Kuhmilch: In Babys erstem Jahr bitte nur mäßig verwenden

Kuhmilch fürs Baby?

DAK-Gesundheit rät zu einem maßvollen Kuhmilch-Verzehr

Kuhmilch gilt als Muntermacher. Tatsächlich sprechen viele Eigenschaften der Milch dafür, dass es sich um ein gesundes Lebensmittel handelt. Dennoch ist Kuhmilch gerade im Zusammenhang mit der Babyernährung seit ein paar Jahren in der Kritik. Was stimmt denn nun? Dürfen Eltern ihre Babys mit der umstrittenen Kuhmilch füttern oder nicht?

Zusammensetzung der Kuhmilch für Babyernährung ungünstig


DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms verrät, warum Kuhmilch maßvoll gefüttert werden sollte

Ernährungsexpertin Silke Willms von der DAK-Gesundheit

„Kuhmilch eignet sich nicht für die Säuglingsflasche beziehungsweise zum Trinken im ersten Lebensjahr“, sagt Silke Willms, Ernährungswissenschaftlerin der DAK-Gesundheit. Grund dafür ist die Zusammensetzung der Milch. Willms ergänzt, dass der Eiweiß- und Mineralstoffgehalt in der Milch zu hoch sei. Gleichzeitig finden sich zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie zu wenig Eisen und Jod in der Kuhmilch. „In der Tat sind die Bestandteile der Kuhmilch für Säuglinge nicht ideal. Eltern weichen besser auf andere Milch aus“, bestätigt die Ernährungswissenschaftlerin. Was den Brei betrifft, müssen Eltern laut Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung jedoch nicht ganz so vorsichtig sein. Sie erklärt: „Ab dem sechsten Monat sind geringe Mengen Kuhmilch als Zutat im Vollmilch-Getreide-Brei unbedenklich.“
Antje Gahl informiert Eltern, wie viel Kuhmilch für Babys sinnvoll ist

Antje Gahl, Ernährungsexpertin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Ist Kuhmilch ein Allergieauslöser?

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund zählt Milch und Lebensmittel daraus wie etwa Joghurt, Käse oder Quark zu den „wesentlichen allergieauslösenden Lebensmitteln tierischer Herkunft“. Laut Verband rufen diese Kuhmilch-Lebensmittel gerade bei Säuglingen und Kindern Beschwerden hervor. Betroffen sei der Verdauungstrakt oder die Haut. Aber wie schon erwähnt, ist der Verdauungstrakt bei den meisten Babys zu Beginn des sechsten Monats so reif, dass Milch in Form des Milch-Getreidebreis gefüttert werden darf.

Vorwurf Fettleibigkeit: Macht Kuhmilch Babys später dick?


Es gibt Studien, die suggerieren, dass ein hoher Eiweißverzehr im Kleinkindalter zu späterem Übergewicht führt. „Diese Studien sind kritisch zu betrachten“, sagt Ernährungsexpertin Willms. „Denn nicht alle Studien weisen einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr der Kuhmilch und dem Gewicht nach.“ Eine eindeutige Beantwortung dieser Frage ist daher laut Willms zurzeit nicht möglich. Fakt ist jedoch, dass der menschliche Körper Fett speichert, wenn er über den Milchverzehr mehr Kalorien zu sich nimmt als er verbraucht. Diese simple Regel trifft jedoch auf alle Lebensmittel zu.


Den Eltern sei geraten, auf Kuhmilch für das Baby im ersten halben Jahr ganz zu verzichten und anschließend bis zum ersten Lebensjahr in geringen Mengen zu reichen. Dann ist Kuhmilch für die Kleinen auf keinen Fall keine Bedrohung, sondern eine gesunde Ergänzung im abwechslungsreichen Baby-Speiseplan. Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre „Babys erste Kost“.

Zuletzt aktualisiert:
Tue Oct 04 16:47:43 CEST 2016
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