Muskelkrampf: Betroffene klagen über ziehende Schmerzen in Wade, Fuß und Oberschenkel

Hilfe Muskelkrampf! Ursachen und Tipps zum Vorbeugen

Schnelle Akuthilfe und wie Sie den Krämpfen entgehen können

Muskelkrampf: Das typische Symptom ist ein plötzlicher, ziehender Schmerz in Wade, Fuß oder Oberschenkel. Er kommt oft wie aus dem Nichts und verschwindet genauso schnell wieder, wie er aufgetreten ist. Manche reißt der Schmerz aus dem Schlaf, denn häufig verkrampft sich die Muskulatur nachts, wenn der Körper ruht. Andere erwischt es, wenn sie sich beim Sport überlasten.

Ursachen: Wie entsteht ein Muskelkrampf – und wodurch?

DAK-Expertin Elisabeth Thomas hält Tipps bereit für Menschen, die oft unter Muskelkrämpfen leiden

DAK-Ärztin Elisabeth Thomas zu Muskelkrämpfen

Bei einem Muskelkrampf ziehen sich die Fasern des Muskels plötzlich krampfartig zusammen – dieses Gefühl wird als schmerzhaft empfunden. Ein Muskelkrampf kann verschiedene Ursachen haben. „Ein Grund für Muskelkrämpfe kann sein, dass ein bestimmter Muskel zu schlecht mit Blut versorgt wird, oder zu stark auf ungewohnte Weise belastet wurde, zum Beispiel bei einem intensiven Sporttraining“, erklärt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas und ergänzt: „Auch ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen kann Muskelkrämpfe auslösen, genau wie starker Alkoholkonsum". Darüber hinaus gebe es Krankheiten, die das Auftreten der Krämpfe fördern. Dazu gehören Venenleiden, Krankheiten des Nervensystems oder der Gelenke und Stoffwechselkrankheiten. Muskelkrämpfe können zudem bei Dialysepatienten und bei Patienten mit Leberschäden auftreten. Nicht zuletzt kommen auch Medikamente als Auslöser der Muskelkrämpfe in Betracht. So können Muskelkrämpfe die Nebenwirkung einer Therapie mit Cholesterin-Hemmern oder Blutdrucksenkern sein. Oft treten die Krämpfe aber auch auf, ohne dass sich eine bestimmte Ursache dafür ermitteln lässt.

Was tun bei Muskelkrampf?

Während eines Muskelkrampfes hilft es, die verspannte Muskulatur zu entlasten und zu dehnen. Eine Massage kann die Verkrampfung auflösen. Bei Wadenkrämpfen lindert es den Schmerz, die Fußspitzen anzuziehen. Um den Beschwerden vorzubeugen, ist es wichtig, beim Sport seine Grenzen zu kennen, und die Muskulatur nicht zu intensiv und zu plötzlich in ungewohnter Art und Weise zu strapazieren. Besser ist es, ein Training allmählich zu steigern und sich ausreichend aufzuwärmen beziehungsweise zu dehnen.

Wie schütze ich mich vor einem Muskelkrampf?

Wer oft in der Nacht unter unangenehmen Muskelkrämpfen leidet, kann Füße, Unter- und Oberschenkel vor dem Schlafengehen dehnen. Außerdem sollte man auf die Schlafposition achten: In Bauchlage sollte man die Füße nicht gestreckt auf dem Fußrücken ablegen, denn dabei verkrampft die Muskulatur leicht. Liegt eine Erkrankung zugrunde, verschwinden die Muskelkrämpfe oft wieder, wenn diese richtig behandelt wurde. Falls die Muskelkrämpfe durch Medikamente verursacht werden, kann man möglicherweise mit dem Arzt über eine Veränderung der Medikation sprechen.

Finger weg von Medikamenten

Eine medikamentöse Therapie empfiehlt sich bei Muskelkrämpfen eher nicht: Die erhältlichen Präparate haben zum Teil ungünstige Nebenwirkungen, die nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen. Bei anderen ist die Wirksamkeit nicht eindeutig nachgewiesen. Besser ist es, weniger Alkohol zu trinken, dafür aber ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich zu nehmen.

Sportmedizin-Hotline bietet Hilfe

Beratung und Information zu Gesundheit und Sport gibt es für DAK-Versicherte bei unserer Sportmedizin-Hotline rund um die Uhr zum Ortstarif unter der Telefonnummer 040 325 325 844. Wissen Sie, welcher Sport-Typ Sie sind? Wenn nicht, hilft Ihnen bestimmt unser Sportarten-Finder.

Vorbeugen mit Magnesium

Zur Prophylaxe von Muskelkrämpfen wird häufig Magnesium eingenommen. Auch hier ist der Nutzen nicht eindeutig belegt, das Mineral wird jedoch meist gut vertragen. Wer versuchen möchte, seinen Muskelkrämpfen mit Magnesium vorzubeugen, muss dafür nicht unbedingt ein teures Fertigpräparat kaufen. Der Magnesiumspiegel im Blut lässt sich auch durch die Ernährung auf natürliche Weise erhöhen, indem man mehr mineralhaltige Lebensmittel auf den Speiseplan setzt. Gute Magnesiumlieferanten sind zum Beispiel Vollkornprodukte, Haferflocken, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Bananen. Regelmäßiger Verzehr kann also helfen, einen Muskelkrampf vorzubeugen.

Zuletzt aktualisiert:
Tue Oct 11 08:31:29 CEST 2016
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