Ein Mann hat Hauirritationen am Hals, möglicherweise ein Anzeigen für eine Kontaktallergie

Diagnose und Therapie der Kontaktallergie

Wenn die Haut rot wird und juckt

Deutlichste Anzeichen für eine Kontaktallergie sind plötzlich juckende Hände nach der Arbeit im Haushalt oder Ausschlag da, wo gerade noch der Schmuck saß. Die Kontaktallergie kommt in Deutschland relativ häufig vor: Etwa jeder Vierte reagiert auf mindestens eine Substanz nach Hautkontakt allergisch. Bei dieser Form der Allergie muss der allergieauslösende Stoff nicht in Berührung mit den Schleimhäuten oder anderen empfindlichen Körperstellen kommen – der Kontakt mit der Haut genügt.

Kontaktallergie: Ursachen

Wie auch bei anderen Formen von Allergien handelt es sich bei der Kontaktallergie um eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen, die eigentlich ungefährlich sind. Eine Vielzahl von Stoffen kann eine Kontaktallergie auslösen. Zu ihnen zählen pflanzliche oder tierische Eiweiße. Aber auch anorganische Stoffe wie Metalle, die normalerweise harmlos sind, können eine allergische Reaktion hervorrufen. Das am weitesten verbreitete Kontaktallergen ist Nickel. Deshalb wird dieses Metall, aus dem früher Münzen und Schmuck hergestellt wurden, heute kaum noch in dieser Form verwendet. Weitere auslösende Stoffe einer Kontaktallergie können sein:

  • Duftstoffe (z.B. in Parfüm, Seife, Kosmetika)
  • Konservierungsstoffe
  • Pflanzen (z.B. Kamille, Beifuß, Arnika)
  • ätherische Öle (z.B. Zitronen- oder Pfefferminzöl)
  • Reinigungsmittel (z.B. Weichmacher)
  • Latex (z.B. als Latexhandschuhe)

Zu den Risikofaktoren, die die Entstehung einer Kontaktallergie fördern können, zählen eine genetische Vorbelastung, Umweltschadstoffe, fettreiche Nahrung, Rauchen und Alkohol, aber auch eine übermäßige Hygiene.

Kontaktallergie: Symptome

Die Hautstellen, die mit dem Allergen in Berührung kommen, sind an den betroffenen Stellen gerötet, jucken, nässen und bilden Bläschen. Bei längerem Hautkontakt mit dem Allergen kann sich auf der Haut ein chronisches Kontaktekzem bilden – die Haut wird gröber, verhornt und bildet Rillen. Die Kontaktallergie ist eine so genannte Allergie vom späten Typ. Das heißt, dass die Symptome erst 24 Stunden bis drei Tage nach Kontakt mit dem Allergen auftreten.

Kontaktallergie: Diagnose

Die Kontaktallergie ist leicht zu verwechseln mit einer toxischen Kontaktdermatitis. Diese zeigt ähnliche Symptome wie eine Allergie, wird aber durch giftige Stoffe wie Säuren oder Laugen ausgelöst, wie sie etwa in Reinigungsmitteln vorkommen können.

Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie empfiehlt sich der Besuch eines Facharztes, dem Allergologen. Er wird Sie zunächst nach Häufigkeit und Art der Beschwerden befragen, nach bereits bekannten Allergien und dem Kontakt zu möglicherweise allergieauslösenden Stoffen. Nach der Untersuchung betroffener Hautstellen wird zumeist mit einem Epikutantest (Patch-Test) versucht, das Allergen zu ermitteln. Dabei werden Proben verschiedener allergener Substanzen auf dem Rücken des Patienten aufgetragen und mit Pflastern abgedeckt. Nach ein bis zwei Tagen beurteilt der Arzt die örtliche Reaktion auf die verschiedenen Substanzen.

Kontaktallergie: Therapie

Eine Kontaktallergie begleitet Betroffene ein Leben lang, eine vollständige Heilung ist nicht möglich. Dennoch kann man die Symptome mindern. Am wichtigsten ist es, den Kontakt mit den allergenen Substanzen möglichst vollständig zu vermeiden. Die Symptome verschwinden dann häufig innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst. Feuchtigkeits- und Hautpflegeprodukte wie rückfettende Cremes, Öle oder Bäder können außerdem die Heilung der entzündeten Hautstellen fördern. Bei starken allergischen Reaktionen können Salben mit Wirkstoffen wie Kortison, Tacrolimus oder Pimecrolimus helfen, die Entzündungsreaktion zu drosseln. Diese Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen, haben allerdings auch Nebenwirkungen und sollten deshalb nur kurzzeitig und an kleinen Hautstellen sowie nur unter ärztlicher Kontrolle verwendet werden.

Kontaktallergie: Vorbeugen

Eine wirksame Prophylaxe gegen eine Kontaktallergie ist bisher nicht bekannt. Jedoch ist es möglich, generell das Risiko für Allergien zu senken. So haben Untersuchungen gezeigt, dass gestillte Säuglinge und auch Kinder, die in Haushalten mit Tieren aufwachsen, weniger häufig unter Allergien leiden. Wer bereits unter einer Kontaktallergie leidet, dem hilft vor allem, Kontakt mit den entsprechenden Substanzen möglichst vollständig zu meiden. Spezielle Kleidung und Handschuhe können dabei helfen. Manchmal müssen gewisse Tätigkeiten beispielsweise im Beruf ganz unterlassen werden. Im Falle einer berufsbedingten Kontaktallergie können der Betriebsarzt oder die Berufsgenossenschaft mit einer berufsdermatologischen Beratung helfen. Teilweise wird die Kontaktallergie auch als Berufskrankheit anerkannt.

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jul 29 13:15:54 CEST 2016

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