Ein Mückenstich ist lästig

Mückenstich: Was hilft gegen den Juckreiz?

Tipps gegen die lästigen Plagegeister

Ein Mückenstich bleibt selten allein. Wer einmal eine Mücke im Schlafzimmer hat, wird die ganze Nacht von dem Summen gequält und wacht am Morgen oftmals mit mehr als nur einem Mückenstich auf. Sieht man die Stiche, fangen sie prompt an zu jucken – und was dann? Kratzen? Lieber nicht! Unsere DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich verrät, wie Sie den Mückenstich am besten behandeln können.

Wie kann ich den Juckreiz nach einem Mückenstich stillen?

Ein Mückenstich wird meist rot und juckt um den Bereich des Stichs herum. „Kühlen hilft, den lästigen Juckreiz zu lindern, und verhindert Schwellungen“, so der Tipp von DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich. Zum Kühlen eignen sich Kühlpacks, ein kalter Waschlappen oder auch eine aufgeschnittene Zwiebel. „Achten Sie bei Kühlkompressen jedoch immer darauf, ein dünnes Tuch dazwischen zu legen, um die Haut zu schützen“, fügt die DAK-Medizinerin hinzu.

Mückenstiche nicht aufkratzen

Jeder kennt den Impuls, den juckenden Mückenstich kräftig zu kratzen – manchmal so lange, bis es blutet. Doch das kann böse Folgen haben: „An den aufgekratzten Stellen können Bakterien unter die Haut gelangen, die eine Entzündung hervorrufen“, erklärt DAK-Medizinerin Dr. Susanne Bleich. Wer einen Mückenstich hat, sollte die Stelle möglichst desinfizieren, damit sie sich nicht entzünden kann. „Hier können auch einfache Mittel wie beispielsweise Spucke helfen, da diese eine antiseptische Wirkung hat“, verrät Dr. Susanne Bleich.

Was tun, wenn der Mückenstich sich entzündet?

Schwillt die Einstichstelle beim Mückenstich sehr stark an, wird heiß und ist stark gerötet, sollten Sie sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Dr. Susanne Bleich erklärt: „Sind Bakterien unter die Haut eingedrungen, kann sich eine Entzündung, die sogenannte Wundrose, bilden. Unbehandelt besteht hierbei die Gefahr, dass sich die Infektion im ganzen Körper ausbreitet.“ Auch Fieber oder Schüttelfrost sind Anzeichen einer bakteriellen Entzündung.

Wie werden Mückenstiche behandelt?

Helfen die bekannten Hausmittel nicht gegen den Juckreiz der Mückenstiche, so kann eine kühlende Creme mit einem leichten Antihistamin oder in Ausnahmefällen auch mit niedrig dosiertem Kortison eingesetzt werden. „Steckt eine bakterielle Entzündung hinter der Schwellung, wird zur Behandlung ein Antibiotikum vom Arzt verschrieben“, so Dr. Susanne Bleich.

Dr. Susanne Bleich gibt Tipps zur Hilfe gegen juckende Mückenstiche.

DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich

Können Mücken Krankheiten übertragen?

Die Mückenstiche sind zwar lästig und können sich auch manchmal durch Bakterien entzünden, in Deutschland droht uns jedoch keine Gefahr einer Übertragung von Krankheiten. Für manche Reisegebiete bestehen allerdings besondere Warnungen vor Mücken, die Malaria, Denguefieber, Gelbfieber oder Leishmaniosen übertragen können. „Informieren Sie sich daher vor einem Urlaub am besten, ob spezielle Reisewarnungen vorliegen, und schützen Sie sich entsprechend“, so der Rat von Dr. Susanne Bleich. Die DAK-Expertin hat zusätzlich für Sie eine Übersicht zu Krankheiten, die von Mücken übertragen werden, zusammengestellt.

Wie kann ich mich vor Mücken schützen?

  • Mücken stechen besonders gerne in dünne Hautbereiche, wie an Armbeugen, Kniebeugen oder an den Füßen. Besonders aktiv sind die Stechmücken in der Dämmerung, weshalb es sinnvoll ist, sich besonders dann mit langer Kleidung gegen Mückenstiche zu schützen. Am besten hell und dichtgewebt, da dunkle Textilien die Mücken besonders anziehen.

  • Besonders hilfreich zum Schutz gegen Mücken sind auch Moskitonetze. An Fenstern, Türen oder über dem Bett angebracht, verhindern sie durch die engen Maschen, dass die Mücken nah an uns heran kommen. Worauf Sie bei Netzen zum Schutz gegen Insekten achten sollten, finden Sie bei unseren Informationen zu Reisekrankheiten. Sinnvoll sind auch Netze über dem Kinderwagen, um bei Spaziergängen zu schützen. Auch Ventilatoren und Klimaanlagen helfen, Mücken zu vertreiben.

Schützen Anti-Mückenmittel vor Mückenstichen?

Es gibt diverse Anti-Mückensprays, sogenannte Repellents, die vor Mückenstichen schützen. „Bei diesen chemischen Stoffen sollten Sie allerdings vorsichtig sein, da es vereinzelt zu allergischen Hautreaktionen oder Reizungen der Schleimhäute kommen kann“, bemerkt DAK-Medizinerin Dr. Susanne Bleich. Die Anti-Mückenmittel haben unterschiedliche Inhaltstoffe, die je nach Zusammensetzung und Wirkstoff ein gesundheitliches Risiko mit sich bringen können. Lassen Sie sich daher ausführlich in der Apotheke beraten, welches Mittel für Ihre Situation den besten Schutz und dabei das geringstmögliche Gesundheitsrisiko bietet.

Auch Mittel auf natürlicher Basis sollen einen Schutz vor Mückenstichen bieten. Empfohlen werden beispielsweise Lavendel, Zitronenmelisse, Nelken oder Lorbeer. Diese können als ätherische Öle zur Abwehr der Mücken auf die Haut aufgetragen werden. Ihre Wirkung hält jedoch nicht so lange, da sie schneller verdampfen als chemische Mittel. Bei Sonneneinstrahlung können allerdings auch diese natürlichen Öle zu Haut- oder Schleimhautreizungen führen. Besser ist es, Duftlampen oder Kerzen mit diesen Ölen einzusetzen.

Helfen Armbänder, Mückenstecker und andere Hilfsmittel?

Setzen Sie keine Biozidverdampfer zum Schutz vor Mückenstichen ein. Je größer die giftige Wirkung dieser Mückenstecker für die Steckdose ist, desto höher ist auch das Gesundheitsrisiko, das von den durch sie verbreiteten Insektiziden ausgeht. Mückenstecker mit Ultraschall und Antimücken-Armbänder hingegen führen zwar nicht zu gesundheitlichen Schädigungen, sie helfen nachweislich allerdings auch nicht gegen die nervigen Blutsauger.

Elektronische Mückenlichter in bunten Farben und mit UV locken zwar einige Mückenarten ins Licht und damit in die Falle – der betörende Geruch unseres warmes Körpers wird dadurch allerdings nicht weniger attraktiv, sodass diese Lichter keinen wirklichen Schutz gegen Mückenstiche bieten.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Sep 14 17:31:06 CEST 2016

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