Superfoods wie Macha, Chia oder Goji liegen im Trend, sind für eine gesunde und ausgewogene Ernährung aber nicht zwingend erforderlich.

Ernährungstrend: Superfoods

DAK-Expertin Silke Willms: „Chia-Samen, Goji-Beeren, Matcha & Co. eignen sich für Menschen mit Nährstoffmangel, sind aber nicht zwingend notwendig.“

Superfoods vollbringen keine Wunder - auch, wenn es uns die Werbung manchmal so verkaufen möchte. Aber sie sind Nahrungsmittel, die sich von anderen Lebensmitteln abheben – etwa durch besonders viele Antioxidantien; das sind Stoffe, die freie Radikale abfangen, die unsere Körperzellen schädigen.

Was sind Superfoods?

Der Begriff Superfood wurde in den USA geprägt, eine genaue Definition dafür gibt es aber nicht. Viele der Lebensmittel, die Superfoods genannt werden und zum neuen Ernährungstrend zählen, kommen von weit her, andere wachsen im heimischen Garten. Vor allem die Exoten bekommt man selten frisch, sie werden meist als Saft oder Pulver verkauft oder beigemischt in Fertigmüslis oder Joghurts angeboten.

Gesunde Lebensmittel – die Superfood-Liste
Superfoods wie Matcha werden immer beliebter und sollen Mangelernährung ausgleichen

Das Superfood Matcha besteht aus gemahlenen Blättern von grünem Tee

Immer wieder werden im Rahmen der Ernährungstrends die besten Superfoods vorgestellt, doch diese Listen unterscheiden sich deutlich. Einige der am häufigsten genannten Lebensmittel:

  • Maca, eine peruanische Wurzelknolle, die reich an B-Vitaminen und Mineralstoffen ist
  • südamerikanische Chia-Samen, die viel Kalzium und Omega 3-Fettsäuren enthalten
  • Goji-Beeren, die meist aus China kommen und viele Antioxidantien haben
  • japanisches Matcha, gemahlene Blätter von grünem Tee
  • Moringa, eine tropische Pflanze mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, die als Pulver oder Tee angeboten wird.

Neben den Exoten stehen heimische oder andere bekannte Lebensmittel, die besonders gesund sind. So werden zum Beispiel auch Walnüsse, Beeren, Kohl, Mandeln, Avocado, Ananas und Lachs als Superfoods bezeichnet.

Superfood-Smoothies – Gesundheit zum Trinken

Grüne Smoothies, ein pürierter Mix aus grünem Blattgemüse, Früchten und Wasser, sind schon weitgehend bekannt. Superfoods sollen nun die Smoothies noch gesünder machen. Es gibt sie zum Beispiel in Pulverform als Zutaten für die Mixgetränke. Dosiert werden sollten sie vorsichtig, da viele Superfoods einen eigenen intensiven Geschmack haben, wie etwa Spirulina Algen. Zucker und Milch gehören übrigens nicht in einen Superfood-Smoothie. Wer es weniger herb mag, kann mit süßeren Superfoods mischen wie Maulbeeren oder südamerikanischem Yakon-Pulver.

Superfood in der Kritik

Der Begriff Superfood wird gern zu Werbezwecken verwendet. Doch nicht immer stehen sie für ein Optimum an Gesundheit. Reichlich Vitamine und Antioxidantien stecken zum Beispiel genauso in heimischen Blaubeeren, Sauerkirschen und schwarzen Johannisbeeren wie in den brasilianischen Acai-Beeren. Der Ernährungstrend der Superfoods alleine macht auch niemanden gesünder. Entscheidend ist dagegen ein Lebensstil, zu dem eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, Schlaf und Entspannung gehören.

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms: Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, braucht keine Superfoods

Ernährungsexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit

Fazit: „Superfoods sind gut für Menschen mit Nährstoffmangel“

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms: „Sogenannte Superfoods sind sicher besonders reich an bestimmten Nährstoffen. Wenn man sich gesund und ausgewogen ernährt, braucht man diese Produkte aber nicht. Schließlich sind auch Zwiebeln und Vollkornbrot Superfoods. Lebensmittel wie Chia-Samen sind hier kaum bekannt, man weiß nicht, wie und unter welchen Bedingungen sie angebaut werden. Vor allem bei verarbeiteten Nahrungsmittel lohnt es sich, genau hinzusehen: Welche Inhaltsstoffe stecken etwa in pulverisiertem Weizengras? Und womit wird Acai-Pulver verdünnt? Wenn bestimmte Nahrungsmittel einen Effekt haben sollen, genügt es auch nicht, sie ein- oder zweimal zu essen, man müsste auch die Superfoods dann regelmäßig auf den Speiseplan nehmen. Notwendig ist der Verzehr von Superfoods aber sicherlich nicht und lässt sich auch durch bekannte, heimische Obst- und Gemüse-Sorten aus der Region ersetzen.“

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Zuletzt aktualisiert:
Wed May 04 16:17:34 CEST 2016

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