Herzrhythmusstörungen haben verschiedene Ursachen und sind nicht immer gefährlich.

Herzrhythmusstörungen: Herz aus dem Takt

Wann die Arrythmien wirklich gefährlich sind

Von Herzrhythmusstörungen oder Arrythmien spricht man, wenn das Herz nicht regelmäßig schlägt. Normalerweise sorgen elektrische Impulse aus einem Nervenknoten des Herzens dafür, dass das Herz in einem gleichmäßigen Rhythmus schlägt. Wird die Entstehung dieser Impulse oder deren Weiterleitung durch das Herz gestört, kommt es zu Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt dann unregelmäßig. 

DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich informiert über die Ursachen von Herzrhythmusstörungen.

Dr. Susanne Bleich, Ärztin der DAK-Gesundheit

Herzrhythmusstörungen und die Symptome

„Die Symptome bei einer Herzrhythmusstörung hängen davon ab, um welche Art von Arrhythmie es sich handelt und wie stark diese ausgeprägt ist‟, sagt DAK-Expertin Dr. Susanne Bleich.

„Herzrhythmusstörungen, bei denen der Herzschlag beschleunigt ist, sind häufig als Herzpochen oder Herzrasen spürbar. Unregelmäßigkeiten des Rhythmus werden dabei als Herzstolpern wahrgenommen." Ein beschleunigter Herzrhythmus kann Angst und Unruhe auslösen, zu Schmerzen und Engegefühlen in der Brust, Atemnot, Schwindel, Benommenheit oder sogar Bewusstlosigkeit führen.

Herzrhythmusstörungen, bei denen der Herzschlag verlangsamt ist, führen dagegen zu Kreislaufproblemen. Betroffene fühlen sich matt, müde und benommen und können ohnmächtig werden. Oft treten als Folge der schlechten Durchblutung Sehstörungen auf. Leichtere Fälle von Herzrhythmusstörungen werden zum Teil gar nicht bemerkt. 

Herzrhythmusstörungen messen

Herzrhythmusstörung lassen sich mithilfe der Elektrokardiografie (EKG) erkennen. Dabei werden Elektroden am Körper befestigt, mit denen die Herzströme gemessen werden. Der Arzt bekommt so ein gutes Bild davon, wie schnell und regelmäßig das Herz schlägt. Eine EKG-Messung wird zunächst im Ruhezustand durchgeführt, manchmal auch über einen Zeitraum von 24 Stunden. Weitere Erkenntnisse kann ein Belastungs-EKG liefern, das die Herzströme unter körperlicher Belastung misst. 

Ursachen für Herzrhythmusstörungen sind vielfältig

Herzrhythmusstörungen können durch Herz- oder durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht werden. So treten sie gehäuft nach einem Herzinfarkt oder bei der koronaren Herzkrankheit auf, aber auch bei Herzschwäche, Herzklappenfehlern oder Bluthochdruck

Die Herzrhythmusstörungen können sich auch als Nebenwirkung einiger Medikamente zeigen oder als Folge einer Schilddrüsenüberfunktion. Möglich ist zudem, dass bei Störungen des Blutzuckerhaushalts (Diabetes mellitus) eine Herzrhythmusstörung auftritt oder bei einem veränderten Gehalt von Mineralsalzen wie Kalium im Blut.

Weitere Ursachen sind Angst, Nervosität und Schlafstörungen, ebenso der Genuss von Koffein, Alkohol, Nikotin oder Drogen. Oft lässt sich aber auch keine Ursache für die Herzrhythmusstörung feststellen.

Arten von Herzrhythmusstörungen

Es gibt verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen. Unterschieden werden diese unter anderem danach, ob die Entstehung von elektrischen Impulsen im Herzen gestört ist oder deren Weiterleitung durch das Herz. Die erste Form ist eine Reizbildungsstörung, die zweite eine Erregungsleitungsstörung.

Einige Herzrhythmusstörungen entstehen im Vorhof des Herzens, zum Beispiel das Vorhofflimmern, die häufigste Form der Herzrhythmusstörung. Andere entstehen in den Kammern des Herzens. Medizinisch wird außerdem zwischen Arrhythmien unterschieden, die mit einer langsameren Schlagfrequenz der Herzens einhergehen, und solchen, bei denen die Schlagfrequenz des Herzens erhöht ist. Treten Herzschläge zusätzlich außerhalb des normalen Rhythmus auf, spricht man von Extrasystolen.  

Herzrhythmusstörungen nicht immer mit Folgen verbunden

Vorübergehende und leichtere Formen von Herzrhythmusstörungen können völlig folgenlos bleiben. Langfristig können Herzrhythmusstörungen das Herz aber schwächen. Bei der häufigsten Form der Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, staut sich zudem das Blut im Vorhof des Herzens. So können Blutgerinnsel entstehen. Diese können ausgeschwemmt werden und Gefäße verstopfen. Auf Dauer kann sich dadurch das Risiko erhöhen, einen Schlaganfall, eine Lungenembolie oder einen Herzinfarkt zu erleiden. 

Behandlung von Herzrhythmusstörungen

Sind Herzrhythmusstörungen die Folge einer organischen Erkrankung, können sie sich zurückbilden, wenn diese behandelt wird. Ein zu schneller Herzschlag lässt sich zum Teil mit Medikamenten oder mit elektrischen Impulsen normalisieren. Falls dies nicht gelingt, kann auch versucht werden, über einen Katheter-Eingriff Stellen des Herzens zu veröden, an denen die Erregung fehlerhaft ist. In schweren Fällen ist das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder eines implantierbaren Defibrillators erforderlich. Wichtig zu wissen: Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen führt manchmal auch zu Nebenwirkungen. Ob und wie diese überhaupt behandelt werden müssen, sollte ein Facharzt im Einzelfall abwägen. 

Herzrhythmusstörungen vorbeugen

Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, die Herzrhythmusstörungen verursachen können. Nutzen Sie außerdem die kostenlosen DAK-Vorsorgeuntersuchungen, um sich regelmäßig durchchecken zu lassen. Die DAK-Gesundheit hat für die Behandlung sämtlicher Herzerkrankungen von Kindern und Erwachsenen außerdem besondere regionale Verträge geschlossen. Erfahrene, spezialisierte Fachärzte führen die Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und die Nachsorge durch. Schauen Sie in unserer Spezialistensuche, ob auch in Ihrer Nähe ein Vertrag für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen besteht.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Sep 29 12:20:42 CEST 2016

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