Stress im Job: Wen erwischt es besonders häufig?

Wer ist besonders gefährdet?

Typische Risikogruppen für Stress

Beruflichen Anstrengungen kann sich kaum jemand entziehen. Wenn die Belastung allerdings zur dauerhaften Überlastung wird, wird es gesundheitsschädlich.

Frauen: Perfekt mit allen Mitteln

Vor allem weibliche Arbeitnehmer gehören zu der typischen Risikogruppe für Stress. Viele Frauen müssen einen regelrechten Spagat machen, um Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Dabei stellen sie hohe Erwartungen an sich selbst: Perfekt gestylt, voller Tatendrang und brillanter Ideen möchten sie sein – Superfrauen eben. Ihr Perfektionismus ist aber ein typischer Auslöser für Stresssymptome. Leider greifen Betroffene in solchen Fällen nicht selten zu Medikamenten. Frauen sind hier besonders anfällig: Dreimal so häufig wie Männer greift das weibliche Geschlecht bei Überlastungsanzeichen wie Schlafstörungen, Verstimmungen oder Nervosität zu Tabletten und Co.

Führungskräfte: Wenn Stress süchtig macht

Auch Menschen in leitenden Positionen sind besonders anfällig für krankhaften Stress. Die Ursachen liegen in den hohen Leistungserwartungen, in der wöchentlichen Belastung von bis zu 70 Arbeitsstunden und dem oftmals fehlenden privaten Ausgleich. Viele powern jahrelang am Limit, ohne die Gefahren zu erkennen. Für diese so genannten "Extremjobber" reicht oft schon eine kleine Krise, die das Kartenhaus dann aber zum Einstürzen bringt. Auch hier sollen oft Leistungssteigernde Medikamente die drohende Niederlage aufhalten. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, sollten gestresste Manager vielmehr beizeiten die Notbremse ziehen. Sie sollten sich ehrlich die Frage stellen, ob sie denn wirklich alles selbst machen müssen. Der Schlüssel zu mehr Gelassenheit liegt häufig im Setzen von Prioritäten und dem Delegieren einzelner Arbeitspakete. Denn Teamwork verringert den psychischen Druck auf den Einzelnen und steigert nicht selten auch den gemeinsamen Erfolg. Zudem sind regelmäßige Pausen ein gutes Mittel, um sich neuen Überblick zu verschaffen, Kraft zu schöpfen und den Kopf frei zu bekommen.

Studenten: Lernen auf Rezept

Auch vor dem Berufsstart kann es heute schon zu Überbelastungen kommen: Jeder vierte Student leidet unter hohem Leistungsdruck, die Hälfte aller Schüler klagt über Schulstress. Kein Wunder, denn wer heute Karriere machen will, muss angesichts von G8, Bachelor und Master in kürzerer Schul- oder Studienzeit hohen Anforderungen gerecht werden. Leider gehören auch hier häufig ‚kleine Helfer’ aus dem Medizinschrank zur Tagesordnung. Ob Tabletten zum Wachhalten oder auch Beruhigungsmittel gegen Prüfungsängste, die Risiken und Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. Stattdessen sollten Studenten lieber versuchen, ihren Studienalltag clever zu managen. Lieber einen eher übersichtlichen Stundenplan und den gut bewältigen, als zu viele Seminare und Vorlesungen auf einmal.

Junge Beschäftigte: Mitten in der Rushhour

Zwischen dem 25. und dem 40. Lebensjahr steht viel an. Berufseinstieg, Partnerwahl, Karriere und Familiengründung - Experten sprechen von der "Rushhour des Lebens". Mit dem Druck, der durch die Mehrfachbelastung entsteht, kommen viele erstaunlich gut klar. Selbst Vollzeit arbeitende Mütter zeigen keine höheren Stresswerte als Beschäftigte ohne Kinder. Aber Eltern laufen Gefahr, dass sie zu viele Abstriche bei sich selbst machen und ihre Work-Life Balance leidet. Während fast ein Drittel der berufstätigen Frauen ohne Kinder viel Sport treibt, ist es bei den Müttern nur ein Sechstel. Auch bei den Themen gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf können Beschäftigte mit Kindern im Schnitt weniger für sich selbst tun. Weitere Informationen dazu finden Sie im Gesundheitsreport 2014.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 31 12:36:50 CEST 2016

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