DAK-Gesundheitsbotschafterin Maria Höfl-Riesch im Interview

Glückshormone durch Bewegung: „Das ist die beste Motivation“

Maria Höfl-Riesch im Interview mit der DAK-Gesundheit

Maria Höfl-Riesch, geb. 24.11.1984, war mit drei Goldmedaillen bei Olympischen Spielen und zwei Weltmeistertiteln eine der erfolgreichsten Skirennfahrerinnen der Welt. Für die DAK-Gesundheit ist sie seit 2016 als Gesundheitsbotschafterin aktiv und unterstützt nun vor allem in Fragen der Rückengesundheit.

Sie sind Gesundheitsbotschafterin der DAK-Gesundheit und Präventionsbotschafterin der Aktion „Immer am Ball bleiben“ des Bundesgesundheitsministeriums. Warum ist Ihnen das Thema Gesundheit so wichtig?

Gerade als ehemalige Sportlerin weiß ich, wie bedeutend das Thema ist. Für Profi-Sportler ist der Körper das wichtigste „Werkzeug“, von der Gesundheit hängt die Karriere ab. Wenn man schlecht trainiert oder nicht auf seine körperliche Fitness achtet, steigt das Verletzungsrisiko. Eine Verletzung genügt manchmal schon, und alles, was man sich erarbeitet hat, ist vorbei.

Aber Gesundheit ist für jeden Menschen – egal, ob Sportler oder nicht – die Voraussetzung für ein erfülltes und aktives Leben. Es gibt nichts Wichtigeres im Leben als Gesundheit.

Sie waren jahrelang Profi-Sportlerin. Wie halten Sie sich jetzt fit – ohne straffen Trainingsplan?

Wir haben einen Trainingskeller zu Hause – dort trainiere ich regelmäßig, meistens morgens. Oder ich laufe oder fahre mit dem Rad. Auch wenn ich unterwegs bin, versuche ich, mich fit zu halten. Ich habe ein Fitnessprogramm entwickelt, das man überall anwenden kann, mit Übungen, die den Fokus auf Beweglichkeit, Stabilität und Ausdauer legen. Außerdem achte ich auf gesunde Ernährung.

Stichwort Fitness-Programm: Wen wollen Sie damit ansprechen? Und was genau kann man sich darunter vorstellen?

Das Programm „Maria macht dich fit“ ist für jeden, der etwas für seine Gesundheit tun möchte. Es eignet sich für Einsteiger genauso wie für Fortgeschrittene. Es geht nicht um den Traumbody in vier Wochen, sondern um ganzheitliche Fitness, also um Ausdauer, Kraft, Stabilität und um gesunde Ernährung. Dabei verrate ich auch Tipps aus meiner aktiven Sportlerzeit, gerade wenn es um das Thema Motivation geht. In acht Wochen bekommen die Teilnehmer eine gute Basis vermittelt, wie gesundes Trainieren aussehen kann. Danach kann jeder das Programm selbstständig fortführen und individuell seinem Fitnessstand anpassen.

Wie häufig sollten sich Hobbysportler bewegen?

Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Am besten natürlich so häufig wie möglich. Wichtig ist, dass man regelmäßig etwas tut. Und dass man Freude daran hat. Denn wenn man Spaß am Sporttreiben hat, nimmt man sich auch die Zeit zum Trainieren. Generell gilt: Bewegung ist gut. Und für diejenigen, die speziell etwas für ihren Rücken tun möchten, gibt es die verschiedensten Übungen – man muss sie nur machen.


Rückenschmerzen sind mittlerweile eine Volkskrankheit. Tun Sie konkret etwas für Ihren Rücken?

Ja, das tue ich. Ich setze auf Beweglichkeits- und Stabilitätstraining, um meinen Rücken zu kräftigen. Es geht darum, den Rücken zu mobilisieren, damit er flexibel und beweglich bleibt.

Würden Sie rückblickend sagen, dass Ski-Sport dem Rücken gut tut oder dass er Ihrem Rücken gut getan hat?

Profi-Sport bedeutet natürlich eine Extrembelastung für den Körper. Aber das macht man ja nicht von heute auf morgen, sondern man tastet sich über Jahre an ein immer höheres Niveau heran. Für meinen Rücken war es wichtig, dass ich immer gut trainiert habe, um ihn beweglich zu halten, aber auch um ihn zu stärken, unter anderem durch einen ausgeprägten Muskelapparat. Darauf habe ich immer geachtet.

Haben Sie Tipps, wie man im hektischen Alltag seinen Rücken trainieren kann?

Generell sollte man sich einfach so viel wie möglich bewegen. Das ist das einfachste Rückentraining. Positionen wechseln. Nicht zu viel sitzen, öfter aufstehen, zu Fuß gehen, wann immer möglich. Im Büro ist das natürlich nicht immer leicht. Deshalb ist es hilfreich, unterschiedliche Bewegungsroutinen zu entwickeln, zum Beispiel immer im Stehen zu telefonieren oder mindestens zweimal am Tag die Treppe zu benutzen.

Kurze, aber sehr zielgerichtete Übungen findet man in der DAK-Broschüre. Idealerweise sollte man einige dieser Übungen routinemäßig in den eigenen Tagesablauf einbauen. Bestimmte Rückenübungen oder zumindest bewusstes Dehnen und Strecken sind leicht zu erlernen und fast überall durchzuführen.

Was kann man selbst bei plötzlichen Rückenschmerzen tun? Können Sie Hausmittel empfehlen?

Oft hilft schon Wärme, zum Beispiel ein Heiz- oder Körnerkissen, Wärmepflaster, ein Schal oder Taillenwärmer – je nachdem wo es zwickt. Auch ein heißes Bad wirkt lindernd: Da kann ich Heublumen empfehlen. 25 Gramm Heublumen in ein Liter Wasser geben und zum Kochen bringen, dann 20 Minuten ziehen lassen und anschließend ins warme Badewasser gießen. Rückenschmerzen resultieren ja häufig aus Verspannungen, die aus verschiedensten Gründen entstehen können, zum Beispiel durch zu wenig oder eine falsche Bewegung oder durch eine längere einseitige Körperhaltung im Alltag. Aber das sind nur die Tipps, auf die ich selbst zurückgreife. Ein Arzt kann sicher noch mehr empfehlen.

Wie würden Sie Bewegungsmuffel motivieren, Ihren inneren Schweinehund zu überwinden und sich mehr zu bewegen?

Man sollte langsam anfangen und sich erreichbare Ziele setzen. Lieber erst mal kleine Ziele, die man mit der Zeit dann steigern kann. Manchen hilft es, wenn sie diese Ziele aufschreiben, als würden sie mit sich einen Vertrag abschließen – damit es verbindlich ist. Meine Erfahrung ist, dass man sich richtig gut fühlt, wenn man seinen inneren Schweinehund überwunden und sich aufgerafft hat. Durch die Bewegung werden Glückshormone ausgeschüttet – das ist eigentlich die beste Motivation.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Nov 24 07:47:02 CET 2016

Weitere Informationen

Zum Seitenanfang