Ein niedriger Blutdruck ist häufig ungefährlich.

Niedriger Blutdruck: Häufig ungefährlich

Was Sie über die Hypotonie wissen sollten

Ein niedriger Blutdruck ist in der Regel ungefährlich. Er ist häufig Veranlagung und nur in wenigen Fällen ein Zeichen für andere Krankheiten.

Niedriger Blutdruck: Das sind die Richtwerte

Von niedrigem Blutdruck spricht man in der Regel, wenn die Blutdruckwerte bei Frauen unter die Schwelle von 100 zu 60 mmHg oder bei Männern unter 110 zu 60 mmHg absinken. Der erste Wert steht für den systolischen Blutdruck. Er herrscht in dem Moment in den Gefäßen, in dem der Herzmuskel sich zusammenzieht und Blut durch den Körper pumpt. Der zweite Wert steht für den diastolischen Blutdruck: Er wird gemessen, wenn der Herzmuskel zwischen zwei Kontraktionen erschlafft. „Die Werte bieten allerdings nur eine Orientierung. Um zu beurteilen, ob jemand einen erniedrigten Blutdruck hat, ist zum Beispiel auch das Alter zu berücksichtigen‟, sagt DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich. 

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich berät über die Behandlung von Bluthochdruck.

Dr. Susanne Bleich, Ärztin der DAK-Gesundheit

Symptome für niedrigen Blutdruck

Zu den typischen Symptomen für niedrigen Blutdruck gehören Schwindel mit Augenflimmern oder Ohrensausen, Anfälligkeit zur Ohnmacht, allgemeine Mattigkeit mit erhöhtem Schlafbedürfnis, Appetit- und Konzentrationsmangel. Betroffene sind oft wetterfühlig und stärker kälteempfindlich. Auftreten können auch ein erhöhter Puls, Atemnot, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen. 

Ursachen für niedrigen Bluthochdruck: Veranlagung, Alter, Geschlecht und Krankheiten

Regulationsmechanismen des Körpers sorgen dafür, dass der Blutdruck einigermaßen konstant gehalten und bei Schwankungen gegengesteuert wird. Bei einigen Menschen pendeln sich Werte aber auf einem niedrigeren Niveau ein, bei anderen auf einem höheren. Auch Geschlecht und Alter spielen dabei eine Rolle. So hat nahezu die Hälfte aller jungen Frauen einen niedrigen Blutdruck.

Niedriger Blutdruck kann aber auch die Folge einer sogenannten Herzinsuffizienz sein: Ist das Herz erkrankt oder geschwächt, gelingt es ihm nicht mehr, ausreichend Blut durch den Körperkreislauf zu pumpen. Der Druck in den Gefäßen nimmt ab. Auch die Erkrankung der Schilddrüse oder der Nebenniere kann durch Störungen im Hormonhaushalt zu einem niedrigen Blutdruck führen. Neurologische Erkrankungen haben ebenfalls Auswirkungen auf den Blutdruck.  

Niedriger Blutdruck: So erfolgt die Behandlung

In der Regel muss niedriger Blutdruck nicht mit Medikamenten behandelt werden. Um Beschwerden zu lindern oder vorzubeugen, hilft es, den Kreislauf durch Wechselduschen anzukurbeln. Wichtig ist, sich regelmäßig zu bewegen und viel zu trinken. Auch Kaffee oder Tee können den Blutdruck kurzfristig steigern. Medikamente kommen dann zum Einsatz, wenn die Gefahr für Komplikationen besteht, etwa bei älteren Menschen mit Arteriosklerose oder bei stark erniedrigtem Blutdruck in der Schwangerschaft. Man sollte zudem abklären, ob ein anderes Leiden den niedrigen Blutdruck verursacht, etwa eine Erkrankung des Herzens oder der Schilddrüse. 

Folgen des niedrigen Blutdrucks

Für gesunde, jüngere Menschen hat niedriger Blutdruck keine negativen Folgen. Im Gegenteil, die Blutgefäße werden bei niedrigem Blutdruck vor Überlastung geschützt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist verringert. Negative Folgen kann ein stark erniedrigter Blutdruck in der Schwangerschaft haben. „Auch bei älteren Menschen mit verengten Gefäßen kann ein niedriger Blutdruck gefährlich sein, weil wichtige Organe wie Gehirn oder Herz nicht mehr ausreichend durchblutet werden und es zum Beispiel zur Ohnmacht mit Stürzen kommt‟, sagt DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich. 

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist ein leicht erniedrigter Blutdruck nicht selten. Er sinkt besonders in den ersten drei Monaten oft natürlicherweise ab, um dann wieder anzusteigen. Wenn der Blutdruck allerdings zu stark absinkt, wird die Plazenta nicht mehr genügend durchblutet. Dann kann die Versorgung des Embryos mit Nährstoffen beeinträchtigt werden. 

Blutdruck regelmäßig kontrollieren

Behalten Sie Ihren Blutdruck im Auge. Gehen Sie am besten regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. Die DAK-Gesundheit bezahlt Ihnen den Check-up 35. Alle zwei Jahre können Sie sich ab Ihrem 35. Geburtstag auf Herz und Nieren durchchecken und zu niedrigen Blutdruck kontrollieren lassen.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Sep 29 12:44:49 CEST 2016

Weitere Informationen

  • Ausdauersport

    Einsteigen, Mitmachen, Wohlfühlen

    Sie sind auf der Suche nach einem Sport? Haben Zweifel und wissen noch nicht so richtig, was zu Ihnen passt? Unsere Broschüre hilft weiter - mit Informationen und Hintergrundwissen zu den wichtigsten Ausdauersportarten.

Zum Seitenanfang