Auf Reisen gesund bleiben

Wie Sie typische Urlaubskrankheiten vermeiden können

Im Urlaub krank werden? Lieber nicht... Mit diesen Informationen können Sie Ihre schönsten Wochen des Jahres hoffentlich unbeschwert genießen.

Klima­ge­wöhnung

Sich an das fremde Klima gewöhnen

Die Aussage "Man gewöhnt sich an alles" ist gar nicht so weit hergeholt - nur dauert es eine Weile... . Manchmal dauert es sogar zwei bis drei Wochen, bis sich der Körper an Hitze und Feuchtigkeit gewöhnt hat. Da ist für viele der Urlaub schon wieder vorbei. Der Körper passt sich an feuchtes und warmes Klima an, indem er die Tätigkeit der Schweißdrüsen umstellt. Sie produzieren früher und mehr Schweiß, sparen Salz und arbeiten insgesamt länger. Das Kreislaufsystem nimmt größere Mengen Wasser aus dem Magen-Darm-Trakt auf und führt es den Schweißdrüsen zu. Diese verdunsten es zur Kühlung des Körpers.

Junge, trainierte Menschen passen sich einem veränderten Klima in der Regel leichter an als untrainierte oder übergewichtige. Bei ihnen dauert die Anpassung ebenso wie bei älteren Menschen etwas länger. Unter Umständen kann ein belastendes Klima bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen. Je höher die Luftfeuchtigkeit der Umgebung ist, desto anstrengender ist es für den Körper, die zur Kühlung nötigen Mengen Wasser zu verdunsten. Anstrengende körperliche Betätigung sollten Sie in dieser Phase der Gewöhnung lieber vermeiden.

Besonders schwer wird es, wenn die Temperaturen nachts nur wenig oder gar nicht absinken. Die durch Schwitzen verlorengegangene Flüssigkeitsmenge muss dem Körper unbedingt wieder ersetzt werden. Durst ist dabei nur ein unvollständiger Hinweis auf den Wasserbedarf des Körpers. Trinken Sie bedenkenlos alkoholfreie Getränke, auch über den Durst hinaus. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr erkennen Sie am hellen, klaren Urin. Der Genuss von Alkohol entzieht den Körperzellen dagegen zusätzlich Wasser und ist daher zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts überhaupt nicht geeignet.

Auch der Salzverlust durch das Schwitzen muss ausgeglichen werden. Reicht es über die normale Nahrungsaufnahme nicht aus, können Sie Ihren Salzverlust auch durch Salztabletten oder Salzlösungen ausgleichen. Das Beifügen von Salz zum Trinkwasser soll den Geschmack des Wassers nicht verändern. Eine derart schwache Konzentration reicht aus, um den Salzverlust auszugleichen. In Zusammenwirken mit Hitze kann Flüssigkeits- oder Salzmangel zu schwerwiegenden Problemen führen. Beugen Sie vor, indem Sie ausreichend trinken!

Essen und Trinken

An vielen Urlaubsorten ist die Qualität des Trinkwassers nicht so gut wie zuhause. In solchen Gegenden sollte das Durstlöschen - und auch bereits das Zähneputzen - nicht mit Wasser aus der Leitung oder einer natürlichen Quelle erfolgen. Durchfallerkrankungen sind oft die Folge. Unbedenklich ist dagegen die Verwendung von industriell abgefülltem Wasser.

Trinkbar sind in aller Regel auch mit gekochtem Wasser hergestellte Getränke wie Tee oder Kaffee. Das Infektionsrisiko von mit Kohlensäure versetzten Getränken (z.B. Limonade) ist geringer als beim Verzehr von Fruchtsäften. Konsequentes Abkochen ist die sicherste Methode, einwandfreies Trinkwasser zu erhalten. Nach sprudelndem Kochen sind Hepatitis-A-Erreger, Bakterien und Amöben vernichtet.
Verzichten Sie auf Kühlung der Getränke durch Eiswürfel, da das hierfür verwendete Wasser meist nicht abgekocht wurde. Eine sinnvolle Alternative ist die Kühlung durch ein Eiswasserbad von außen.

Cook it, peel it or leave it

Nahrung, die in Ländern mit schlechteren Hygienebedingungen erworben wurde, sollte zunächst immer als risikoträchtig angesehen werden. Nehmen Sie nach Möglichkeit nur frisch Gekochtes oder Geschältes zu sich. In den meisten Ländern der Tropen wird mit menschlichen Fäkalien gedüngt. Gemüse und Früchte sollten daher zumindest gründlich gewaschen und abgespült werden.

Rohes Fleisch und rohen Fisch sowie Salate aus ungeschältem Gemüse sollten Sie unbedingt vermeiden. Wer trotzdem zu diesen Speisen gegriffen hat, kann die Infektionsgefahr durch reichliche Aufnahme von Zitronensaft oder Essig verringern. Unpasteurisierte Milch sollte ebenfalls gekocht oder vermieden werden.

Ohne Bedenken können Sie zu sich nehmen:

alles frisch Gekochte und Gebratene wie mageres durchgebratenes Fleisch, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Suppen, auch Bohnen, Erbsen, Zwiebeln)
schälbares Obst wie Orangen, Bananen, Mango, Ananas, Kokosnüsse
Tee und Kaffee, industriell hergestellte Softdrinks und Mineralwasser

Bedenklich sind:

Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Krabben, Krebse, Muscheln
Milchprodukte aller Art wie Frischmilch, Joghurt, Käse, Quark
Tiefkühlkost wegen der möglichen Unterbrechung der Kühlkette

Verzichten Sie auf:

rohes Fleisch, beispielsweise Tatar
rohen Fisch, beispielsweise Sushi oder Austern
rohe, kalte, abgestandene Speisen wie Schinken, Wurst, Salate
ölige oder fettige Speisen wie beispielsweise mayonnaisehaltiger Kartoffelsalat, Eier-Sandwiches
Eiswürfel, Speiseeis, offene Kaltgetränke nicht-industrieller Herkunft
in Plastikfolie verpackte Nahrungsmittel wie beispielsweise aufgeschnittene Früchte

Insekten

Moskitos und andere Insekten

Der Schutz vor Stichen von Stechmücken und Fliegen ist wegen der übertragbaren Krankheiten besonders wichtig - vor allem zur Vorbeugung gegen Malaria. Lästigen Insekten können Sie bereits aus dem Weg gehen, wenn Sie sich von stehenden Gewässern, Gräben und Wassertonnen fernhalten. Ab Einbruch der Dämmerung bis zum frühen Morgen sollten Sie sich in Räumen, die vor Insekten geschützt sind, aufhalten, da in diesem Zeitraum Malaria übertragende Mücken besonders aktiv sind. Wenn Sie sich im Freien aufhalten, tragen Sie am besten Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen und Strümpfe. Bekleidete Körperteile bleiben von Stichen verschont, wenn der Stoff nicht zu dünn oder grobmaschig ist. Unbedeckte Hautpartien können Sie mit Insekten abwehrenden Mitteln schützen.

Das Netz für einen mückenfreien Schlaf

Nachts bieten über dem Bett angebrachte Moskitonetze den besten Schutz vor Mücken, Fliegen und anderen Insekten. Es gibt zahlreiche Moskitonetz-Typen, die in verschiedenen Gebieten und Räumlichkeiten einen optimalen Schutz gewährleisten.

Maschenweite

Es ist empfehlenswert, die Maschen so groß zu wählen, dass die für Menschen gefährlichen Mückenarten nicht hindurch kommen. Für die Tropen ist eine Maschenweite von 1,2 x 1,2 mm empfehlenswert. In nördlichen Gebieten, wie zum Beispiel Skandinavien oder Kanada, sind sehr winzige Mücken ausgesprochen lästig. Hier sollte die Maschenweite kleiner als 0,6 x 0,6 mm sein. Je kleiner die Maschenweite, desto mehr Insektenarten werden vom Körper abgehalten. Je größer die Maschen, desto besser kann die Luft zirkulieren. In tropischen Gebieten ist diese Zirkulation stark spürbar. Angaben zu Maschenweiten werden oft in mesh/square inch ausgedrückt. Eine Zahl von ca. 180-200 mesh/sqare inch entspricht der zum Malariaschutz empfohlenen Maschengröße. Die Maschengröße ist abhängig von der Fadenstärke. Die optische Prüfung der einzelnen Maschengröße ist jedoch manchmal aussagekräftiger.

Material

Das preiswerteste Material für Moskitonetze ist Polyethylen, mit einem relativ starken Faden, der daher nicht beliebig kleine Maschen erzeugen kann. Polyester und Polyamid kann vielseitiger verarbeitet werden. Zur Auswahl stehen strapazierfähige Netze aus dickem Faden oder leichtgewichtige, besonders feinmaschige Netze. Das Naturmaterial Baumwolle ist anfällig gegenüber Feuchtigkeit und ist schwerer. Fest angebrachte Netze aus Baumwolle sorgen jedoch für ein sehr angenehmes Klima, besonders wenn man sie mit Wasser besprengt. Das wichtigste bei der Verwendung eines Netzes ist, es sorgfältig aufzuhängen. Berührt das Netz die Haut, kann die Mücke hindurch stechen. Zusätzlich kann man das Netz mit einem Mückenschutzmittel einsprühen. Auf jeden Fall soll das Netz um das Bett herum unter der Matratze festgesteckt oder durch Beschweren gegen kriechende Insekten abgedichtet werden.

Zeckenbisse

Zwischen April und November ist Zecken-Saison. Jetzt ist Vorsicht geboten, vor allem beim Zelten oder Wandern in unseren Wäldern. Denn mit einem Biss können Zecken die Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose auf den Menschen übertragen. Zecken, die das gefährliche FSME-Virus in sich tragen, kommen allerdings nur in manchen Gegenden vor. Hierzu zählen in Deutschland bestimmte Gebiete in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Auch aus den meisten Nachbarländern, wie zum Beispiel Österreich, Polen und Ungarn, werden FSME-Infektionen gemeldet.

Wer in gefährdete Gebiete reist und sich lange im Freien aufhält, sollte sich vor dem Urlaub impfen lassen. Wesentlich häufiger als eine FSME-Infektion ist die Lyme-Borreliose. Sie kann von Zecken nicht nur in bestimmten Regionen, sondern im ganzen Bundesgebiet übertragen werden. Gegen diese Krankheit gibt es keine Impfung. Aber sie lässt sich, rechtzeitig entdeckt, mit Antibiotika behandeln.
Ein Tipp zur Vorbeugung: Versuchen Sie Zeckenbisse zu vermeiden, indem Sie immer Kleidung tragen, die den ganzen Körper bedeckt. Entdecken Sie dennoch eine Zecke, entfernen Sie sie sofort. Das gelingt am besten, indem Sie das Tierchen schnell herausziehen, zum Beispiel mit einer Pinzette oder Zeckenzange. Suchen Sie vorsichtshalber einen Arzt auf. Bei Fragen nutzen Sie die DAK Medizin-Hotline.

Höhen­krankheit

Wer hoch hinaus will...

Wollen Sie im Gebirge große Höhen erklimmen, sollten Sie über die Gefahren der Höhenkrankheit informiert sein. Die Höhenkrankheit beginnt mit relativ harmlosen Beschwerden, die Sie jedoch als Warnzeichen ernst nehmen sollten. Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, wirre Träume, Übelkeit, Erbrechen und ein Druckgefühl in der Brust gehören zu den häufigsten Beschwerden. Sie treten bei etwa der Hälfte aller Menschen auf, die höher als 3000 Meter aufsteigen. Bedenklich ist bereits, wenn Kopfschmerzen nicht nach der gewohnten Zeit oder Einnahme einer Kopfschmerztablette verschwinden. Besonders gefährlich: Stärkere Formen der Höhenkrankheit können ohne Warnzeichen, sondern ganz plötzlich auftreten. Vorbeugen können Sie dieser Krankheit durch langsamen Aufstieg und ein vorsichtiges Akklimatisieren.

Die Behandlung aufgetretener Höhenkrankheit ist einfach: Verlust an Höhe. Das Wichtigste ist der schnelle Abstieg um mindestens 1000 Höhenmeter. Falls vorhanden, kann die Gabe von Sauerstoff hilfreich sein. Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge. Die Erkrankten klagen über Atemnot, Husten und weißlichen Auswurf, oft fallen blaue Lippen auf. Kommt es zum Hirnödem, also der Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn, leiden die Betroffenen unter stärksten Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Verhaltensauffälligkeiten und gelegentlichen Halluzinationen. Lungen- und Gehirnödem können einzeln oder zusammen auftreten. Auch Bewusstseinseinschränkungen und Koma, das oft über Nacht eintritt, sind typische Symptome einer Höhenkrankheit.

Reiseimp­fungen

Impfen auf die Schnelle für Last-Minute-Reisende

Wenn Sie eine Reise erst in letzter Minute buchen, sollten Sie darüber die Gesundheitsgefahren nicht vergessen, mit denen Sie womöglich vor Ort rechnen müssen. Viele Schutzimpfungen haben einen Langzeitschutz. Wer also grundsätzlich viel im Ausland unterwegs ist, sollte sich nicht erst bei Buchung einer Last-Minute-Reise mit dem Thema Impfungen beschäftigen, sondern beizeiten eine Impf-Prophylaxe betreiben.

Dieser Zug ist für Sie bereits abgefahren? Sprechen Sie sofort mit Ihrem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt, inwieweit durch Impfen ein Schutz noch erreicht werden kann. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt nicht zuletzt von der vorangegangenen Grundimmunisierung ab. Eine Malaria-Prophylaxe können Sie aber auch noch ein bis zwei Tage vor Urlaubsstart beginnen.

Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin für Kinder und Erwachsene zur Verfügung stehen. Sie schützen zum Beispiel vor gefürchteten Infektionskrankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, HIB-Infektion, Poliomyelitis, Masern, Mumps und Röteln. Welche Impfungen die DAK-Gesundheit für Sie übernimmt, lesen Sie im Kapitel Impfungen.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Aug 24 13:34:46 CEST 2016

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang