Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung

Morbus Crohn erkennen und behandeln

Alles, was Sie über die chronisch entzündliche Darmkrankheit wissen sollten

Bei Morbus Crohn können Entzündungen im gesamten Verdauungssystem auftreten – von der Mundhöhle über die Speiseröhre bis hin zum After. Vermehrt treten sie jedoch im Darm auf. Morbus Crohn zählt neben Colitis Ulcerosa zu den entzündlichen Darmerkrankungen (CED), von denen immer mehr Menschen betroffen sind. Die Entzündungserscheinungen zeigen sich meist schon in jungen Jahren, im Alter von 20 bis 40 Jahren. 

Die Ursachen von Morbus Crohn

Welche Ursachen Morbus Crohn auslösen, ist bisher nicht bekannt. Da diese Darmerkrankung allerdings gehäuft in Familien auftritt, gehen Mediziner von einer erblichen Veranlagung für Morbus Crohn aus. DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff merkt an, dass auch Umwelteinflüsse wie der Wohnraum und hygienische Verhältnisse eine Rolle dabei spielen können. „Es wurde nachgewiesen, dass Rauchen eine Ursache für Morbus Crohn sein kann“, warnt der Mediziner. Das Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken, ist bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Ein guter Grund, um mit dem Rauchen aufzuhören. Unser Rauchstopp-Programm oder ein Präventionskurs können Sie dabei unterstützen. 

Symptome von Morbus Crohn
DAK-Arzt Dr. Dankhoff erklärt, wie Sie Morbus Crohn erkennen und behandeln

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit


Die Krankheit äußert sich ganz unterschiedlich. Bei vielen tritt sie eher schubartig auf, bei anderen zeigen sich kaum Probleme. Folgende Symptome können ein Anzeichen für eine Morbus Crohn Erkrankung sein:

  • Häufiger Durchfall, länger als 6 Wochen anhaltend (5 bis 20-mal pro Tag, auch nachts, manchmal auch blutig)

  • Gewichtsverlust

  • Blähungen

  • Krampfartige Bauchschmerzen, vermehrt in rechten Unterbauch 

  • Appetitlosigkeit

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Müdigkeit

  • Fieberschübe

  • Wachstumsstörungen bei Kindern

Durch den Morbus Crohn bedingt können auch Folgeerkrankungen auftreten, beispielsweise Gelenkprobleme (Arthritis), Auffälligkeiten an Augen oder Haut, Knochenschwund (Osteoporose), Nierensteine, Gallensteine oder Gallenwegsentzündungen.

Ist beim Morbus Crohn der Darm betroffen, sind meist mehrere Darmschichten entzündet. Durch die Entzündungen entstehen Fissuren und Abszesse an der Darmschleimhaut. Durch diese Risse kann es zu Verkapselungen und Engpässen im Darm kommen, wodurch die Gefahr eines Darmverschlusses besteht. Dr. Mark Dankhoff betont: „Erste Anzeichen auf eine mögliche Erkrankung sollten unbedingt frühzeitig von einem Arzt überprüft werden.“

Wie erkennt man Morbus Crohn?

Die Diagnose für Morbus Crohn zu stellen, ist vielfach nicht leicht, da die Symptome den Anzeichen der Colitis Ulcerosa ähneln. Verschiedene Untersuchungsmethoden helfen dem Arzt bei der Überprüfung:

  • Abtastung des Bauchraums

  • Bestimmung der Entzündungswerte im Blut

  • Stuhlprobenuntersuchung

  • Ultraschalluntersuchung

  • Magenspiegelung

  • Darmspiegelung

  • Entnahme von Gewebeproben

  • Kernspintomografie (CT)

  • Computertomografie (MRT)

Behandlung von Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome der Erkrankten zu lindern und ihnen damit ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen. Dies wird hauptsächlich durch eine medikamentöse Therapie erzielt. Durch die Einnahme von Medikamenten und regelmäßige Kontrollen soll ein Fortschritt der Entzündungen vermieden werden. „Zum Einsatz kommen dabei Cortison-Präparate, Immunsuppressiva und Antikörper gegen den Entzündungsstoff Tumornekrosefaktor“, klärt Dr. Dankhoff auf.

Oftmals ist die Krankheit in Entzündungsschüben so stark, dass eine Operation notwendig wird, um Darmengpässe zu beseitigen und einen Darmverschluss zu verhindern. Dabei kann es notwendig sein, betroffene Darmabschnitte zu entfernen. War der Enddarm betroffen, so müssen Patienten mit einem künstlichen Darmausgang versorgt werden. Als Operationsalternative, zumindest für einen gewissen Zeitraum, kann eine Ballondilatation verwendet werden, bei der der verengte Darm durch einen Katheter ausgedehnt wird.

DAK-Experte Dr. Dankhoff erklärt, dass eine spezielle Ernährung bei Morbus Crohn die Beschwerden verringern kann. „Es ist ratsam, ballaststoffreiche Kost zu meiden, da diese blähend wirkt. Häufig leiden die Betroffenen auch unter Laktoseintoleranz und sollten daher Milchprodukte vermeiden.“

Durch die Durchfälle und Entzündungen können nicht alle Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden, daher ist es sinnvoll, ergänzend Kalzium und Vitamine einzunehmen.

Zuletzt aktualisiert:
Mon May 30 15:41:29 CEST 2016

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