist in diesem Rahmen die Unterstützung durch eine Selbsthilfegruppe und verhaltenstherapeutische Assistenz.

Behandlung Adipositas: Was sind multimodale Therapien?

Multimodal bedeutet, dass die Therapie nicht nur auf das Gewicht oder die Essgewohnheiten abstellt. Multimodale Therapien setzen auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig an. Das erhöht die Chancen, den Gesundheitszustand dauerhaft zu verbessern und das Gewicht zu reduzieren. Patienten mit einem BMI über 30 sowie Übergewichtige mit mindestens einer Begleiterkrankung, wie beispielsweise Bluthochdruck, sollten zunächst mit einer konservativen multimodalen Therapie behandelt werden: Sie besteht aus den drei Komponenten Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie. Diese Kombination hat sich in der Praxis bewährt.

Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie hat zum Ziel, den Patienten in die Lage zu versetzen, dem Körper weniger Energie zuzuführen, als er zur Erhaltung des momentanen Gewichts benötigt. Die Nahrung wird mit Hilfe individueller Beratung so umgestellt, dass - je nach persönlichem Bedarf - weniger an Kohlenhydraten wie zum Beispiel Brot, Reis oder Nudeln und/oder Fett aufgenommen wird. Das bedeutet, dass viele Patienten ihr Ess- und Trinkverhalten völlig umstellen und von vielen alten Gewohnheiten dauerhaft Abschied nehmen müssen. Das ist nicht leicht.

Bewegungstherapie

Auch die Bewegungstherapie ist in dieser Therapieform auf langfristige Effekte ausgerichtet. Mit einer Steigerung des Energieverbrauchs durch Bewegungsprogramme sollen die Betroffenen ihre Muskelmasse erhöhen beziehungsweise erhalten. Darum wird sinnvollerweise vor allem Ausdauersport sowie muskelaufbauendes Training eingesetzt: langes Gehen oder Fahrradfahren, Schwimmen oder Walking. All diese Sportarten sind schonend für die Gelenke und können von adipösen wie normalgewichtigen Menschen betrieben werden.

Verhaltenstherapie

Mit der Ernährungs- und Bewegungstherapie soll der „Energiehaushalt“ des Körpers wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Damit dies einfacher gelingt und von Dauer ist, werden die Patienten im Rahmen einer Verhaltenstherapie beim gesamten Änderungsprozess begleitet und unterstützt. Die Teilnehmer lernen unter anderem, mehr Bewegung und gesunde Ernährung in ihren Alltag zu integrieren und zu verstehen, welche Verhaltensweisen die Adipositas fördern, um diese konsequent angehen zu können. Dabei spielt die Vermeidung von Rückfällen eine sehr wichtige Rolle: Die Patienten lernen, sich und ihr Essverhalten zu beobachten und festzustellen, in welchen Situationen sie zum Essen greifen. Die Verhaltenstherapie kann individuell oder in Gruppen erfolgen, wobei das Format auf die jeweilige Situation des Betroffenen abgestimmt ist.

Ziel der Behandlung: Gewicht reduzieren, Begleiterkrankung lindern

Wie schwierig es für adipöse Menschen ist, ihr Gewicht nachhaltig zu reduzieren, zeigen Forschungsergebnisse. Ähnlich schwierig scheint zu sein, das einmal reduzierte Gewicht zu halten. So sind bei einer multimodalen Therapie durchschnittlich Gewichtsverluste von zehn bis zwanzig Prozent realistisch. Bei manchen Patienten kann bereits schon die Stabilisierung des Gewichts ein guter Erfolg sein, wenn es zum Beispiel gelingt, dadurch Begleiterkrankungen zu lindern. Daher wird in der multimodalen Therapie neben der Gewichtsreduktion gleichzeitig auch auf die Verbesserung der Lebensqualität und die Reduzierung der Begleiterkrankungen, wie etwa Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte, geachtet.

Kostenübernahme M.O.B.I.L.I.S.

Zurzeit ist es bereits möglich, dass betroffene Patienten mit einem BMI bis 40 von ihrem Arzt eine einjährige multimodale Therapie, wie etwa M.O.B.I.L.I.S., verordnet bekommen. Die DAK-Gesundheit übernimmt dabei einen Großteil der Therapiekosten.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Sep 23 08:35:11 CEST 2016
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