Probiotika halten die Darmflora im Gleichgewicht

Probiotika sind gut für die Darmflora

Sorgen die Milchsäurebakterien wirklich für einen gesunden Darm?

Probiotika gelten als das Geheimrezept für eine gesunde Darmflora. Wir haben unsere DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms gefragt, was es mit diesem Mythos auf sich hat. 

Was sind Probiotika?

Probiotika sind Lebensmittel, die besonders viele lebendige Milchsäurebakterien und Hefen enthalten. Sie kommen in milchsauren Lebensmitteln wie Joghurt, Buttermilch und Kefir vor. Teilweise versetzen Lebensmittelhersteller ihre Produkte zusätzlich mit diesen Lebewesen und heben auf der Packung die positiven Wirkungen dieser hervor. Diese Bakterienstämme und der saure ph-Wert sollen das Wachstum krankmachender Keime im Darm verhindern. 

Die Darmflora – was ist das?

Billionen dieser Mikroorganismen bilden unsere Darmflora. Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Bevölkerung dieser Organismen im Darm. „Diese kleinen Lebewesen sorgen für die vielfältigen regelrechten Funktionen unseres Darms und die Aufrechterhaltung unseres Immunsystems“, erklärt DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms. „Sie helfen beispielsweise bei der Entstehung von Vitamin B12 und bilden Fettsäuren, von denen sich unsere Darmzellen ernähren.“ Unsere Darmflora sorgt nicht nur für die Darmfunktion und das Immunsystem, sie ist auch für unser psychisches Wohlbefinden wichtig. Durch eine ungesunde Lebensweise oder Krankheiten können die schädlichen Bakterien im Darm Überhand gewinnen. Die Darmflora gerät dadurch aus dem Gleichgewicht und wir fühlen uns unwohl und sind anfälliger für weitere Krankheitserreger. 

Was bewirken Probiotika?

Bei Darmerkrankungen, entzündlichen Reaktionen oder Durchfall können probiotische Lebensmittel helfen. Sie können Durchfall vorbeugen und eine akute Durchfallerkrankung verkürzen. Bei Colitis Ulcerosa können bestimmte Bakterienstämme der Probiotika nachweislich die beschwerdefreie Phase verlängern. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz führt Milchzucker zu Verdauungsproblemen wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen. DAK-Expertin Silke Willms erklärt: „Milchsaure Lebensmittel machen für empfindliche Menschen die Verdauung von Milchzucker verträglicher.“ Denn die Probiotika produzieren ein Enzym, durch das der Milchzucker im Dünndarm besser aufspalten wird. Der Milchzucker selbst ist für das Wachstum der Bakterien und damit die Erhaltung der Darmflora wichtig. 

Was sind probiotische Lebensmittel?
DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms erklärt alles über Probiotika

Ernährungsexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit


Auch wenn die Pharmaindustrie viele Ersatzprodukte anbietet, existieren bereits von Natur aus viele Lebensmittel, die reichlich Milchsäurebakterien enthalten. Dazu gehören Sauermilchlebensmittel, Sauerkraut, milchsauer vergorene Säfte und Gemüse. „Schon seit jeher gelten diese Lebensmittel als gesundheitsfördernd und standen daher täglich auf dem Speiseplan“, berichtet Silke Willms. „Durch die Anreicherung mit Milchsäurebakterien wurden auch andere Lebensmittel haltbarer gemacht.“ 

Verzehr von Probiotika

Damit die probiotischen Lebensmittel helfen können, die Darmflora im Gleichgewicht zu halten, müssen die Milchsäurebakterien das salzsaure Milieu der Verdauungssäfte, wie Magensäure und Gallensäure, überstehen. Die Expertin rät daher dazu, mehrmals am Tag probiotische Lebensmittel zu verzehren. „Damit die Bakterien lebend in unserem Darm ankommen, sind Naturjoghurt und unerhitztes Sauerkraut zu empfehlen“, sagt sie weiter. Neben der direkten Aufnahme von Probiotika, sollten Sie auch viel Gemüse und Vollkorn essen. Diese Ballaststoffe liefern wertvolle Kohlenhydrate, die nicht verdaut werden können, von denen sich aber die Bakterien der Darmflora ernähren.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 14:14:53 CEST 2016

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