Eine Impfung gegen HPV schützt junge Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs.

Impfung gegen HPV: Die Kosten der Schutzimpfung übernimmt die DAK-Gesundheit

Eine HPV-Impfung schützt Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs

Warum die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs so sinnvoll ist, belegen Zahlen: Jährlich infizieren sich fast 5.000 Frauen mit Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillomviren (HPV), wie die weitverbreiteten Krankheitserreger heißen. Knapp 1.600 Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen der Erkrankung. Diese Zahlen liefert ZERVITA, eine nationale Aufklärungsstelle über Gebärmutterhalskrebs und Humane Papillomviren, die unter anderen vom Deutschen Krebsforschungszentrum mitbegründet wurden.

Impfung gegen HPV – was sind denn eigentlich Humane Papillomviren (HPV)?


Bei den HPV-Viren handelt es sich um DNA-Viren, die Warzen und Krebsvorstufen im Ano-Genitalbereich, also im Schambereich, auslösen können. Mittlerweile sind circa 100 HPV-Typen beschrieben. Mindestens 30 von ihnen infizieren die Haut und Schleimhäute in der Schamgegend. Die anderen HPV-Typen beschränken sich auf andere Hautareale wie Hände, Füße oder das Gesicht. „Man unterscheidet zwischen den Gering- und den Hochrisiko-HPV-Typen. Letztere werden fast immer bei Gebärmutterhalskrebserkrankungen gefunden“, erklärt DAK-Ärztin Dr. Susanne Bleich.

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich erklärt, warum eine Impfung gegen HPV sinnvoll ist.

Dr. Susanne Bleich, Ärztin der DAK-Gesundheit

Eine HPV-Impfung schützt Mädchen vor einer möglichen Erkrankung


Die Impfung gegen HPV ist sinnvoll: Mädchen zwischen neun und 14 Jahren sollten vorbeugen und sich mit einer Humanen-Papillomvirus-Impfung vor der Gefahr einer Gebärmutterhalskrebserkrankung schützen. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO). Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr müssen versäumte Impfungen nachgeholt werden. Die Impfserie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. In der Regel werden die Mädchen zwei Mal geimpft in einem Abstand von sechs Monaten. Falls der Abstand nicht eingehalten wurde oder eine Nachholimpfung fällig wird, kann eine dritte Impfstoffdosis nötig werden.

Gibt es gefährliche Nebenwirkungen einer Impfung gegen HPV?


Keine Sorge vor unerwünschten Nebenwirkungen: Die derzeitigen Impfstoffe gelten als sicher und gut verträglich. Häufige leichtere Nebenwirkungen, die bei einer Impfung gegen HPV beobachtet wurden, sind Rötungen oder Schwellungen um die Einstichstelle, leichte Schmerzen oder ein kleiner Bluterguss. Auch eine leichte Temperaturerhöhung kann die kurzfristige Folge einer Impfung sein. „Viel seltener sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder gar Atembeschwerden“, beruhigt Bleich.

Die Kosten für die Impfung gegen HPV für Mädchen übernimmt die DAK-Gesundheit


Entscheiden sich Mädchen zwischen neun und 18 Jahren für eine Immunisierung, übernimmt die DAK-Gesundheit selbstverständlich die Kosten für die von der Ständigen Impfkommision STIKO empfohlenen HPV-Impfung. Die Abrechnung läuft ganz einfach über die elektronische Gesundheitskarte der Versicherten.

Humane Papillomviren in der Schwangerschaft


Frauen haben während einer Schwangerschaft generell eine höhere Infektanfälligkeit. Die Erkrankungshäufigkeit mit Hochrisiko-Viren steigt während der Schwangerschaft an und sinkt nach der Geburt wieder. Obgleich eine Ansteckung theoretisch denkbar ist, infizieren sich nur relativ selten Säuglinge während der Schwangerschaft oder bei der Geburt mit HPV. Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich diesbezüglich gern an die DAK-Experten der Elternberatung.

Profitieren Frauen über 18 Jahre auch von einer HPV-Impfung?


„Darüber gibt es leider noch keine gültigen Studienergebnisse“, erklärt Bleich. Ein Fakt sei es dagegen, dass der Impfstoff am wirksamsten ist, wenn bis dato noch keine HPV-Infektion vorliege. „Darum sollte die Grundimmunisierung auch vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen“, ergänzt Bleich. Der Nutzen der Impfung hänge auch von der individuellen Lebensführung ab. Wer viele Sexualpartner habe und wenig oder gar keine Kondome benutze, erklärt die Medizinerin, habe per se ein höheres Risiko, an einer HPV-Infektion zu erkranken.

Ist eine Impfung gegen HPV auch nach einer Infektion sinnvoll?

Eine Impfung gegen HPV-Viren kann auch nach einer Infektion richtig sein. Denn bereits infizierte Frauen reduzieren mit einer Impfung ihr Risiko, sich noch einmal mit demselben oder mit anderen HPV-Typen anzustecken und unter den Folgeerkrankungen zu leiden. Die Kosten können in diesem Fall nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. In jedem Fall sollte die Entscheidung für oder gegen eine Impfung nach einer Infektion immer individuell zusammen mit dem Arzt abgewogen werden.

Geringe HPV-Impfrate in Deutschland


Nicht einmal 40 Prozent der 14 bis 17-jährigen Mädchen sind in Deutschland vollständig gegen HPV geimpft. „Jugendliche Mädchen sollten das Angebot einer HPV-Impfung unbedingt annehmen“, rät Bleich. Sie sieht vor allem die Eltern in der Pflicht, ihre Töchter auf das Potential der Schutzimpfung hinzuweisen. Internationale Studien belegen die Wirksamkeit der HPV-Impfung: Vorreiter Australien zeigt, dass bei einer flächendeckenden Immunisierung ein eindeutiger Rückgang von Krebsvorstufen zu beobachten ist. Auch die Zahl der sogenannten Genitalwarzen, die ebenfalls durch HPV ausgelöst werden können, ist rückläufig.

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Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 12 13:14:59 CEST 2016

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