Hodenkrebs erkennen betroffene Männer im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung.

Hodenkrebs erkennen und behandeln

Die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern unter 40 Jahren

Hodenkrebs erkennen, das betrifft eine Altersgruppe, in der Krebs sonst noch kaum ein Thema ist: Vor allem junge Männer zwischen 20 bis 40 Jahren erkranken an Hodenkrebs. In Deutschland werden laut dem Robert Koch-Institut jährlich etwa 4.000 Diagnosen gestellt, rund 150 Männer versterben an ihrer Erkrankung. Selbst wenn die Ärzte Hodenkrebs erst im metastasierten Stadium erkennen, ist der Krebs – anders als die meisten anderen bösartigen Geschwülste – bei über 90 Prozent der Patienten heilbar.

Wissens­wertes

Wissenswertes über Hodenkrebs


Bei fast allen Patienten tritt der bösartige Hodentumor (Fachbegriff: Hodenkarzinom) nur auf einer Seite auf. Neun von zehn Hodentumoren haben ihren Ursprung in den Keimzellen; sie werden unterschieden in sogenannte Seminome und Nichtseminome. Seminome (65 Prozent der Fälle) treten besonders um das 37. Lebensjahr herum auf, zehn Jahre später als die Nichtseminome (35 Prozent), und haben wegen des geringeren Risikos für Metastasen eine noch bessere Prognose. In Deutschland, wie auch im übrigen Europa, erkranken seit Jahrzehnten stetig mehr Männer an Hodenkrebs – aus noch unbekannter Ursache. Gleichzeitig sinkt dank der verbesserten Therapie bei Hodenkrebs die Sterblichkeit. 

Hodenkrebs erkennen: Symptome
 

Meistens fällt Hodenkrebs durch eine nicht mit Schmerzen verbundene Schwellung auf. Oft sind auch Verhärtungen tastbar. Einige Patienten berichten zudem über ein Schwere- oder Druckgefühl und ziehende Schmerzen im betroffenen Hoden. Im Einzelfall auch möglich: Blut im Sperma, eine Schwellung der Brustdrüsen durch hormonelle Veränderungen oder Beschwerden durch bereits vorhandene Metastasen wie Rücken- oder Nierenschmerzen sowie Luftnot. Alle Auffälligkeiten und jede Vergrößerung der Hoden sollte ein Arzt abklären, um optimalerweise die Diagnose Hodenkrebs sicher ausschließen zu können. 

Was das Risiko für Hodenkrebs erhöht
 

Risikofaktoren sind:

  • ein Hodenhochstand als Kind – auch wenn dieser beseitigt wurde. Das Risiko für Hodenkrebs ist dadurch zehn- bis fünfzehnmal so hoch.

  • familiäre Vorbelastung. Ist ein Bruder oder der Vater betroffen, erhöht dies das Hodenkrebs-Risiko deutlich.

  • ein vorhergehendes Hodenkarzinom. Das Risiko für die andere Seite ist stark erhöht.

Außerdem unter anderem in der Diskussion: Umwelteinflüsse, auch schon in Mutterleib, Früh- und Zwillingsgeburt, eine reichhaltige Ernährung im frühen Kindesalter, Chemikalien wie PVC und Phthalate sowie Marihuanakonsum. Nach einer sicheren Erklärung dafür, dass Hodenkrebs etwa unter Deutschen und Dänen viel häufiger ist als in Afrika und Asien, wird aber noch geforscht.

Diagnose

Hodenkrebs erkennen: So verläuft die Diagnose


Wie bei allen Krebsarten ist auch bei Hodenkrebs die Früherkennung wichtig. Männer, die ihre Hoden regelmäßig gründlich untersuchen, erhöhen ihre Chance, Hodenkrebs frühzeitig zu entdecken. Das lohnt sich definitiv: Die Heilungschancen sind zwar auch in einem späteren Stadium noch gut, die Hodenkrebs-Behandlung ist dann allerdings langwieriger. Bei Verdacht auf Krebs tastet der Urologe zunächst die Hoden ab. Weitere Hinweise liefern ein Ultraschall der Hoden und der Bauchorgane. Eindeutig wird die Diagnose aber erst durch eine Gewebeprobe (Biopsie). 

Es ist Hodenkrebs: Wenn Gewissheit besteht
 

Blutuntersuchungen geben Aufschluss über den Allgemeinzustand des Patienten und die Funktion von Organen wie Leber und Niere. Durch die Bestimmung der Tumormarker, also Substanzen, die vermehrt von Tumoren gebildet werden, kann der Urologe oft bereits festlegen, welche Art von Hodentumor vorliegt. Mit weiteren bildgebenden Verfahren wie einer Röntgenaufnahme der Lunge, Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT) wird bei Hodenkrebspatienten nach möglichen Metastasen gesucht.

Therapie

Therapie bei Hodenkrebs


Je nach Art des Tumors und seiner Ausbreitung gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie. Eine Hodenkrebsbehandlung ohne OP ist so gut wie nie möglich, in der Regel wird der befallene Hoden entfernt (Orchiektomie). Danach kann eine Hodenprothese eingesetzt werden. Für den Fall, dass der andere Hoden schon Krebsvorstufen enthält, entnimmt man eine Gewebeprobe – entweder während des ersten Eingriffs oder nach einer Chemotherapie wegen des Hodentumors. Bestätigt sich der Verdacht, empfiehlt sich, abhängig von der Familienplanung des Patienten, eine Strahlentherapie dieses Hodens. 

Weder impotent noch unfruchtbar nach Hodenkrebs-OP
 

In einem frühen Tumorstadium reicht oft die Operation mit konsequent eingehaltenen Nachuntersuchungen aus. Es können aber auch schon weitere Therapien in Betracht gezogen werden, um eventuell übersehene Mikrometastasen sicher auszuschalten. Bei befallenen Lymphknoten wird beim Seminom eine Bestrahlung eingesetzt, beim Nichtseminom sowie beim Seminom im fortgeschrittenen Stadium eine Chemotherapie. Viele Männer fürchten, nach einer Hodenkrebs-Behandlung mit nur einem Hoden impotent oder unfruchtbar zu werden. Zu Unrecht: Nach der Therapie führen die meisten ein ganz normales Leben. Da das Erbgut geschädigt werden kann, ist es möglicherweise sinnvoll, noch zwei Jahre mit Nachwuchs zu warten. Es kann auch vor dem Eingriff Samen konserviert werden.

DAK-Gesundheit

Die DAK-Gesundheit zum Thema Hodenkrebs


Die DAK-Gesundheit rät Männern ab 18 Jahren, sich einmal im Monat selbst zu untersuchen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt erklären, wie Sie am besten Verhärtungen, Knoten, Vergrößerungen, Verkleinerungen und ausgeprägte Druckunempfindlichkeit feststellen.

DAK-Empfehlung nach der Diagnose Hodenkrebs


Hodenkrebs-Patienten sollten sich unbedingt in einer Spezialklinik behandeln lassen, die eine interdisziplinäre Kooperation zwischen den Spezialisten ermöglicht (Urologie, Strahlentherapie, Hämatologie, Radiologie, Pathologie). Unsere erfahrenen Gesundheitsberater helfen Ihnen gerne weiter, zu Diagnostik, Therapie, Reha und Nachsorge Ihren persönlichen Weg zu finden. Auch in den Themen Krankengeld und Wiedereingliederung sind wir fit. Nutzen deshalb auch Sie unser Versorgungsmanagement!

Zuletzt aktualisiert:
Fri Jun 10 13:45:47 CEST 2016

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