Lebensmittelunverträglichkeit äußert sich in der Regel mit Magenproblemen

Lebensmittelunverträglichkeit: Wenn’s nach dem Essen im Bauch grummelt

So kommen Sie mit Lebensmittelintoleranzen klar

Eine Lebensmittelunverträglichkeit ist kein Spaß: Leibgerichte verschwinden vom Speisezettel, Restaurantbesuche werden erschwert, und bei Feiern müssen vielleicht besondere Tabletten mit, damit das Menü ohne üble Folgen genossen werden kann. Auf der anderen Seite bedeutet die Diagnose Lebensmittelunverträglichkeit aber auch eine Entlastung: Endlich steht fest, was hinter ständig wiederkehrenden Problemen mit Blähungen, Durchfall oder Bauchweh steckt und was man dagegen tun kann. 

Heilbar ist eine Lebensmittelunverträglichkeit nicht


Und trotzdem können Sie die Lebensmittelunverträglichkeit aber ganz gut in den Griff bekommen. Voraussetzung: Sie achten auf die Inhaltsstoffe Ihrer Nahrung. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Beiträgen zu Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz, Glutamat-Unverträglichkeit und Zöliakie – einfach unter „Schwerpunkte“ klicken.

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ist keine Allergie


Lebensmittelunverträglichkeit und Allergie: Viele Menschen werfen diese Begriffe in einen Topf. Es gibt jedoch wesentliche Unterschiede. Bei einer Allergie wehrt unser Immunsystem bestimmte Substanzen ab, zum Beispiel eine in Nüssen enthaltene Eiweißverbindung. Es bildet Antikörper dagegen, die – wenn sie auf Allergene treffen – stark reagieren und dadurch Beschwerden auslösen. Meist dürfen Allergiker das entsprechende Lebensmittel gar nicht mehr essen. Anders als eine Lebensmittelunverträglichkeit kann eine Allergie unmittelbar lebensgefährlich sein.

Kompletter Verzicht ist trotz Lebensmittelunverträglichkeit nicht nötig


Dagegen kommt es bei einer Lebensmittelunverträglichkeit ganz ohne Antikörper zu allergieähnlichen Symptomen. Ein kompletter Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel ist meist nicht nötig: „Viele Menschen können trotz Intoleranz geringe Mengen Laktose oder Fruktose verwerten“, weiß DAK-Experten Silke Willms. Es lohne sich sogar, sich an die Mengen heranzutasten, die man noch gut verträgt, „weil die Unverträglichkeit sonst mit der Zeit noch zunimmt.“ Oft macht es auch die Kombination: „Ein geriebener Apfel in Sahnequark bekommt Menschen mit Fruktoseintoleranz besser als ein Apfel pur.“ Bei einer diagnostizierten Lebensmittelunverträglichkeit ist es sehr hilfreich, wenn ein Ernährungsberater oder Ihr Arzt die Ernährungsumstellung begleitet.

Bei Verdacht auf Lebensmittelunverträglichkeit: Ab zum Arzt!


Magen-Darm-Beschwerden können viele Ursachen haben, harmlose ebenso wie ernste. Nicht immer liegt es an einer Lebensmittelunverträglichkeit. Lassen Sie sich bei starken, anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden deshalb unbedingt vom Arzt untersuchen!

Auf einen bloßen Verdacht hin oder gar nur vorsorglich zu Produkten ohne Gluten, Laktose oder Fruktose zu greifen ist nicht zu empfehlen. „Mit ihren ‚frei von‘-Aufdrucken wendet sich die Industrie nicht nur an Menschen mit einer Lebensmittelunverträglichkeit, sondern suggeriert auch anderen Verbrauchern, sie böte etwas besonders Gutes und Gesundes. Oft soll das auch einen höheren Preis rechtfertigen“, so Willms. „Gluten, Laktose und Fruktose sind aber keine schädlichen Zusätze, sondern natürliche und ursprüngliche Bestandteile von Lebensmitteln.“ Besondere Produkte seien für Menschen mit gesundem Stoffwechsel ohne Lebensmittelintoleranz schlichtweg überflüssig. „Wer sich etwas Gutes tun will, ernährt sich ausgewogen und verwendet viele frische Zutaten – das ist immer noch das beste Rezept.“

Zuletzt aktualisiert:
Wed Nov 18 18:34:33 CET 2015

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