Eine Mutter küsst die Stirn ihres Kindes, das an Kopfschmerzen bei Kindern leidet

Kopfschmerzen bei Kindern – Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Von „Bauchweh im Kopf“ und Schmerzmitteln im Schulrucksack

Kopfschmerzen bei Kindern haben häufig dieselben Auslöser wie bei Erwachsenen auch: psychische und physische Faktoren wie Verspannungen, Stress oder Druck. Eltern reagieren verschreckt oder auch ungläubig auf Kopfschmerzen bei Kindern, weil sie solche Beschwerden zu einem so frühen Zeitpunkt – bei Grundschülern oder gar noch jüngeren Kindern – nicht erwarten. Dies ist aber keineswegs ungewöhnlich. Bei älteren Kindern ist der Anteil derer, die ab und zu mit Kopfweh zu tun haben, sogar erheblich: Laut Robert Koch-Institut hatten 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren in den vergangenen drei Monaten mindestens einmal Kopfschmerzen. 

Was tun gegen Kopfschmerzen bei Kindern?


Jüngere Kinder können oft nicht genau beschreiben, was ihnen fehlt. Sie klagen unter Umständen sogar über Bauchweh, weil sie ihre Kopfschmerzen nicht richtig zuordnen können. Meist stecken hinter kindlichem Kopfweh keine ernsthaften organischen Probleme, sondern „nur“ Bewegungsmangel oder Überforderung. Das macht diese Kopfschmerzen zwar nicht weniger quälend, und natürlich wünschen Sie Ihren Kindern ein möglichst schmerzarmes Aufwachsen. Positiv ist aber, dass Sie als Familie das Problem in vielen Fällen lösen können, indem Sie es an der Wurzel packen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind häufiger unter Kopfschmerzen leidet, beobachten Sie es genau. Dabei kann ein Kopfschmerztagebuch hilfreich sein, in dem Sie die Schmerzen mehrere Wochen lang gemeinsam festhalten. 

Behandeln Sie Kopfschmerzen bei Kindern mit festem Rhythmus und Bewegung


Unsere heutige Lebensweise trägt ihren Teil dazu bei, wenn es bei Kindern zu Kopfschmerzen kommt: Kinder bewegen sich weniger als frühere Generationen, sehen mehr fern, daddeln am Computer und stehen oft auch unter schulischem Druck. Doch Sie können gegensteuern: mit einem geregelten Tagesablauf, weniger Aktivitäten und Terminen sowie viel Bewegung an der frischen Luft – dafür sind Sie selbst das beste Vorbild für Ihre Kinder. Achten Sie auf kohlenhydratreiche Mahlzeiten zwei bis drei Stunden vor dem Sport und auf eine ausreichende Trinkmenge. Bei akuten Kopfschmerzen können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, zur Ruhe zu kommen, zum Beispiel mit einer vorgelesenen Geschichte, ruhiger Musik, Entspannungsübungen oder Phantasiereisen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch über seine Sorgen. 

Wann sind Kopfschmerzen bei Kindern ein Fall für den Arzt?


Sollten die Kopfschmerzen bei Ihrem Kind immer wieder auftreten, länger als zwei Stunden anhalten oder so stark sein, dass Ihr Kind deshalb schon mal einen Schultag vorzeitig abbrechen musste, ist dies ein Fall für Ihren Kinderarzt. Scheuen Sie sich bitte nicht, „bloß wegen Kopfschmerzen“ einen Arzt aufzusuchen! Außerdem sollten Sie unbedingt einen Arzt befragen, wenn Sie Kinder Medikamente gegen Kopfschmerzen einnehmen lassen möchten – nicht alle Medikamente sind geeignet, einige können sogar gefährlich sein. Wenn Sie noch Fragen haben oder sich nicht sicher sind, ob Sie einen Arzt aufsuchen sollten, kontaktieren Sie gern die Experten unserer Kindermedizin-Hotline

Migräne – chronische Kopfschmerzen bei Kindern


Migräne ist bei Kindern keine Seltenheit, wird oft aber erst erkannt, wenn sich dadurch bereits Probleme in der Schule oder in der Familie ergeben haben. Sind Mutter oder Vater Migränepatienten, ist das Risiko erhöht, dass auch die Kinder diese chronische Form von Kopfschmerzen entwickeln. Die Symptome entsprechen nur teilweise denen von Migräne bei Erwachsenen. Gerade bei jüngeren treten Kopfschmerzen bei Kindern oft beidseitig auf. Typisch für einen Migräneschub ist, dass die Kinder plötzlich aufhören zu spielen, keinerlei Interesse mehr an ihrer Umwelt zeigen und oft versuchen, Licht und Geräusche zu meiden. Wichtig ist es, individuelle Auslöser zu erkennen und zu meiden. Bei einer akuten Attacke ist für Kinder Schlafen meist die beste Medizin. Keinesfalls sollten Eltern eigene Migränemittel an ihre Kinder weitergeben! Bei vielen Kindern verschwindet die Migräne in der Pubertät. In jedem Fall sind regelmäßige Kopfschmerzen bei Kindern ein Grund, den Arzt zu konsultieren.

Zuletzt aktualisiert:
Wed Sep 23 10:42:46 CEST 2015

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